Donnerstag, 4. März 2021
17.01.2021 06:00
Milch

Käserei will billige Milch importieren

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Von: hal

Milch ist gefragt. Von einem Milchmangel ist aber nicht die Rede. Trotzdem will ein Käser Frischmilch importieren und damit Halbhartkäse für den deutschen Markt herstellen. Das stösst den Schweizer Milchproduzenten (SMP) sauer auf.

Viele Onlineleser waren empört, als sie auf dem Onlineportal schweizerbauer.ch erfuhren, dass eine St. Galler Käserei den Import von drei Millionen Kilo Frischmilch aus Deutschland im aktiven Veredelungsverkehr beantragt hat. «Wenn man faire Preise bezahlen würde, hätte es genug Milch», oder «Es ist alles daranzusetzen, dass kein einziger Liter Frischmilch aus Deutschland oder anderswo in unser Land importiert wird», lauteten die Kommentare der Leser.

Zwar bekommen die Milchproduzenten leicht steigende Preise zu spüren. Denn Milch ist gefragter Rohstoff. Bei den Zentralschweizer Milchproduzenten beispielsweise stieg der Basispreis per 1. Januar 2021 um 1,5 Rappen auf 57 Rappen pro Liter Milch an und erreicht damit den höchsten Wert seit sechs Jahren.

Import für Käseproduktion

Sobald also Milch nicht mehr im Überfluss vorhanden ist, suchen Milchverarbeiter nach Wegen, um an günstigere Rohstoffe zu gelangen. Importgesuche im Rahmen des aktiven Veredelungsverkehr sind zwar nichts Neues. Neu ist aber, dass Frischmilch für die Herstellung von Halbhartkäse für den deutschen Markt importiert werden soll, so wie es die St. Galler Käserei Imlig aus Oberriet beantragt, obschon sie sich im Firmenporträt die Schweizer Milch auf die Fahne schreibt. «Wir sind ein Schweizer Unternehmen und verarbeiten ausschliesslich Schweizer Milchrohstoff», ist auf der Website der Käserei Imlig zu lesen.

«Eine Zulassung würde eine Aufweichung des Grenzschutzes für den Milchmarkt bedeuten», hält Reto Burkhardt, Sprecher bei den Schweizer Milchproduzenten (SMP), auf Anfrage fest. Obschon dieser Halbhartkäse im Verkaufsregal im Ausland nicht das Schweizer Kreuz wird tragen dürfen, wird er Swissness-Produkte konkurrenzieren. Daran stören sich die SMP sehr. Es könne nicht sein, dass einerseits Schweizer Käsemarketing durch die Branche und den Bund gefördert werde und andererseits dies durch die Bewilligung eines solchen Veredelungsverkehrs wieder untergraben würde, betont Burkhardt. Die SMP wehren sich gegen dieses Importgesuch, indem sie es in einer Stellungnahme deutlich abgelehnt haben. Entscheiden wird die Zollverwaltung.

Kein Milchmangel

Bei einem branchenüblichen Milchpreis ist die Milchmenge in der Schweiz zur Verkäsung verfügbar. Es könne nicht von einem Milchmangel die Rede sein, so Burkhardt. Wenn auch für die Käseproduktion der Veredelungsverkehr erlaubt wird, untergrabe das die aktuellen Bemühungen der gesamten Branche, mehr Wertschöpfung zu generieren. Es dürfe nicht sein, dass über den Veredelungsverkehr sofort wieder Druck auf den Milchpreis entsteht, sobald bei einem einzelnen Anbieter etwas weniger Milch vorhanden ist und normale Marktmechanismen zum Tragen kommen sollten.

Urs Imlig, Geschäftsführer der Käserei Imlig, wollte auf Anfrage des «Schweizer Bauer» keine Stellung zum Importgesuch nehmen.

Aktiver und passiver Veredelungsverkehr

Beim aktiven Veredelungsverkehr wird ein Rohstoff, zum Beispiel Milch, Butter, Milchpulver, importiert und beispielsweise zu Backwaren weiterverarbeitet, um ihn wieder in verarbeiteter Form zu exportieren. Ein Hauptziel des aktiven Veredelungsverkehrs ist es, die Auslastung inländischer Produktionsstätten sicherzustellen, ohne sie dabei mit Zöllen oder Verbrauchssteuern zu belasten, wenn das finale Produkt ohnehin für ausländische Märkte vorgesehen ist. Dieser Verkehr ist bewilligungspflichtig. Es gilt das Informationsverfahren. Das heisst, dass die betroffenen Organisationen lediglich informiert werden und nicht in jedem Fall Stellung beziehen können. Beim passiven Veredelungsverkehr wird ein Rohstoff exportiert, verarbeitet und wieder importiert. hal

55 Responses

  1. Ein schwieriges Thema. Ehrlicherweise muss man sich auch die Frage gefallen lassen: ist Rauhfutter.- und Kraftfutterimport für unsere Milchproduktion nicht auch „Veredelungsverkehr“ ??
    Also, bevor man mit scharfem Geschütz auf unsere nachgelagerten Betriebe schiesst muss man halt auch mal die Realität vor Augen halten.

  2. Dieser St. Galler soll mit der Firma nach Deutschland auswandern. Die CH und unsere Bauern sind im weniger Wert als Geld und Provit. In D jammern die Bauern auch wegen zu billigem Milchpreis.

  3. Ich verstehe den Immlig, aber ich verstehe auch den Frust umd die empöhrung bei der SMP, in der Befölkerung und bei unseren Landwirten. Drotzdem muss Man sich Hinterfragen für was die Behörden und Ämter alles für Geld, Unmengen von Unserem Geld aus dem Volk, ausgeben damit die Grosskonzerne unmengen an Zeug Importieren und vorallem auch noch Futter für unsere Nutztierhaltungen! Dann ist das was der Immlig macht nur ein dropfen auf den eh schon zu heissen Stein!

    1. Es soll Käse für den deutschen Markt hergestellt werden. Es entscheidet demzufolge der deutsche Konsument ob er diesen Käse kaufen will oder nicht.

    2. Na ja. Der Schweizer Steuerzahler soll lieber zur Milchsubvention Noch Exportsubvention für den Käse bezahlen für der von den Milchbauern zu viel produziert Milch. Denn dass die Bauern lieber die Milch für Käse herstellen ist klar. Denn dafür kassieren die mehr Geld.
      Komisch, dass die Milch verarbeitet in Deutschland weniger kostet als der Milchbauer in der Schweiz erhält. Und dann wird noch gejammert.

  4. Kohle, Kohle Kohle! Wieso kann nicht ein vernünftiger Milchliterpreis ausgemacht werden!
    Mittlerweile kenne ich so viele Betriebe welche die Segel strecken mussten respektiefe die Ställe
    Schließen mussten.

    1. Wieso mussten? Ich habe einige Berufskollegen die aus der Milchproduktion ausgestiegen sind, und zwar freiwillig… aus eigenen Stücken! Soviel ich weiss muss niemand Milchproduzieren… oder bin ich da falsch informiert?

  5. Das Wichtigste:
    Alle Milchproduzenten sollen alle Personen die sich mit Milch beschäftigen ( Po Vorstände, SMP Delegierte, SMP- und Bauernverbandspräsident und vernünftige Politiker) anrufen und über den für die Milchbauern schädlichen Milchimport sprechen!⁷

  6. Unsere Landwirtschaftspolitik in Bern
    versagt wieder einmal mehr. Diejenige in Bern
    haben nicht genug bis die Landwirtschaft
    komplett am Boden ist.

  7. Er produziert mit der Milch Nicht für den Schweizer Markt!! Darf den Käse nicht mit Schweizer Logo versehen und wenn es so ist das zb Real oder Edeka ihn gefragt haben nur für sie eine Sorte zu produzieren weil er einen guten Ruf auch im Ausland genießt?? Würde mich auch nicht hinstellen und zu was Stellung nehmen das nicht Spruchreif ist .negativ seits doch eh schon mehr als genug nach swissnes schrein aber selbst im Ausland einkaufen

    1. Das Schweizer Logo rutscht dann aufs Versehen drauf…
      Oder er schreibt drauf aus Schweizer Produktion und konkuriert damit echten Schweizer Käse.

  8. Dieses Geschrei ist doch eine himmeltraurige Verblendung!
    Wir Bauern produzieren mit ausländischen Futtermitteln, Maschinen, Genetik, Pfs, Dünger, Arbeitskr. und nennen es dann „Qualité Suisse“.
    Wenn ein rationell arbeitender Verarbeiter mit ausländischen Rohstoffen für den ausländischen Markt produziert, soll das dann schlecht sein.
    Der Hilfsstoff-Import-Unsinn der Landwirtschaft wird dann noch mit „Erhaltung der Arbeitskräfte“ begründet.
    Was macht Züger dann anders als Arbeitskräfte erhalten?

  9. Die dümmsten Bauern haben die grössten Kartoffeln… und wer hat den billigsten Käse?
    Da geht es am Schluss nur noch um’s Schweizer Kreuz auf dem Käseoder wenigstens um „In der Schweiz hergestellt“. Der Vorwand, dass damit die vorhandenen Anlagen besser ausgelasstet und Arbeitsplätze erhalten werden können, ist über kurz oder lang nur Augenwischerei!
    Den Preis dafür werden die Schweizer Milchproduzenten bezahlen! 🙁

    1. Ums Geld geht es auch bei Corona (Impfungen)
      Übrigends im K-Tipp (1 2021) steht:
      Grippe war für Ältere immer eine Gefahr.
      Todesfälle sind fast gleich hoch wie andere Jahre.
      Und ich sage Euch, Grippe gibt es komischerwise nicht mehr.nur noch das Wort mit C.
      Merkt Ihr was?

  10. Warum will man dieser Käserei den Import für die Veredelung verbieten? Man sollte stolz sein, dass es diese Käserei schafft mit Schweizer Löhnen diese Veredelung zu machen! Dies senkt die Anlagekosten da diese Ausgelastet werden können! Schweizer Milch ist nicht für den Export und dies sollte verboten werden! Hingegen darf nicht Ausländische Butter oder dergleichen importiert werden! Besser wäre die Milch auf dem hiesigen Markt absetzen zu einem guten Preis, als diese im Ausland zu verramschen!

      1. Diese Sauerei sollte endlich aufhören und drastische Zölle auch auf verarbeiteten Produkte müssen diesem Unheil ein ende Bereiten! Genau gleich der Brotmarkt! Hier werden Tausende Tonnen Weizen über die Grenze geschmuggelt die den Hiesigen Getreidepreis in den Keller fallen lassen!

    1. Auch ich verstehe diese Aufregung nicht. Grosse Teile der Schw. Wirtschaft leben vom Veredelungsverkehr.
      Deren Wertschöpfungskette baut auf Vorleistungen aus dem EU-Ausland. Pharma, Maschinen, Schienenfz. usw. die sie zum erheblichen Teil wieder exportieren
      Käser Imlig plant nichts anderes als in das selbe Geschäftsmodell einzusteigen wie unsere Direktzahlungsfinanzierer.
      Störender ist, dass aus Erzeugnissen von Import Rauh- und Kraftfutter Schweizer Milch, Fleisch und Eier deklariert wird.

      1. Ganz genau so sehe ich das auch! Jede andere Industrie macht dies auch! Warum sollte dies einem Käser verwehrt bleiben? Solange die Endprodukte wieder exportiert werden tangiert es den Schweizer Milchmarkt nicht im geringsten und Senkt die Verarbeitungskosten!
        Mit günstigem Futter wird günstige Milch produziert die dann noch günstiger verkauft wird! Hier wird auch Wertschöpfung vernichtet durch die Bauern selber! Besser weniger Milch Produzieren und zu einem guten Preis verkaufen!

  11. Mit diesem Argument kann man auch die CH Zuckerproduktion schönreden. Ad absurdum geführt, braucht es dann eigentlich gar keine CH Rohstoffe mehr (grüner Wunschtraum).
    Könnte mir gut vorstellen, dass er weniger für die Milch bezahlen muss als ein deutscher Käser (EU Exportsubvention?).

  12. Diese Sauerei sollte endlich aufhören und drastische Zölle auch auf verarbeiteten Produkte müssen diesem Unheil ein ende Bereiten! Genau gleich der Brotmarkt! Hier werden Tausende Tonnen Weizen über die Grenze geschmuggelt die den Hiesigen Getreidepreis in den Keller fallen lassen!

  13. Also dieses Geschrei hier ist doch wirklich unter aller Sau! Die meisten der vorherigen Schreiber kaufen sich jetzt im Winter frische Tomaten, Äpfel, Kiwis, Heidelbeeren, Birnen und Erdbeeren, und es stört sie nicht im Geringsten, dass diese Früchte aus Spanien, Afrika oder Israel importiert werden, während beim Bauern im Dorf das Obst harassenweise verfault! Aber über einen Milchverarbeiter herziehen, den sie vorher nicht einmal kannten! Wäh!!! ?

  14. Zuerst mit deutscher Milch für den deutschen Markt produzieren.
    Und schon ist alles vorgespurt, dass unsere „Geiz ist geil – und Provit um jeden Preis noch geiler“ -Grossisten den Umweg über DE sparen, und den deutscher Käse, produziert in der Schweiz, im schweizer Grosshandel verkaufen!

    Seit achtsam und wehrt euch, das wäre der nächste Schritt zum Untergang.

  15. Stopp, jetzt sollen auch die Verarbeiter die Strukturen anpassen oder eben Anreize schaffen damit wieder mehr produziert wird. Die Zeche, ein Bauer der mal aufhörte zu melken wird nicht mehr beginnen – der Aufwand für die Milchproduktion ist zu gross wenn er mal merkte dass es ohne melken einfacher geht. Also, lieber Milchverarbeiter, trage Sorge zu den noch 19’000 Milchproduzenten, sonst hast du es künftig noch schwieriger!

      1. Gute Idee, nur müsstest du einen Teil der Käser davon ausschliessen! 😉
        Sobald die nämlich mal ein bisschen Freiheit haben und an der freien Marktwirtschaft schnuppern konnten, werden ihre Milchlieferanten austauschbar, auch wenn diese Bauern Besitzer der Käserei sind!

    1. Super Kommentar! Es ist doch so: Imlig kann gar nicht mit Schweizer Löhnen kostendeckend produzieren. Dazu benutzt er die CH-Milchpreise, die unter Produktionskosten gehandelt werden und finanziert seine Mitarbeiter quer. Mit den Verkäsungszulagen, die er von Nordostmilch und anderen Verbänden einstreicht, weil deren Milch nicht als Verkäsungsmilch gehandelt wird, kann er zusätzlich Mehrwert ergaunern. Und dass er die Produktionsanlagen auslasten will hat mit der Vert. des Klumpenrisikos zu tun.

  16. Wenn ich Käser wäre wurde ich das gleicht tun , die Bauern haben ja DZ. die Bürogummis in den Ämtern kann ich bestechen und Mich hat es ja zuwenig also wozu das Geschrei .

    1. Genau, machen bei Corona auch alles der EU nach.
      Wenn man nicht weis, was man machen soll, sollte man am besten nichts machen….
      Und alles wäre wieder normal….
      Es gäbe wieder einige Grippetote, wie jedes Jahr.
      Und die Menschen hätten die Freiheit wieder!

  17. Er sollte mal zuerst lernen wie man Schweizerlöhne zahlt.. Dieser Geizhals ändert sich nie, war und bleibt einer. Soll zuerst lernen wie man überhaupt ein Unternehmen führt, von Führung und Qualität keine Spur.. Sowie er die Milch aus dem Ausland importiert, stammen auch seine Arbeiter alles „Billigarbeiter“ aus verschiedenen Ländern. ( Nichts gegen Ausländer und andere Nationen.) Aber dann soll er die Leute auch anständig und würdevoll bezahlen.

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