Montag, 5. Dezember 2022
19.04.2022 09:14
Polen

Ukraine-Krieg sorgt für Apfelschwemme

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Von: AgE

Polens Obstbauern droht eine Wiederholung der ersten Sanktionen gegen Russland in den Jahren 2014 und 2015. Damals war den Apfelerzeugern mit dem EU-Embargo gegen Moskau auf einen Schlag der wichtigste Abnehmer im Ausland weggebrochen. 

Die Folge waren erhebliche Überschüsse und ein drastischer Preisrückgang, der viele Branchenbetriebe in wirtschaftliche Not stürzte.

Im Zuge der in den vergangenen Wochen nochmals verschärften Sanktionen gegen Russland sowie Weissrussland, aber auch durch die Kriegshandlungen in der Ukraine ist Polen nun nach Angaben von Landwirtschaftsminister Henryk Kowalczyk erneut in eine unerwartete Überschusssituation bei Tafeläpfeln hineingerutscht. Der Minister schätzte die Menge, die ansonsten in Richtung Osten abgesetzt worden wäre, am 5. April 2022 auf bis zu 500’000 t. Das würde immerhin etwa einem Achtel der Jahresernte entsprechen.

Die gesamten polnischen Ausfuhren an frischen Äpfeln hatten in früheren Jahren bei mehr als 1 Mio. t pro Jahr gelegen. Allein Russland hatte vor den ersten EU-Sanktionen rund 700’000 t Tafeläpfel importiert. Nach dem Embargo war Weissrussland zeitweise zum wichtigsten Abnehmer polnischer Äpfel aufgestiegen.

Um den heimischen Obstbau zu stabilisieren, will die Regierung in Warschau dem Obstsektor nun möglicherweise bis zu 43 Mio. Euro (43,9 Mio. Fr.) an Nothilfen bereitstellen. Kowalczyk erwägt Medienberichten zufolge zudem ein staatliches Aufkaufprogramm für die überschüssigen Mengen. Diese würden dann zu Konzentrat verarbeitet und wären damit länger lagerfähig.

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2 Responses

  1. Das ist wieder mal ziemlich dämonisch verdreht, wie es rüberkommt. „Der Krieg (den ja die Russen angefangen haben) ist Schuld an….“ Nein, die vom Westen verhängten Sanktionen sind Schuld. Das muss man mal klarstellen. Es wurden damals ja auch keine Sanktionen gegen die USA verhängt, als diese Afganistan, Irak, Jemen, Syrien, Lybien, etc. bombardierten. Die Doppelmoral des Westens ist unerträglich.

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