Montag, 17. Mai 2021
04.05.2021 11:06
Klimawandel 

Mit «Carbon Farming» gegen Klimawandel

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Von: AgE

Die Europäische Kommission hat ihre Pläne zum «Carbon Farming» skizziert. Ziel sei es, die Speicherung von Kohlenstoff als neues «grünes» Geschäftsmodell zu etablieren, mit dem Akteure der Bioökonomie auf Basis von Klimaleistungen ein Einkommen generieren könnten, erklärte die Behörde in der vergangenen Woche. 

Der geschäftsführende Vizepräsident der Kommission, Frans Timmermans, betonte, der Kampf gegen den Klimawandel müsse sich zuallererst auf eine Verringerung der Emissionen konzentrieren. Gleichzeitig müssten natürliche CO2-Speicher wiederhergestellt und geschützt werden, um Kohlenstoff aus der Atmosphäre in Böden und Wäldern zu fixieren, sagte er anlässlich der Präsentation einer Studie, die den Grundstein für die Förderung von landwirtschaftlichen Aktivitäten zur Speicherung von Kohlenstoff, vornehmlich im Boden, legen soll.

Auf diese Weise könnten die neuen Ökoregelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie privatwirtschaftliche Instrumente landwirtschaftliche Produktionsmethoden fördern, die den Kampf gegen die Klimakrise und den Artenschwund unterstützten.

Signifikant im Kampf gegen Klimawandel

Der Studie zufolge kann die Kohlenstoffspeicherung in der Landwirtschaft einen signifikanten Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel leisten. Begonnen werden soll demnach mit Pilotprojekten auf lokaler oder regionaler Ebene, um Erfahrungen zur Ausweitung der landwirtschaftlichen Speicherung zu sammeln.

Von der Studie verspricht sich Brüssel in diesem Zusammenhang eine Orientierungshilfe für alle potentiellen Akteure. Als zentrale Ansatzpunkte werden neben der Wiederherstellung und Wiedervernässung von Torfmooren Agroforstsysteme, die Speicherung von Kohlenstoff in mineralischen Böden, die Bewirtschaftung von Grünland und die Tierproduktion gesehen.

Förderung durch Erste und Zweite Säule

Bewirtschaftete Moore sind der Studie zufolge derzeit für die Emission von jährlich 2 Mrd t CO2 verantwortlich; das entspricht fast 5 % des gesamten Ausstosses der globalen Bevölkerung. Es handele sich um einen vielversprechenden Ansatzpunkt, da das Einsparpotential pro Hektar sehr hoch sei.

In der abgelaufenen Förderperiode der GAP seien entsprechende Programme der Mitgliedstaaten allerdings unter anderem dadurch ausgebremst worden, dass der Anspruch auf Direktzahlungen mit der Wiedervernässung verlorengehen könne.

Agroforstsysteme

Daher sollte im Rahmen der Reform dafür Sorge getragen werden, das die betreffenden Flächen durch die Erste und die Zweite Säule unterstützt werden könnten. Für den Einsatz von Agroforstsystemen bieten sich der Studie zufolge zwei Ansätze an: entweder über die Lebensmittelkette, etwa durch die Unterstützung eines Unternehmens, oder durch Zertifikate, die der Landbewirtschafter verkaufen könne. Auch in diesem Zusammenhang verspricht sich die EU-Kommission von einer Förderung durch beide Säulen der GAP wichtige Anreize. 

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3 Responses

  1. Jetzt wo die Bauern die schönen Umverlagerungs-Staatskässeli nicht mehr mit der KEV (PV auf den grossen Scheunen- und Stalldächern) abzocken können, haben sie die neue Zock-Masche des „Carbon Farming“ erfunden.

    Obschon die Landwirtschaft am freien Markt nicht innovativ ist, muss man ihr eines lassen: Im Abzocken von Staatskäselis ist sie sehr innovativ.

    1. Fritz (oder Franz): du schreibst sehr aggressiv gegen die Bauern. Das kannst du nur wagen, weil du anonym bleibst. Du solltest bei dir beginnen, statt die Fehler bei andern zu suchen. Gemäss deinen Worten in einem andern Kommentar willst du 5 x Ja stimmen. Wenn du gegen die Beraubung der Bevölkerung durch das CO2-Gesetz bist, dann solltest du das CO2-Gesetz eben auch ablehnen.
      Daher: 5 x NEIN am 13. Juni.

    2. Erwischt! Da weiss aber einer ganz genau wie es läuft! Immer voll drauf hauen, dass macht Freude… Leider fehlt von Ihm aber noch ein klare Ansatz wie es besser gemacht werden könnte. Somit reicht es wohl nicht in die Top Ten der Klügsten in diesem Land. Aber zum selbsternannten Experten im Fachgebiet „Landwirtschaft“ reicht dann wohl doch noch. Schade, dass es davon schon mehr als genug gibt!

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