Freitag, 3. Februar 2023
25.01.2023 06:36
Biolandbau

EU: Bio-Fläche in 10 Jahren um die Hälfte ausgedehnt

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Von: AgE

Der Anteil der biologisch bewirtschafteten Agrarflächen ist in der Europäischen Union im Zeitraum von 2012 bis 2020 um mehr als 50 % gestiegen. Dies geht aus einem in der vorigen Woche veröffentlichten Bericht der EU-Kommission hervor. 

Demzufolge wurden 2020 insgesamt 9,1 % der landwirtschaftlichen Fläche in der EU-27 nach biologischen Kriterien bestellt. Im Jahr 2012 hatte dieser Anteil erst bei 5,9 % gelegen. Die EU-Länder mit der grössten biologisch bewirtschafteten Fläche sind Frankreich, Spanien, Italien und Deutschland.

Dem Kommissionsreport zufolge entfielen auf diese vier Länder im Jahr 2012 zusammen 52 % der gesamten Bioanbaufläche in der EU, acht Jahre später rund 59 %. Dauergrünland machte mit 42 % den grössten Teil der biologisch bewirtschafteten Flächen aus, gefolgt von Grünfutter mit 17 %, Getreide mit 16 % sowie Dauerkulturen wie Obst, Oliven und Wein mit insgesamt 11 %.

Deutlich dem Anbau von Pflanzen hinkt die biologische Nutztierhaltung hinterher. Trotz erheblicher relativer Zuwächse weist die Kommission darauf hin, dass der Anteil derselben am gesamten Viehhaltungssektor in der EU immer noch vergleichsweise gering sei und je nach Sektor im Jahr 2020 zwischen lediglich 1 % und 7 % betragen habe.

Kaum Bioschweine und -geflügel

Genau 6,0 % des Rinderbestands und 7,2 % der Schaf- und Ziegenherden wurden 2020 gemäss biologischen Vorgaben gehalten. Deutlich niedriger lagen die Anteile bei Geflügel und Schweinen. Hier stammten im Berichtsjahr lediglich 3,6 % beziehungsweise 1,0 % der Tiere aus biologischer Erzeugung.

Wie aus Daten für das Millenniumsjahr weiter hervorgeht, haben seinerzeit 2,7 % aller EU-Agrarbetriebe über Flächen beziehungsweise Tierbestände verfügt, die vollständig biologisch bewirtschaftet beziehungsweise gehalten wurden, oder sich in der Umstellung hierzu befanden.

Weitere 0,9 % der Betriebe produzierten laut Brüsseler der Kommission zumindest teilweise biologisch. Insgesamt wurden 2020 somit 3,6 % der landwirtschaftlichen Unternehmen in der EU biologisch oder teilweise biologisch betrieben.

Biobetriebe im EU-Schnitt grösser

Dabei fiel dieser Anteil nach den Angaben der Kommission von Land zu Land jedoch sehr unterschiedlich aus. Am höchsten war er mit 22 % in Österreich, 18 % in Tschechien und 16 % in Estland. In Frankreich und Finnland lag der Anteil im Jahr 2020 bei jeweils 11 %. Dagegen kamen die biologisch wirtschaftenden Betriebe in Ungarn, Irland, Lettland, Polen, Portugal und Rumänien im Jahr 2020 der Brüsseler Behörde zufolge auf einen Anteil von höchstens 1 %.

Die irische Regierung hatte allerdings kürzlich berichtete, dass landesweit zuletzt 2,5 % der landwirtschaftlichen Fläche biologisch bewirtschaftet werde. Die Daten der Kommission zeigen auch, dass in den meisten Mitgliedstaaten die biologischen Betriebe grösser sind als die konventionellen.

Litauen, Portugal und Slowakei am unterschiedlichsten

Die stärksten Unterschiede finden sich dazu in Litauen, Portugal und der Slowakei. Dort waren die Biobetriebe im Jahr 2020 im Durchschnitt vier bis sieben Mal grösser als ihre konventionellen Pendants.

In Deutschland und Irland sind die biologischen und konventionell aufgestellten Unternehmen im Mittel in etwa gleich gross. Dagegen sind die Biobetriebe in Bulgarien, Tschechien sowie Frankreich und Luxemburg um 20 % bis 40 % kleiner. 

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