Mittwoch, 21. April 2021
05.03.2021 12:55
Bio

Russland: Biolebensmittel meist gefälscht

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Von: AgE

In Russland sollen bis zu 80% der Biolebensmittel in den Geschäften des Detailhandels gefälscht sein. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Roskachestvo, einem unabhängigen Unternehmen, das die Qualität der Waren in Russland untersucht.

Die Prüfer weisen darauf hin, dass bei importierten Produkten mit europäischen Biozertifikaten deutlich weniger betrogen werde. Beanstandungen gebe es hier nur bei 3% bis 5% der Waren.

Echtheit stösst auf wenig Interesse

Der Grossteil der Fälschungen sei auf die einheimischen Hersteller zurückzuführen, obwohl die Biokennzeichnung in Russland seit Anfang 2020 gesetzlich geregelt sei. Laut dem Exekutivdirektor des nationalen Bioverbandes, Oleg Mironenko, soll die unzureichende staatliche Aufsicht der Grund für dieses Problem sein.

Tatsächlich interessiere sich niemand, ausser einigen Detailhandelsketten, tatsächlich für die Echtheit der Produkte. Es gebe eine ganze Reihe von Organisationen, die bereit seien, Ökozertifikate gegen eine Gebühr zu fälschen. Das Gesetz über den biologischen Landbau war im Januar 2020 in Russland in Kraft getreten, wird jedoch nicht richtig durchgesetzt.

Das russische Landwirtschaftsministerium hat noch nicht festgelegt, welche Stelle für die Überwachung verantwortlich sein und wie dies umgesetzt werden soll, Behörden streiten sich um die Zuständigkeit. Einige Hersteller verwenden beispielsweise Biolabel in englischer Sprache und bezeichnen ihre Produkte als «organic», obwohl gesetzlich die Verpflichtung zur Verwendung der russischen Sprache auf dem Etikett festgelegt ist.

Grosses Potenzial

Für Hersteller soll es möglich sein, ein Ökozertifikat von nicht offiziell akkreditierten Zertifizierungsunternehmen innerhalb von zwei bis drei Tagen zu bekommen. Die Kosten dafür belaufen sich auf umgerechnet 139 Euro bis 5’028 Euro (154 bis 5’585 Fr.).  Nach dem Inkrafttreten des Gesetzes
über Biolebensmittel hatten Marktexperten zunächst festgestellt, dass die Menge gefälschter Produkte sank. Ab Mitte 2020 bis heute begann sich die Situation jedoch wieder zu verschlechtern.

Der Umsatz des Biomarktes in Russland belief sich 2018 auf 160 Mio. Euro (178 Mio. Fr.). Expertenschätzungen zufolge liegt das Gesamtpotential in der Zukunft bei 3 Mrd. Euro bis 5 Mrd. Euro (3,3 bis 5,56 Mrd. Fr.). In den nächsten sechs Jahren wird erwartet, dass 15 % bis 25 % der Bevölkerung Bioprodukte kaufen; die potentielle Bioanbaufläche in Russland wird auf etwa 12 Mio. ha geschätzt.

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One Response

  1. Russlandf-bashing? In Italien wird nicht gefälscht? Und in Südamerika auch nicht??? Fazit: je weiter von der Schweiz entfernt, desto fragwürdiger wirds. Und sogar in der Schweiz könnte ohne grössere Probleme gefälscht werden. Die CH-Hoffnung liegt einzig darin, dass die vormals gewinnorientierten Umsteller auf den echten Bio-Geschmack kommen – wenn sie nach ihrer Ausbildung noch ausserhalb des Geldbeutels denken können!

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