Donnerstag, 8. Dezember 2022
06.10.2022 08:55
Neuseeland

Hier wird der Viehexport per Schiff verboten

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: AgE

Der Lebendexport von landwirtschaftlichen Nutztieren per Schiff wird in Neuseeland im kommenden Jahr untersagt. Wie das neuseeländische Landwirtschaftsministerium am 28. September 2022 mitteilte, ist ein entsprechendes Gesetz vom Parlament verabschiedet worden.  

Ab dem 30. April 2023 ist dann nur noch die Lebendausfuhr mit dem Flugzeug erlaubt, wobei dies lediglich im begrenzten Rahmen für Zuchttiere in Anspruch genommen werden dürfte.

Hohe Tierschutzstandards einhalten

Laut Landwirtschaftsminister Damien O’Connor sichert diese Entscheidung «unsere wirtschaftliche Sicherheit in einer Zeit, in der die Konsumenten immer genauer auf die Produktionspraktiken achten. Es gelte, den guten Ruf Neuseelands für hohe Tierschutzstandards Rechnung zu tragen.»

Den Stein ins Rollen für ein solches Verbot brachten mehrfache Tierschutzprobleme auf Transportschiffen und insbesondere der Untergang der «Gulf Livestock 1» auf dem Weg nach China im Jahr 2020, bei dem 41 Besatzungsmitglieder und fast 6’000 Rinder ums Leben kamen. Es wurde von der Regierung eine Untersuchungskommission eingerichtet, die in ihrem Abschlussbericht vor einem Jahr bereits ein Auslaufen der Lebendexporte empfahl.

134’720 Rinder im 2021

Betroffen davon sind Färsen und Nutzkühe, die vor allem nach China geliefert werden. Die Lebendausfuhr von Schafen, Ziegen und Schlachtrindern ist bereits ausgesetzt. O’Connor betonte, dass in den letzten Jahren Tierschutzverbesserungen beim Seetransport erreicht worden seien, doch würden die langen Reisezeiten zu den Märkten der nördlichen Hemisphäre immer eine Herausforderung bleiben.

«Die Auswirkungen des Exportverbots werden im Vergleich zu den Gesamtausfuhren des Primärsektors gering sein», erklärte O`Connor. Im vergangenen Jahr seien 134’720 Rinder auf dem Seeweg ausgeführt worden. Die dabei erzielten Einnahmen hätten sich auf etwa 0,6 % der gesamten Exporterlöse des Sektors belaufen. Das Verbot wurde von der Grünen Partei und Tierschützern begrüsst. «Dies hätte aber früher kommen sollen», so die tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen, Chlöe Swarbrick.

Die oppositionelle Nationalpartei lehnte das Gesetz hingegen ab und bezeichnete es als «unverhältnismässige» und «ideologische» Reaktion auf den tragischen Untergang der Gulf Livestock 1. Die Partei befürchtet, dass die Beendigung des Lebendexports die Branche bis zu 472 Mio. NZ$ (265 Mio. Fr.) kosten könnte.

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Bundeshaus in Bern.Monika Gerlach Die Zusammensetzung des neuen Bundesrates könnte laut dem Politologen Patrick Emmenegger dazu führen, dass bei der Liberalisierung der Landwirtschaft auf die Bremse getreten werde.  Er führt…

Politik & Wirtschaft

Die Schweiz bezeichnet Ueli Maurer als «einzigartig» und als «Spezialfall».zvg «In der Freiheit liegt das Geheimnis unseres Staates»: Der scheidende Bundesrat Ueli Maurer hat in seiner Abschiedsrede an die Vereinigte…

Politik & Wirtschaft

Albert Rösti ist auf einem Bauernhof in Kandersteg aufgewachsen.Daniel Salzmann Am Mittwoch wurden Elisabeth Baume-Schneider (SP) und Albert Rösti in die Landesregierung gewählt. Vermutlich am Donnerstag wird klar sein, wie…

Politik & Wirtschaft

Seit 1848 wurden bisher 121 Personen in die Landesregierung gewählt.Monika Gerlach Elisabeth Baume-Schneider ist die zehnte Frau im Bundesrat und Albert Rösti der 111. Mann. Nur gut ein Jahr lang…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE