Sonntag, 18. April 2021
25.02.2021 15:31
GVO

Gentech-Moratorium: Mehrheit will Verlängerung

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Von: sda

Der Bundesrat will das Moratorium für den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft um weitere vier Jahre verlängern. Die Zustimmung für das Vorhaben überwiegt bei den Parteien und Verbänden. Die Vernehmlassung dazu endete am Donnerstag.

Die SVP Schweiz begrüsst die Verlängerung, wie die Partei schrieb. Das klare Moratorium in der Schweiz – ein einmaliger Fall in Europa – sei ein Vorteil für Schweizer Produkte, denn die deklarierte Abwesenheit von gentechnisch veränderten Produkten sei in den Augen vieler Kunden eine Qualitätsgarantie.

FDP: Gentechnik ist eine Chance

Die Mitte unterstützt die Verlängerung des Moratoriums ebenfalls. Die Partei ist jedoch der Meinung, dass die Frage des Umgangs mit gentechnisch veränderten Organismen mittelfristig eine definitive Lösung brauche. Der Weg über wiederkehrende Verlängerungen des Moratoriums sei an sich nicht der richtige Weg. Im Hinblick auf 2026 solle eine definitive Lösung erreicht werden.

Die FDP ist gegen eine Verlängerung, insbesondere betreffend neue Methoden der Gentechnik wie das Genom Editing, denn diese könnten eine Chance für die Landwirtschaft sein. Das Moratorium sei bereits mehrmals verlängert worden, was den Fortschritt verhindere. Die Partei hat beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) eine Fristverlängerung erhalten, die Parteileitung wird sich am Montag ausführlicher zur Vernehmlassung äussern, wie es auf Anfrage hiess.

SP und Grüne wollen unbefristetes Moratorium

Die SP Schweiz unterstützt grundsätzlich die Verlängerung des Moratoriums. Die Partei ist aber der Meinung, dass dies keine adäquate Lösung sei, wie sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Heute werde diese Debatte unnötigerweise alle vier Jahre neu aufgerollt. Die Partei möchte bevorzugt ein unbefristetes Moratorium einführen, mindestens jedoch um acht Jahre. Die SP Schweiz sei sich der Bedeutung der neuen Gentechniken für die Forschung bewusst. Ein Paradigmenwechsel sei aber nötig und die traditionellen Züchtungsmethoden müssten in der Landwirtschaft deutlich gestärkt werden.

Die Grünen begrüssen die Verlängerung des Gentech-Moratoriums. Angesichts des «vorhandenen Unwissens» hinsichtlich neuer gentechnischer Verfahren schlagen auch sie vor, das Moratorium um acht Jahre oder auf unbestimmte Zeit zu verlängern. Die Partei betont in diesem Zusammenhang, dass die neuen gentechnischen Verfahren gleich wie die bisherigen zu behandeln seien – sie lehnen eine Differenzierung zwischen alten und neuen Verfahren klar ab, wie es in der Mitteilung hiess.

GLP will «Genome Editing» erlauben

Die Grünliberalen fordern im Gegensatz dazu eine differenziertere Betrachtung. Sie unterstützen eine Verlängerung des Moratoriums für klassische Formen der Gentechnologie, bei denen artfremde DNA in das Erbgut von Pflanzen eingeführt wird.

Neue Methoden des «Genome Editing», sollen hingegen nicht mehr einem Moratorium unterstellt werden, sondern ein separates Zulassungsverfahren durchlaufen. Die Partei argumentiert in ihrer Stellungnahme, die heutige Regulierung im Gentechnikgesetz trage der wissenschaftlichen Entwicklung nicht Rechnung.

Konsumentenbedürfnis versus Forschung

Die Verlängerung des Moratoriums ist laut der Stiftung für Konsumentenschutz «ganz im Sinne der Konsumentinnen und Konsumenten». Die Produktion ohne gentechnisch veränderte Organismen (GVO) sei zentral für die gute Positionierung der Schweiz auf dem Lebensmittelmarkt, dies werde angesichts der internationalen Märkte immer wichtiger.

Ins gleiche Horn stösst der Schweizer Bauernverband (SBV). Die Verlängerung des Moratoriums sei die Grundlage, damit die Schweizer Landwirtschaft konsequent gentechnikfrei bleibe und sich von Importprodukten differenzieren könne. Kein anderes Land in Europa setze in der Landwirtschaft so konsequent auf Gentechfreiheit wie die Schweiz. Unabhängig davon sei es jedoch elementar, dass der Bund die Pflanzenzüchtung und Agrarforschung verstärke.

SMP für Moratorium

Für die Schweizer Milchproduzenten (SMP) hat die Weiterführung des Gentech-Moratoriums eine konkrete wirtschaftliche Bedeutung, so sei Schweizer Käse ohne GVO in der EU ein erfolgreiches Exportprodukt.

Die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU) lehnen im Sinne der Vorsorge die Anwendung gentechnischer Verfahren in der Nahrungsmittelherstellung und die Freisetzung von gentechnisch manipulierten Lebewesen ab. Solange deren Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch und Tier und auf das ganze Ökosystem so wenig bekannt seien, «müssen sie in der Schweiz verboten bleiben».

Scienceindustries, der Schweizer Wirtschaftsverband der Unternehmen der chemischen Industrie, der Pharmaindustrie und der Biotechnologie, ist gegen eine weitere Verlängerung des Moratoriums. Dies schade dem Innovationsstandort Schweiz und blockiere Innovationen für eine nachhaltigere Landwirtschaft, hiess es in der Stellungnahme.

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14 Responses

  1. Also auch Impfstoffe, die durch Genmanipulation hergestellt oder die Gene manipulieren – wie das ja bei den Impfstoffen gegen Covid-19 der Fall sein dürfte – verbieten.
    Ich höre so wenig dazu von links-grüner Seite. Schlafen die? Oder legen die – wie so oft – verschiedene Massstäbe an?

    1. Das ist eben das Problem von Leuten, die immer alles in einen Topf werfen: Sie sind unfähig, ein Thema sachlich anzuschauen und sind nicht in der Lage, zu differenzieren. Eine Maus oder eine Kuh melken? Ist ja beides melken, also das gleiche.

      1. was hat das ganze mit melken zu tun? wer ist da unfähig??? ich jedenfalls würde das Zeug noch vorher essen und wieder ausscheiden, als ich mir es in den Körper spritzen lassen würde! Typisch „Grün“: wie eine Peperoni, aussengrün und innen hohl!

      2. Grüner: Welches ist jetzt hier in deinem Vergleich die Maus und welches die Kuh? Ist der Mensch die Maus und die GVO-Tiere und -Pflanzen die Kuh?

    2. Corona-Impfstoffe sind NICHT genmanipuliert auch wenn sie mRNA-Impfstoffe sind. Informiere dich bitte bevor du wieder Unwahrheiten in Umlauf bringst.

      1. Aber die Impfstoffe aktivieren Gene. Also wirken sie Gen-manipulativ. Es gibt auch noch die Vektor-basierten Impfstoffe, die wirken auch Gen-manipulativ. Bitte werde konkreter, Jonas Hartmann, und klage nicht einfach pauschal an. Bisher, in allen unseren Gefechten hatte (mit Ausnahme) immer ich recht, nicht du (du bist mir immer noch eine Menge Antworten schuldig). Also: du bringst Zweifel und falsche Anschuldigungen in Umlauf. Bewähre dich im Kampf, bevor du grossspurig Behauptungen aufstellst.

        1. Es ist sinnlos. Du verdrehst dauernd was („aktivieren Gene“ = Gen-manipulativ). Damit werden Definitionen umgedeutet und damit hast du natürlich „immer recht“.

  2. @Beat: Interessanter ist deine Definition. Denn meine würde wohl aus irgendwelchen Mainstream-Medien, Naturwissenschafftlichen Lexiken oder so stammen und bei dir in Ungnade fallen. Und unter diese Definition fallen die mRNA-Impfstoffe definitiv nicht. Aber deine Definition wäre natürlich eine von „den besten Experten“ der Welt.

    1. Hier ein Zitat aus eur-lex: „Die Kommission schlägt daher eine Verordnung vor, um zeitweise, d. h. nur für den Zeitraum, in dem COVID-19 als öffentlicher Gesundheitsnotstand gilt, von bestimmten Bestimmungen der GVO-Richtlinie für klinische Prüfungen von COVID-19-Impfstoffen (und COVID-19-Behandlungen), die GVO enthalten oder aus diesen bestehen, abzuweichen.“ D.h. Covid-19-Impfstoffe enthalten und bestehen z. T. aus GVO. Wo bleibt der Protest der GVO-Gegner?

    2. Oder hier über Impfstoffe und GVO : „Das Vakzin von AstraZeneca ist ein Vektor-Impfstoff, der die genetische Bauanleitung für das Spikeprotein des Coronavirus Sars-Cov-2 mit Hilfe eines gentechnisch veränderten Adenovirus eines Schimpansen in die menschliche Zelle bringen lässt.“
      Und Problematik: „Auch beim Vektorimpfstoff ist die Problematik, dass sich das eingeschleuste Erbgut dauerhaft in die menschliche DNS einschreiben könnte, nicht vom Tisch. Es gibt dazu keine Langzeitstudien.“

    3. „Ob Vektorimpfstoffe auch eine Art „Betriebssystem“ darstellen könnten, wie es von der US Pharmafirma Moderna auf ihrer Webseite bezüglich ihres m-RNS- Impfstoffes behauptet wird, wird sich noch herausstellen müssen. Dann würden sich die Befürchtungen der Impfkritiker bewahrheiten, dass durch „Biohacking“ der Zellen ein kontrollierender Zugriff von außen auf das Erbgut einer Person denkbar wäre.“
      Wenn GVO-Gegnerschaft gefragt ist, dann hier. Warum schweigen hier die Grünen / Linken?

    4. Also, Jonas, aus deinem Schweigen schliesse ich, dass du zugibst, dass es sich bei den Impfstoffen um GVO-Artikel handelt. Bei GVO-Lebensmitteln kann man davon ausgehen, dass die einfach in den Bauch kommen, die Nährstoffe aufgenommen werden und der Rest ausgeschieden wird – ohne jegliche Gefahr für die Gesundheit des Menschen. Bei den GVO-Impfstoffen, die uns nun angepriesen werden, verhält es sich aber – mindestens zum Teil – ganz anders. Die Impfstoffe können auch ins Genom eingreifen.

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