Mittwoch, 29. Juni 2022
28.01.2022 18:18
Milchmarkt

Biomilch: Coop will im Februar nicht mehr zahlen

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Von: bki/blu

Vergangene Woche kündigte Bio Suisse an, dass im Laufe des Februars die wichtigsten Akteure des Schweizer Biomilchmarkts den Produzentenpreis für Biosilomilch um 4 Rp. erhöhen würden. Doch ausgerechnet der wichtigste Abnehmer von Schweizer Biomilch, die Detailhändlerin Coop, stellt sich quer.

Die Verhandlungen der Bio-Branche für eine Preiserhöhung für Bio-Milch seien erfolgreich gewesen, teilte Bio Suisse mit. Als Grund für den Mehrpreis wurden vor allem die strengeren Richtlinien und die dadurch höheren Produktionskosten genannt.

Strengere Richtlinien

Seit 1. Januar 2022 gelten in der Bio-Milchproduktion die neuen, strengeren Richtlinien, welche die Produktion verteuern. Seit vergangenem Herbst verhandelten die verschiedenen Produzentenorganisationen mit ihren Abnehmern über die Umsetzung einer Preiserhöhung. 

Sie dürfen seit diesem Jahr Wiederkäuern (Kühe, Ziegen, Schafe) nur noch 100 Prozent Schweizer Knospe-Futter verfüttern. Und der Anteil Kraftfutter darf noch maximal fünf Prozent betragen (zuvor 10%, EU-Bio bis 50%). «Bio Suisse setzt bei der Milchproduktion voll auf Gras und bietet bei Tierwohl, Klima, und Biodiversität einen Mehrwert», hiess es in der Mitteilung weiter.

«Ich freue mich, dass unsere Marktpartner trotz erheblichen Verteuerungen in der Verarbeitung bereit sind, diese strengeren Richtlinien mitzutragen. Sie leisten damit einen wesentlichen Beitrag, diesen Mehrwert auch am Markt anzuerkennen», liess sich Thomas Herwig, Vorsitzender der Fachgruppe Milch von Bio Suisse, in der Mitteilung zitieren. Er freute sich zu früh, wie sich nun zeigt.

Coop will erst ab März mehr zahlen

Da sich die Schweizer Knospe-Produzenten im Rahmen der Delegiertenversammlung selbst für die strengeren Anforderungen entschieden hatten, waren die Abnehmer nicht besonders erpicht darauf, einen Teil der finanziellen Folgen zu tragen. Das zeigt sich nun deutlich in einer Nachricht, die am Donnerstag auf der  Webseite von Mooh, der grössten Schweizer Milchhändlerin, veröffentlicht wurde.

Mooh habe sich für die Preiserhöhung für Biosilomilch per 1. Februar 2022 eingesetzt. Die Verhandlungen seien auch praktisch abgeschlossen gewesen. «Leider hat sich Coop mit wichtigen Lieferanten in letzter Minute auf eine verzögerte Umsetzung per 28. Februar 2022 geeinigt», heisst es weiter. Aus diesem Grund werde die Preiserhöhung im Verkauf erst im März voll umgesetzt und das habe einen Einfluss auf die Auszahlungspreise der nächsten Monate.

Wieso sich Coop als wichtigste Partnerin von Bio Suisse und Verkäuferin von Bioprodukten in den Biomilchpreisverhandlungen nun querstellt, bleibt offen. Coop gab bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ab. 

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10 Responses

  1. Typisch Coop! Verlässlicher Marktpartner? Wetten dass die Detailhändler auch noch ein paar Rappen für sich auf den Milchpreis daraulegen?

    1. Klar ja so ist es bis jtz. Das Wort Milch MAFFIA hat vor einigen Jahren erstaunlicherweise schon ein Bundesbamter spontan gebraucht!! Coop ruft quasi in den Wald hinein u wenn eine unangenehme Antwort herauskommt darf Coop nicht überrascht sein.

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