Mittwoch, 7. Dezember 2022
04.02.2022 11:02
Milchmarkt

Butterimport: Bund bewilligt Gesuch

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Von: blu

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erhöht auf Antrag der Branchenorganisation Milch (BOM) das Zollkontingent Butter für das Jahr 2022 um 1000 Tonnen. Mit der zusätzlichen Importmenge soll die inländische Nachfrage bis im Herbst gedeckt werden können.

Butter bleibt in der Schweiz knapp, und das seit dem Beginn der Pandemie. Die Lücken werden mit Importen geschlossen, so auch in diesem Jahr.

Buttermanko von 2700 Tonnen

Ende Dezember hat die Branchenorganisation Milch (BOM) einen Antrag für 1000 Tonnen Butterimport ab Februar 2022 gestellt. Die BOM folgte damit der Analyse der zuständigen Kommission Butterimporte. Sie geht aufgrund der vorhandenen Parameter und unter Berücksichtigung der vorhandenen Lager für 2022 von einem Buttermanko im Umfang von 2700 t aus. Der Entscheid in der Kommission für diesen Antrag fiel in der paritätisch zusammengesetzten Kommission Butterimporte einstimmig.

Zwar wird der Mangel erst ab der zweiten Jahreshälfte erwartet. Trotzdem beantragte die BOM eine Erhöhung des Importkontingents ab Februar 2022. «Indem die Importbutter regelmässig in den Markt fliesst, kann garantiert werden, dass die traditionellen Schweizer Marken «Floralp» und «Die Butter» ganzjährig mit Schweizer Butter hergestellt werden können», begründete die Branchenorganisation das Gesuch. 

BLW: Angebot zu klein

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat das Gesuch nun bewilligt, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das Teilzollkontingents «Butter und andere Fettstoffe aus der Milch» wird um 1000 Tonnen erhöht. Das inländische Angebot sei zu klein, um die Nachfrage decken zu können. Grund für diesen Nachfrageüberhang begründet das BLW mit der Verarbeitung: «Weiterhin wird ein Grossteil der Schweizer Milch zu Käse verarbeitet.»

Deshalb werde inländische im Spätsommer 2022 knapp. Mit der umgehenden Importfreigabe könnten Handel und Verarbeiter die Importbutter kontinuierlich absetzen. Die zusätzliche Importmenge wird wie üblich versteigert. Der Butterverbrauch in der Schweiz liegt bei rund 40’000 Tonnen. Die 1000 Tonnen decken den Bedarf von etwas weniger als zehn Tagen.

Bereits 2020 und 2021 importiert

Anfang 2020 lag das Schweizer Tiefkühlbutterlager knapp über null. Wegen der Covid-19-Pandemie wurden im Lauf des Frühlings 2020 die Lager nur ungenügend aufgebaut. Aufgrund des Shutdowns und den Einschränkungen konsumierte die Schweizer Bevölkerung zu Hause tendenziell mehr Butter. Um die Lücken zu schliessen, wurden im April 1000 t, im Juli 1800 t und im Oktober/November 2000 t Butterimporte bewilligt. Zusammen mit Einfuhren aus anderen Importgeschäften wurden 2020 insgesamt rund 6000 t Butter importiert.

2021 wurden in drei Gesuchen Butterimporte in der Höhe von 2500 Tonnen gestellt. 

Die Branchenorganisation Milch hat im Juli 2020 ein Faktenblatt verfasst, weshalb es Butterimporte benötigt und warum die Lagerbestände so tief sind. Für die tiefen Bestände macht sie mehrere Gründe geltend:

  • Die Milchproduktion ist zwar stabil, jedoch im langjährigen Mittel eher tief.
  • Der Käseabsatz ist seit längerer Zeit sehr erfreulich, was zu einer höheren Käseproduktion und damit zu weniger Milch für andere Verwertungskanäle führt.
  • Die Lebensmittelindustrie setzt wieder häufiger Milchfett statt Palmöl ein, beispielsweise in der Glace-Produktion. 
  • Butter hat in Kombination mit dem Koppelprodukt «Magermilchprodukte» eine eher tiefe Wertschöpfung, auch aufgrund der gegebenen agrarpolitischen Rahmenbedingungen, sodass die Butterherstellung aus Rohmilch nicht an erster Stelle steht. 
  • Der Butterabsatz ist in der Schweiz ist gestiegen.

  

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17 Responses

  1. Es reicht langsam aber sicher! Sollten endlich die rahmpreise anheben damit auch endlich der milchpreis steigt! Die bom macht es sich zu einfach! Das hat langsam struktur. Die ganzen verbände auf den mond schiessen bitte!

    1. Wie der Hügelbauer auf die Idee kommt, man könne mit 50 Rappen Milchpreis NACHHALTIG Geld verdienen ist mir ein Rätsel. Alle Zahlen und alle Erfahrungen sprechen dagegen. Klar geht es auf Biegen und Brechen….. Wenn man die Tiere ausbeutet, die Natur zerstört, die eigene Gesundheit runiniert, die Familie fertig macht, den Betrieb finanziell aushöhlt, dann geht es. Oder besser gesagt, ging es in den letzten Jahren. Ich denke, der Hügelbauer hat keine Ahnung von der Realität und von Zahlen……

  2. Jemand der die kosten nicht sieht,noch fast schadenfreude hat ist besser wen der kein Betrieb bekommt,wäre dann nicht schön zuzusehen,wie alles ins loch runter geht.

    1. wir haben keine schadenfreude aber wen jeder nur jammert dann soll er einen andern job machen und den betrieb denen die mit leidenschaft haben beim bauern den betrieb übergeben

  3. Also ich erwirtschafte jedes Jahr einen Gewinn um von konstant um die 50000.-
    Habe Familie gehen 10 Tage ins Wellness Hotel.
    Gebäude sind gut in Schuss, und jedes Jahr werden Gebäude und Maschinen saniert und renoviert.
    Also wenn man will geht alles.

  4. Butterimport finde ich gut , weil das bedeutet dass es zu wenig Milch hat was wiederum bedeutet dass der Preis steigt
    oder habe ich da was falsch verstanden ?

    1. Theoretisch wäre es so.
      Wäre immer der Preis gestiegen, wenn Butter importiert worden ist, hätten wir Milchpreis bei 1Fr./kg.
      Doch es werden auch noch Millionnen kg Milch für den „aktiven Veredelungsverkehr “ eingeführt, was uns Milchbauern grosser Schaden bewirkt (Milchpreis steigt nicht).

  5. Schweizerbauer könnte doch mal ein betriebsportrait machen,vieleicht verdient er ja beim milchhandeln nicht produzieren,es wäre doch gut wen hügelbauer freiwilig günstiger milch liefert damit die armen ‚Milchhändler und Aktienmafias‘ mehr verdienen wäre doch sozial von hügelbauer

  6. Eine Katastrophe
    Immer Jammer gegen die EU die alles Falsch macht aber hier die Hausaufgaben nich mehr lösen.
    Wie kann man 1000T Butter importieren weil wir hier zu wennig Milch für die Butterverarbeitung haben,
    Weil wir in der CH in grosen Menge Käse exportieren wollen,
    Wo ist hier die nachhaltigkeit und wie soll das der Steuerzahler heute noch verstehen.

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