Freitag, 23. Juli 2021
13.07.2021 18:40
Milchmarkt

Emmi: Neues Qualitätsbezahlungs-System

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: blu

Der grösste Schweizer Milchverarbeiter hat per 1. Januar 2021 ein neues Qualitätsbezahlungssystem eingeführt. Dies beinhaltet Keim- und Zellzahlen sowie den Gefrierpunkt.

Emmi verarbeitet nach eigenen Angaben in der Schweiz jährlich rund 950 Millionen Kilogramm Milch von über 6’000 Milchbauern vorwiegend aus der Zentralschweiz sowie den angrenzenden Kantonen.

Mittelwert mehrerer Monatsproben

Die Milchproduktion in der Schweiz beträgt rund 3,4 Mrd. Kilo, Emmi ist damit der grösste Verarbeiter der Schweiz. Die Leistung der besten Milchlieferanten honoriert das Unternehmen jährlich mit dem «Emmi Q-Award». Neu wird dieser zusätzlich mit einem gesamthaft über 100’000 Franken dotierten Qualitätsbezahlungssystem verknüpft.

Zusammen mit ihren Direktlieferantenorganisationen und der Milchproduzentenorganisation «Mittelland Milch» hat Emmi per 1. Januar 2021 ein neues Qualitätsbezahlungssystem eingeführt. «Dieses berücksichtigt, dass Gehalt und Qualität eines natürlichen Rohstoffs wie Milch Schwankungen unterliegen können. Bei den Keim- und Zellzahlen zählen neu die Mittelwerte mehrerer Monatsproben», schreibt Emmi in einer Mitteilung.

Maximale Prämie von 400 Franken

Beim Gefrierpunkt gibt es mehr Toleranz im saisonalen Verlauf. Bei mit Hemmstoffen belasteter Milch gibt es hingegen keine Toleranz: Eine antibiotikapositive Milchprobe führt neben Schadensersatzpflicht und Milchpreisabzug auch zum Ausschluss aus der Wertung des «Emmi Q-Award» des jeweiligen Jahres.

Zudem wird die Qualitätsbezahlung mit dem seit 2013 jährlich durchgeführten «Emmi Q-Award» verknüpft. Anstelle des bisherigen monatlichen Qualitätszuschlages von 0.5 Rp./kg Milch erhalten jene Produzenten eine Prämie, die während des ganzen Jahres die qualitativ beste Milch geliefert haben. Wer bei allen Proben sämtliche Anforderungen erfüllt, erhält eine Prämie von 400 Franken.

Insgesamt 100’000 Franken Prämie

Jede Sollwertverletzung wird mit «Strafpunkte» sanktioniert. Für einen Strafpunkt innerhalb eines Jahres gibt es 200 Franken, für zwei Strafpunkte noch 100 Franken Prämie. Emmi rechnet insgesamt mit einer Prämiensumme von über 100’000 Franken für 400 bis 500 Produzenten.

«Einen natürlichen Rohstoff wie Milch kontinuierlich auf höchstem Qualitätslevel sowie unter Berücksichtigung von steigenden Nachhaltigkeits- und Tierwohlanforderungen zu produzieren, setzt ein hohes Mass an Expertise voraus und ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Wir möchten die Leistung unserer besten Milchlieferanten neu durch eine Qualitätsprämie im Rahmen des jährlichen „Emmi Q-Award“ zusätzlich honorieren», lässt sich Reto Hübscher, Leiter Einkauf Milch Direktlieferanten, in der Mitteilung zitieren.

Der Milchverarbeiter realisiert insgesamt einen Umsatz von rund 3.7 Milliarden Franken, rund 10 % davon mit Bio-Produkten. Der Umsatz verteilt sich ungefähr hälftig auf die Schweiz und das Ausland. Zur Emmi Gruppe zählen in der Schweiz 25 Produktionsbetriebe. Im Ausland ist das Unternehmen mit Tochtergesellschaften in 14 Ländern präsent; in 8 davon mit Produktionsstätten. Von den knapp 8’700 Mitarbeitenden sind mittlerweile über zwei Drittel an den Standorten ausserhalb der Schweiz beschäftigt

Mehr zum Thema
Politik & Wirtschaft

Vom Feld ins Glas: Die «Öufi»-Brauer aus Solothurn sind sichtlich stolz auf ihr hundertprozentig einheimisches Bier – gekennzeichnet mit dem Gütesiegel der IG Mittellandmalz. - zvg Lokale Biere sind in…

Politik & Wirtschaft

«Auch die Konsumenten auf dem Land haben eine grosse Distanz und wenig Wissen über die Lebensmittelproduktion., sagt Ernst Lüthi. - Markus Rediger Ernst Lüthi bewirtschaftet mit seiner Familie einen intensiven…

Politik & Wirtschaft

Das Einkaufszentrum Lago in Konstanz liegt unmittelbar an der Schweizer Grenze. - zvg Kleider und Lebensmittel günstiger im grenznahen Ausland einkaufen war vor der Pandemie beliebt. Bis heute hat der…

Politik & Wirtschaft

Freien in der der Schweiz sind in Pandemie-Zeiten gefragt. - Wallis Promotion Sommerzeit ist Reisezeit und viele Schweizerinnen und Schweizer werden ihre Sommerferien erneut in der Schweiz verbringen. Der Tourismussektor…

7 Responses

  1. Wenn einer rechnen kann, merkt er, Emmi hat das Qualitätszahlungssysten zu ihren Gunsten geändert.
    Lieferrecht: 10000 kg mal 0.5 Rp gibt 500 Fr pro Jahr, neu noch 400 Fr.
    Lieferrecht 400000 kg mal 0.5 Rp. gibt 2000 Fr.pro Jahr, neu noch 400 Fr.
    Bauern verarschen, sich noch als Wohltäter hinstellen, das finde ich schei….!

      1. Richtige Überschrift währe „Emmi senkt den Milchpreis um 0.5 Rp „. Der Zeitungsmacher schreibt schön ab was in der Pressemitteilung steht. Sein Lohn besteht ja nicht aus Liter Milch sondern aus verkaufen Inseraten. Eine kritische Gesamtbeurteilung währe echter Journalismus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE