Montag, 10. Mai 2021
23.02.2021 10:47
Landwirtschaftsinitiativen

Kleinbauern: «10 Gründe für die Pestizid-Verbots-Initiative»

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Von: blu

Im kommenden Juni wird das Stimmvolk über die Trinkwasser- und Pestizid-Verbots-Initiative befinden. Der Abstimmungskampf ist bereits lanciert. Die Kleinbauern-Vereinigung listet in einem Positionspapier auf, weshalb die Landwirtinnen und Landwirte ein Ja in die Urne legen sollen.

Am 13. Juni 2021 könnte das Stimmvolk dafür sorgen, dass es in der Landwirtschaft zu einer grossen Veränderung kommt. Denn bei einer Annahme der Trinkwasser- und die Pestizid-Verbots-Initiative müssten vielen Bauern ihren Betrieb neu ausrichten.

Schweiz würde «Bioland»

Die Pestizid-Verbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Das gilt auch bei Importen. Bei einer Annahme würde die Schweiz zu einem «Bioland».

Das Begehren wird vom Schweizer Bauernverband und vielen weiteren landwirtschaftlichen Organisationen bekämpft. Die Schweiz würde zu einem politisch erwirkten Bioland bei pflanzlichen Lebensmitteln, so der Verband. «Die Konsumentinnen und Konsumenten hätten keine Wahl mehr. Ausser sie gehen ennet der Grenze einkaufen», teilte der SBV mit.

Industrie dagegen

Für die Landwirtschaft könne eine solche Umsetzung ein Befreiungsschlag sein. Die Schweizer Produktion wäre nicht benachteiligt, weil die Importe die gleichen Anforderungen erfüllen müssen. Der SBV geht aber davon aus, dass die Umsetzung die WTO-Verpflichtungen der Schweiz verletzen würde.

Entschieden gegen die Initiativen dürfte die Lebensmittel-Industrien sein. Diese dürfte nur noch Bio-Produkte verarbeiten, da der Import von konventionellen Produkten verboten wäre.

Kleinbauern mit Ja-Kampagne

Bereits Anfang Februar hat die Kleinbauern-Vereinigung (VKMB) ihre Kampagne «Zukunft sichern, pestizidfrei produzieren» für ein Ja zur Pestizid-Verbots-Initiative vorgestellt. Für die VKMB ist ein Systemwechsel unabdingbar. «Die industrielle, auf Chemie basierende Landwirtschaft ist nicht mehr zeitgemäss», liess Regina Fuhrer-Wyss, Präsidentin der Kleinbauern-Vereinigung, in der Mitteilung zitieren. «Nur mit pestizidfreier Produktion können wir gesunde Lebensmittel, ertragreiche Böden und die nötige Biodiversität bewahren – und damit eine gesunde Schweiz der Zukunft auch für unsere Kinder», fuhr sie fort.

«Dass synthetische Pestizide mittel- bis langfristig keine Option sind, bezeugen überdies diverse resistente Unkräuter, Insekten oder Pilze, bei denen Herbizide und Fungizide nicht mehr nützen und immer neue Wirkstoffe erfordern», schrieben die Kleinbauern.

«Auch der eigene Hof profitiert»

Und nun doppeln die Kleinbauern nach. In einem Positionspapier werden 10 Punkte aufgeführt, weshalb Landwirtinnen und Landwirte für die Initiative stimmen sollen. Für Regina Fuhrer-Wyss ist klar: «Für uns als Landwirtinnen und Landwirte ist der Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Produktion nicht einfach eine Möglichkeit unter vielen, vielmehr ist er längerfristig unumgänglich.»

Eine pestizidfreie Produktion stärke die lokale Produktion. Dies wiederum breche die Marktmacht des Grosshandels auf und reduziere die Abhängigkeit von der Agrarchemie, sagt die Kleinbauern-Präsidentin.

Bei einem Ja für die Pestizid-Verbots-Initiative werden aus Sicht des VKMB die Schweizer Betriebe gestärkt. «Bei einer Annahme müssten auch Importwaren pestizidfrei produziert werden. Und es gälten endlich gleich lange Spiesse für Importwaren wie für Schweizer Produkte», hebt Wyss hervor.

Diese 10 Gründe sollen gemäss der Kleinbauern-Vereinigung die Landwirtinnen und Landwirte für ein Ja überzeugen:

1. Den Betrieb für die kommende Generation bewahren: Dank pestizidfreier Produktion können wir einen Hof mit gesundem Boden und einer intakten Umwelt an die nachfolgende Generation übergeben.  

2Marktmacht des Grosshandels aufbrechen: Ein Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Schweiz betrifft die gesamte Wertschöpfungskette. Endlich werden auch die Verarbeiter, Händler, Grossverteiler und die Endkonsumentinnen in die Pflicht genommen. Davon profitieren alle Bäuerinnen und Bauern. Unsinnige Qualitätsanforderungen oder eine intransparente Margenpolitik werden so zwangsläufig in Frage gestellt. Das bietet die Chance, ein für alle faireres System zu schaffen.  

3. Eine lokale Landwirtschaft stärken: Der Systemwechsel hin zu einer pestizidfreien Schweiz schafft gleich lange Spiesse und Chancen für uns Bäuerinnen und Bauern in der Schweiz und weltweit. Der Druck, ständig effizienter und wettbewerbsfähig zu werden und mit einer umweltschädlichen globalen Massenproduktion mitzuhalten, fällt weg, da für alle in der Schweiz verkauften Produkte die gleichen Anforderungen (pestizidfrei!) gelten.  

4. Die Abhängigkeit von Agrar- und Chemiekonzernen reduzieren: Pestizidfreie Produktion verschafft uns mehr Unabhängigkeit und spart Kosten bei der Beschaffung von Gütern der Agrochemiekonzerne. Wir holen die Wertschöpfung wieder zurück auf den Hof.  

5. Versorgungssicherheit gewährleisten: Eine pestizidfreie Produktion schützt unsere natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden und Biodiversität und ermöglicht uns, auch in Zukunft genügend Lebensmittel zu produzieren.  

6. Auf Bewährtes zurückgreifen und Innovatives fördern: Bei der Umsetzung von pestizidfreier Produktion können wir wieder stark mit unserem eigenen Wissen und der bäuerlichen Innovationskraft arbeiten und gleichzeitig die Erfahrung der Bäuerinnen und Bauern nutzen, die bereits pestizidfrei produzieren. Wir werden Teil einer selbstbestimmten und zukunftsfähigen Landwirtschaft, die auf der Basis der natürlichen Grundlagen und mit einem regen fachlichen Austausch wertvolle Lebensmittel produziert.  

7. Die eigene Gesundheit und die der Familienangehörigen und Mitarbeitenden schützen: Pestizidfreie Produktion ermöglicht uns, die Arbeit im eigenen Betrieb ohne gesundheitliche Risiken auszuführen.

8. Wissenschaft und Forschung für eine nachhaltige Landwirtschaft nutzen: Mit der Annahme der Initiative schaffen wir die Voraussetzungen für mehr Wissenschaft und Forschung zuhanden einer nachhaltigen und trotzdem ertragreichen Land- und Ernährungswirtschaft. Wenn die Praxis und die Forschung am gleichen Strick ziehen, schaffen wir einen Pestizidausstieg in 10 Jahren.  

9. Die Lebensgrundlage aller schützen: Mit pestizidfreier Produktion und damit einer gesunden Umwelt schützen wir die Lebensgrundlage für alle Menschen hierzulande und weltweit.  

10. Eine zukunftsfähige Landwirtschaft schaffen: Pestizidfreie Produktion hilft uns beim Wandel des Ernährungssystems hin zu einer natur- und menschenverträglichen Landwirtschaft und der Produktion gesunder Lebensmittel vom Hof auf den Tisch.

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46 Responses

      1. Der Grenzschutz und mafiöse Komplotte mit den Abnehmern verhindern, dass sich die CH-Biobauern dem Wettbewerb stellen müssen. Sie hoffen, da bleiben auch nach Annahme der Pestizidinitiative so.

        Ich hoffe, dass sie sich den falschen Finger verbinden. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht…..

    1. Lieber Realist
      Was ist die Alternative? Keine Veränderung und unsere Grundlage kaputtmachen hier und im Ausland?
      Wir brauchen eine naturnahe Produktion in der Schweiz und weltweit. Gewisse Instrumente gibt es bereits heute (Förderung nachhaltiger Produktion mittels Direktzahlungen, Grenzschutz) weitere müssen folgen z.B. mehr Kostenwahrheit und damit Einberechnen der Umweltkosten.

  1. Ich kleinbauer 8ha 48gve
    Finde die Initiative furchtbar da der Bauer wirklich nur noch Bewirtschafter ist und alles vorgeschrieben ist.
    Ich brauche fast keine Pestizide nur Balken spritzen.
    Aber da ich gülle abführen muss weil ich zuviel Phosphor habe muss ich wider Stickstoff Dünger zuführen das es ausgeglichen ist.
    Lieber nichts abführen dafür kein kunstdünger zuführen.
    Das sollte die Damen und Herren mal begreifen.

    1. Dasses nicht gleich weitergehen kann ist wohl den meisten bekannt, ob es aber sinvoll ist die Initiativen an zu nehmen steht im Raum und dessen Auswirkungen.Du sagst Du müsstest Dünger zu führen, wie wäre es, wenn Du deine Gülle aufbereitest, dann würdest du nicht 1/3 deines Wertvollen Stickstoffs verlieren. Dann brauchst du kein Kunstdünger zu zuführen und der Boden würde rgenrieren und sogar wieder selber Stickstoff binden können. Das beweisen bereits X Bauern die das schon so machen.

    1. Eine sichere Versorgung haben wir in Zukunft nur, wenn wir unsere Lebensgrundlage in der Schweiz und weltweit schützen. Dann wird auch der Versorgungsgrad in der Schweiz nicht kleiner als heute. Dass die Schweiz keine 100% Selbstversorgung hat, ist eine Tatsache. Optimieren kann man aber ganz klar, z.B. auch bei der Energieversorgung oder eben, wenn man sich unabhängiger macht von Pestiziden etc.

  2. Träumt weiter,
    Staatsarbeiter…. Marktmacht des Grosshandels aufbrechen ? Die Linken ünd Grünen haben stets zur Erniedrigung des Bauerenstandes gewirkt. Die sogenannten Kleinbauern haben mit dem Verrat Baumanns jede Glaubwürdigkeit verloren. Heute müsste man dieser Bande den Namen Bauern verbieten. Klein ist nur noch der Geist !

    1. Hr. Keller
      Bin keim Linker oder Grüner sondern ein ganz normaler Konsument mit weit Sicht
      der Bio Kartoffel direkt vom Bauer Kauft
      der Bio Apfel direkt vom Bauer kauft
      der Bio Mehl direkt vom Bauer kauft
      Was soll das mit solchen billigen Kommentaren
      Ohne uns Konsumenten können die Bauern auch nicht existieren.
      Schade Schade

      1. Lieber Walter Müller,
        weil ich glaube, was Sie schreiben , sage ich Danke! Danke ! Danke !
        Weil aber die meisten Leute den Preis als oberstes Qualitätsmerkmal setzen, ist der Anteil Bio dort wo er ist. Dank C19 hat sich der Biomilchmarkt zum Guten gewendet ! Um Bioabsatz zu fördern, muss der Konsument umdenken . Und nicht der Bauer mit Stalinistischen Initiativen kapput gemacht werden !!

        1. Oder eben, man schafft mehr Kostenwahrheit, das würde auch dem Absatz von nachhaltig hergestellten Produkten einen Schub verleihen.

  3. Die Marktmacht wird nicht aufgebrochen, sondern umgelagert – es wird dann die internationale Marktmacht werden. Als ob LIDL und ALdi nicht bereits längstens transnational planen. Die Schweizer Bio-Preise werden nur von den Familien der GrünWählerInnen bezahlt werden können: LehrerInnen, BeamtInnen, GutMenschInnen. Die anderen stimmen mit den Füssen ab und kaufen im Ausland ein. Das lohnt sich dann doppelt und dreifach, während die Biomarktpreise zerfallen. GrünInnen verarschen aberinternational.

    1. Diese Problematik existiert bereits heute und es gibt wohl nicht ein einfaches Rezept dagegen. Sicher aber verschiedene Ansatzpunkte, wie mehr Nähe zu den KonsumentInnen inkl. Aufklärung und auch auf Konsumseite muss angesetzt werden, damit gesunde, natürlich produzierte Produkte für alle erschwinglich bleiben.

  4. Warte bis jetzt auf eine Abnahmegarantie zu Kostendeckenden Produzentenpreisen für die Bauern welche nach der Initiative produzieren! Wenn sie doch von der Initiativdr überzeugt sind ist die Abnahmegarantie zu Kostendeckenden Produzentenpreisen kein Problem!

    1. Wer gibt Ihnen den heute eine Abnahmegarantie und kostendeckende Preise?
      Sicher aber lassen sich die Direktzahlungen so einsetzen, dass diese zum Schutz unserer natürlichen Grundlage und einer umweltschonenden Produktion ausbezahlt werden. Und mit mehr Kostenwahrheit wären nachhaltige produzierte Produkte endlich im Vorteil.

  5. Ja die Wertschöpfungskette wird es auch hart treffen, wenn viel weniger produziert werden kann. Es wird einfach viel mehr als Fertig-Produkt importiert. Der Handel wirds freuen, unsere tausende Arbeitsplätze werden das Nachsehen haben. Die Augen öffnen bevor es zu spät ist!!

    1. Es soll nicht weniger aber nachhaltig produziert werden. Heute liegen die Erträge bei Bio im Schnitt 80% der konventionellen Produktion. Hier gibt es aber noch klar Optimierungspotential. In die Bioforschung werden heute beispielsweise viel weniger Mittel gesteckt. Für die Umsetzung der Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide bleiben ausserdem 10 Jahre Zeit.

  6. Wie naiv muss man sein um zu glauben, dass des gleichen Importiert wird. Ich (Jungbauer) kann nicht verstehen wie man nur so selbstsüchtig sein kann und all unsere „Probleme“ ins Ausland verlagern will! Bestes Trinkwasser, höchste Tierwohlstandarts, gentechfreie und äusserst gesunde Lebensmittel. Anstatt dass wir einmal gemeinsam für die CH-Landwirtschaft kämpfen zerfleischen wir uns selbst????

    1. Das ist unser Ansatz: Wir wünschen uns eine offenere Diskussion, wie die Produktion in der Schweiz nachhaltiger und damit zukunftsfähig ist. Leider leisten gewisse Verbände Fundamentalopposition und klemmen jegliche Diskussion und damit innovative Entwicklung ab. Die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide erlaubt keinen Import von Lebensmitteln, welche mit synthetischen Pestiziden hergestellt wurden.

  7. WIR BAUERN haben den Auftrag unsere Bevölkerung zu ernähren! Wieso wollt Ihr Importe fördern indem wir in der Schweiz noch weniger produzieren wo wir Kontrolle haben! Wenn es an Lebensmittel mangelt spielt es keine Rolle mehr was importiert wird. Vom Ökologischen Aspekt nicht zu sprechen????‍♂️ Blumenwiesen gegen Lebensmittelimporte

    1. An diesem Auftrag oder Ziel wollen wir nichts ändern. Aber wir wollen eine Produktion die den natürlichen Grundlagen schützt und eine von Agrochemiekonzernen unabhängige Produktion. Langfristig ist nur so die Versorgung weltweit gesichert.

  8. Habe auch schon lange einen kleineren Biohof und schüttle den Kopf über den VKMB. Sie lassen sich einlullen von den falschen Versprechen der Linken und sind sowas von naiv. Es ist jetzt schon so, wenn das Inlandangebot steigt, fallen die Produzentenpreise und dies bei einem Gesamtanteil von 15%.
    Direktvermarktung ist super für jene die es machen, aber über 90% der Menschen müssen im Laden einkaufen, ist ja gar nicht machbar sonst. Drum Nein zu beiden Bauernvernichtungsinitiativen!

    1. Es läuft etwas falsch, wenn umweltschonende Bioprodukte teurer sind, als Lebensmitteln die mit negativen Auswirkungen auf unsere Umwelt hergestellt wurde. Hier muss dringend angesetzt werden mittels Kostenwahrheit. Dann sieht auch der Absatz anders aus. Aber auch mit simpleren Massnahmen lässt sich einiges an Wirkung erzielen z.B. mehr Bioprodukte in Grossküchen (Firmenmensa, Altersheime etc.). Ganz aktuell ist die Nachfrage nach Bio deutlich grösser, weil die Leute selber Einkaufen und Kochen.

  9. Ist mir persönlich auch klar dass die TWI zu weit geht, aber das was der Bauernverband macht ist auch keine lösung.
    Wie währe es eigentlich wenn man richtig aufklären würde und einen vernünftigen gegenvorschlag ausarbeiten würde?

    1. Die Kleinbauern-Vereinigung hätte einen Gegenvorschlag sehr unterstützt, leider aber wollte der Bauernverband keinen Schritt entgegenkommen. Aus unserer Sicht ganz klar eine verpasste Chance.

  10. Es wird Zeit, dass die Bauern aufhören die Bevölkerung und sich selber zu vergiften, genügend BioBauern beweisen dass es anders geht, wenn die Giftlerei weiter geht, vernichten wir uns selber, das Land wird unbebaubar, wollen wir wirklich Chinesische Verhältnisse in der schönen Schweiz !? Das Wasser ist schon genug mit Giftstoffen belastet die Krebs auslösen !
    Also ein klares mutiges JA !!!!!

    1. Liebe Deva, ich hoffe du hast Kinder. Denn diese braucht es dann, wenn sich Bauernkinder entäuscht vom Beruf Landwirt abwenden. Landwirte werden für alles Negative verantwortlich gemacht.
      Würdest du deinen Kindern diesen Beruf wünschen?

      1. Die KonsumentInnen mit denen wir sprechen, wertschätzen die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern ganz klar. Aber sie wünschen sich auch eine Landwirtschaft, die die natürliche Lebensgrundlage schützt und damit auch in Zukunft gesunde Lebensmittel produziert.

    2. Warum geht es bei der TWI nur um die Landwirtschaft? Was ist mit Sportanlagen, Grünanlagen, Golfplätzen, Privathaushalte, SBB, etc. Hier wird viel zu viel unnötig gespritzt.

      1. Die Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide fordert ein Verbot. Damit sind auch Eisenbahn, GärtnerInnen, Private und die öffentliche Hand in die Pflicht genommen. Ausserdem dürfen nur noch Lebensmittel importiert werden, welche ohne synthetische Pestizide hergestellt wurden. Die Initiative schafft gleich lange Spiesse.

    3. Es ist ja nicht so dass die konventionelle Landwirtschaft ihre Böden vergiften will.
      Wir sind ja nicht Blöd.
      Ich selber finde es schade das man die AP22+ sistiert hat (danke Ritter).
      Wir arbeiten bereits seit längerem an risikoreduktion, mit ersten Erfolgen.
      Auch machen wir nichts verbotenes. Viele Ämter müssen ihr okay geben bis ein Stoff zugelassen wird.
      Übrigens auch im Biobereich, sie dürfen sich sonst gerne mal die“Hilfsstoffliste“des Final zu Gemüte führen.
      Absenkpfad Ja, Verbote nein.

  11. Wir sind fast Alle Kleinbauern (Schluchz),meistens unter 1000ha,oder unter 100ha arm!Aber wir sind nicht kleingeistig und Dumm.Unsere Güllefässer sind Bezahlt und nicht subventioniert,Herr Baumann! Direktvermarktung ist sehr gut für den Direktvermarkter,200% Eigenlob.Grossverteiler sollten mindestens 300% Marge haben auf Lebensmittel so hätten auch die Produzenten etwas vom ganzen Kuchen,blablabla.

  12. Wenn alle Befürworter Bioprodukte regional und saisonal kaufen würden, bräuchte es die Initiative nicht. Dann würde der Markt es selber regeln.
    Aber immer nur fordern und dann billig einkaufen ist heuchlerisch.

    1. Ein verantwortungsvoller Konsum ist nicht nur einfach. Es ist durchaus angebracht, auch auf Konsumseite etwas zu steuern z.B. mehr Kostenwahrheit herstellen, damit werden Bioprodukte im Vergleich zu konventionellen Lebensmitteln klar attraktiver.

      1. Danke für die ausführlichen Antworten.

        Aber sie können doch nicht alle Konsumenten zwingen nur noch teure Bio Produkte zu kaufen. Nicht jeder kann und will sich das leisten.
        Und sie glauben doch nicht im ernst, dass die Grossverteiler auf ihre Marge verzichten.
        Wie sieht es mit WHO Verträgen aus? Ist es überhaupt rechtens, nur noch Bio Produkte zu importieten?

    1. Die Initiative verbietet synthetische Pestizide deren Abbauprodukte problematische und sehr lange wirkende Rückstände hinterlassen können. Es ist aber klar, dass auch Kupfer etc. nicht unproblematisch sind. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau Fibl hat sich klar zum Ziel gesetzt in den nächsten Jahren den Gebrauch von Kuper zu reduzieren und letztendlich darauf zu verzichten. Das Fibl zeigt, dass man Probleme angehen kann.

      1. Kupfergift ist eher ein Beispiel dafür, dass der Biolandbau die Probleme nicht angeht. Ich habe schon gelesen, dass die Bio-Pestizide als nicht „synthetisch“ gelten.

  13. Alle 10 Punkte können verwirklicht werden ohne Verbotsinitiative. Jeder kann pestizidfrei produzierte Lebensmittel einkaufen und so Anreize schaffen. Die Macht der Agrochemie durch Saatzucht auf Pestizidresistenz, Glyphosat, Neonicotinoide sind von gestern. In Forschung und Praxis hat längst ein Paradigmenwechsel stattgefunden. Biobetriebe, die die Supermärkte füllen im In- und vor allem Ausland verwenden Pestizide, zB giftige nicht abbaubare Kupferpräparate.

  14. Mögliche Folgen der Pestizidverbotsinitiative: Exportindustrie wandert ab mit Arbeitsplätzen (Verletzung von WTO Regeln). Schweizer Bauern halten mehr Rindvieh und produzieren damit mehr Milch, Rind- und Lammfleisch. Verpachtung, Verkauf von Kulturland für künstlichen Naturschutz, Brache. Landgrabbing im Süden für “pestizidfreien”Anbau von Brotgetreide, Ananas, Kaffee, Schweine- Hühnerfutter und mehr für den Export, bzw. Import in die Schweiz.

  15. @ Kleinbauern-Vereinigung Erstmal danke für die sachlichen Antworten. Als eher Kleiner wäre ich tatsächlich froh um eine Lobby. Die VKMB ist aber nicht meine Vertretung. Ideologisch gekapert, arbeitet sie gegen meine Interessen. Z.B. gibt Kilian Baumann in der Schleppschlauchdiskussion polemische Sätze wie „…nicht jedes Fass Gülle subventionieren…“ von sich. Es gibt es keine DZ als Subventionen. Ich bin froh wenn meine Investition in Schleppschlauch ein wenig entschädigt wird.

    1. Aus euren Statuten:
      Die Anzahl in der Landwirtschaft Tätigen, ihre Motivation und ihre Lebensbedingungen sind entscheid­end, um diese Ziele zu erreichen.
      Ihr fordert mit Verboten, Einschränkungen und Kontrollen eine Motivation zu erreichen?

  16. Wir Arbeiten seit Jahren auf Bestellung. Also kauft Bio und wir werden liefern. Aktuell wird die Biolandwirtschaft schon mit den doppelten Direktzahlungen unterstützt. Der Zahlungsrahmen wird der gleiche bleiben. So müssen in Zukunft die Biobetriebe mit viel weniger Direktzahlungen rechnen und die Produkte werden teurer oder halt importiert.

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