Donnerstag, 4. März 2021
16.02.2021 09:15
Milchmarkt

Import von 1500 t Butter vom Bund bewilligt

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Von: blu

Die Branche befürchtet einen Buttermangel. Deshalb hat die Branchenorganisation Milch ein Gesuch für die Erhöhung des Butterzollkontingents eingereicht. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat nun entschieden, das Kontingent für 2021 zu erhöhen. Weitere Tranchen könnten folgen.

Die seit 2020 bestehende hohe Nachfrage nach Milchprodukten habe zu einer Knappheit an Butter auf dem Schweizer Markt geführt, schreibt das BLW am Dienstag in einem Communiqué. Mit der zusätzlichen Importmenge von 1’500 Tonnen soll die Versorgung bis mindestens in den Herbst sichergestellt werden.

2020: 6000 Tonnen importiert

Anfang 2020 hat sich der Buttermangel akzentuiert. Als Hauptgrund für die tiefe Butterproduktion machte die Branchenorganisation Butter (BOB) die Käseproduktion verantwortlich. Zusätzliche Milchmengen aus dem Industriebereich seien in die Käseherstellung fliessen, teilte die BOB Ende März mit. 

In der Folge wurden von der BOM mehrere Importgesuche gestellt. Im April einigte man sich auf 1000 t, im Juli auf 1800 t und im Oktober und November auf die Einfuhr von 2000 t Butter. Zusammen mit Einfuhren aus anderen Importgeschäften wurden 2020 insgesamt rund 6000 t Butter importiert. 

Schweizer Angebot zu klein

Zurückgeführt wurden die Importe auf den ungenügenden Lageraufbau mit einheimischer Butter, weil aufgrund  der bundesrätlichen Massnahmen wegen der Corona-Pandemie mehr konsumiert wurde. Die Bevölkerung verpflegte sich mehr zuhause, zudem blieb der Einkaufstourismus wegen geschlossener Grenze zeitweise aus.

Diese Situation werde auch 2021 noch anhalten, schreibt das BLW. «Das inländische Angebot an Butter wird auch im laufenden Jahr voraussichtlich zu klein sein, um die Nachfrage zu decken», heisst es weiter. Zudem geht die Branche davon aus, dass ein Grossteil der leicht steigenden Milchproduktion weiterhin zu Käse verarbeitet wird, weil die Wertschöpfung in der Käseproduktion grösser ist als in der Produktion von Butter und Magermilchprodukten.

Bedarf von 2 Wochen

Gemäss der Branche soll inländische Butter erst im Spätsommer 2021 zur Mangelware werden. «Die Importfreigabe soll jedoch bereits wesentlich früher erfolgen, um dem Handel und den Verarbeitungsbetrieben die Umstellung auf Importbutter zu erleichtern», hält das BLW fest.

Das Teilzollkontingent wird umgehend zur Versteigerung ausgeschrieben. Geplant ist,  ab Anfang März 2021 zu importieren. «Die Importmenge ist im Vergleich zum Verbrauch relativ gering: Rechnet man mit einem Jahresverbrauch von 40’000 Tonnen Butter, reichen die 1’500 Tonnen für den Bedarf von weniger als zwei Wochen», heisst es weiter.

Folgende weitere Gesuche?

Doch die Branche geht wohl nicht davon aus, dass es bei den 1500 Tonnen bleiben wird. Die von BO Butter hat die BO Milch eingesetzte Kommission will in 2 bis 3 Monaten die Situation neu analysieren. «Möglich sind weitere Gesuche um Erhöhung des Teilzollkontingents Butter, falls die Situation auf dem Milchmarkt weiterhin angespannt bleibt», schreibt das BLW. 

Gemäss der Kommission hat das frühe Importgesuch den Vorteil, die Importbutter möglichst über das ganze Jahr verteilt ausserhalb «der starken Schweizer Marke «Die Butter» im Handel zu platzieren.»

16 Responses

  1. Wo sind die Butterberge geblieben? Ich glaube das Volk bekommt langsam Hunger. Gut so, nur weiter mit der linken und grünen Politik. So werden die Probleme weniger, denn wer Hunger hat, der hat nur ein Problem.

    1. Hunger des Volkes wäre ein Geschenk für uns Bauern. Leider geht dieser Traum (bei uns) nicht in Erfüllung.
      Die hoch effiziente Welt-Logistik, unsere sehr hohe Kaufkraft und unsere hohen Devisenreserven sind unser Spielverderber.
      Übrigens: der stark erhöhte Butterbedarf ist nicht auf Mehrkonsum, sondern auf fehlende Einkaufsmöglichkeit jenseits der Grenze zurückzuführen. In „normalen“ Jahren lädt der sehr hohe Preisunterschied zum Einkaufstourismus von Butter ein.

    2. @ Analyst : totaler Blöd – und Schwachsinn ! Wer sitzt den bei der SMP,BMO ,Cremo etc. in den Chef-und Führungsetagen ??? etwa Linke und Grüne? – wohl kaum! Aber Hauptsache den Anderen die Schuld in die Schuhe schieben. Stupid draufhauen das kann man (n) und bei den nächsten Wahlen dieselben Verzocker wieder wählen. Top !!!

  2. Ich glaube nicht, dass corona an allem schuld ist. Wie viele bauern haben mit der milchproduktion aufgehört? Da die milch keinen ertrag gibt? Jetzt hat es zuwenig…..

  3. Mann wird nur angelogen zu viel Butter das war schon lange nicht mehr der fall, jetzt gebt endlich für die milch etwas mehr sonst hören noch mehr auf zu melken ,und macht den jungen Bauern nicht den verleiden. so viel junge wollen Bauern werden last sie über leben .

    1. Unsere Grossferteiler die wollen nur das, dass es weniger Milch produziert wird, so können sie noch mehr vom Ausland günstig Importieren. Es hat schon viele Jungen wo Bauer werden wollen, aber nicht Melken! Bei uns auf jeden Fall.

  4. Wann hören wir Bauern endlich auf zu jammern?! Wir brauchen in Zukunft noch besser wirtschaftende Betriebe und nicht nur DZ Bezieher. Der Import von Milch und Butter haben wir uns selber zuzuschreiben.

    1. Schnauze tief Robi-Bauer. Ich jammere nicht, muss aber dafür arbeiten und bin nicht nur am Handy am Daten auswerten. Schauen wir wer den längeren Atem hat, Digitalisierungs Träumer oder echte Bauern bei denen Augen und Hände noch was von Kühen verstehen….

    2. Ach, man will keine DZ-Bezüger, aber kostendeckende Preise bezahlt man auch nicht? Ständig jammern, wie arm die Kühe angeblich seien, aber noch mehr Wirtschaftlichkeit verlangen? Widersprüchlicher geht’s nun wirklich nicht mehr

  5. Einfach wieder zurück zur Normalität. Wir kommen auch gut mit weniger Butter aus. Wir müssen die Arbeit unserer Bauern unterstützen und fördern. Ich bin überzeugt, wir benötigen keine Butter aus dem Ausland.

  6. Butter wird importiert, Milchpreis wird nicht mehr gross steigen.
    Noch 2 Monate dann wird der Melkstuhl an den Nagel gehängt.

    1. Was machst du dann nach der Einstellung der Milchproduktion? Hörst du ganz auf mit der Landwirtschaft? Oder betreibst du dann Mutterkuhhaltung oder Aufzucht. Das gibt ja noch weniger Geld als Milch.

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