Mittwoch, 29. Juni 2022
22.12.2020 12:33
Rückrufe

Rückrufe: Bauernverband kritisiert Kommunikation

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Von: sda

In den letzten Wochen haben Schweizer Detailhändler verschiedentlich sesamhaltige Produkte wegen Ethylenoxid-Verunreinigungen zurückgerufen. Dabei wurde der Stoff oft als «Pflanzenschutzmittel» bezeichnet. Der Schweizerische Bauernverband (SBV) kritisiert diese Kommunikation als «kompletten Unfug».

«Das ist kompletter Unfug!»,  ärgert sich der Bauernverband. Ethylenoxid sei kein Pflanzenschutzmittel, sondern ein «Biozid», mit dem namentlich in Indien Sesamsamen begast würden, schreibt der SBV am Dienstag in einer Mitteilung. Damit würden verpackte Lebensmittel vor Verderb geschützt, bevor sie in den Export gingen. Es komme in der Landwirtschaft nicht zum Einsatz. Tatsächlich ist Ethylenoxid in der Schweiz und Europa verboten.

Haltbarmachung und Desinfektion

Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hatte Ende November auf Anfrage erklärt, das «Pestizid» werde zur Desinfektion des Sesams verwendet. Pestizid wiederum ist allerdings gemäss der einschlägigen Literatur der Oberbegriff für alle Pflanzenschutzmittel. Darunter eingeteilt sind klassische Pflanzenschutzmittel, aber auch Biozide. Letztere werden unter anderem zur Haltbarmachung und Desinfektion von Lebensmitteln eingesetzt.

Die Forschungsanstalt Agroscope wiederum schreibt auf ihrer Webseite, Pestizide seien Mittel, die eingesetzt würden, um die Gesundheit von Kulturpflanzen zu erhalten und ihrer Vernichtung durch Krankheiten und Schädlingsbefall vorzubeugen.

Landwirtschaft zu unrecht am Pranger

Die «falsche Kommunikation» der Detailhändler zu ihren Rückrufen suggeriert laut SBV «völlig ungerechterweise», dass einmal mehr die Landwirtschaft die Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten gefährde. Der Verband fordert die Detailhändler deshalb in seiner Mitteilung auf, ihre Kommunikation umgehend entsprechend zu korrigieren.

Die Fälle bestätigen zudem laut Ansicht des SBV, dass die Schweiz immer mehr die Kontrolle über die Art und Weise der Produktion von Lebensmitteln verliere, wenn immer mehr davon importiert würden.

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11 Responses

  1. So geniesse ich immer noch lieber Rindfleisch und Gemüse direkt vom Bauern. Da konnten die Heuchler von Industrie und Handel sicher nichts verderben…

  2. In der Schweiz und Europa verboten…
    Jedoch durch den Import ist es OK!?
    Immer höhere Anforderungen in der Schweiz, was grundsätzlich gut ist,
    Jedoch bitte bei allen Importgütern ebenfalls unsere Standarts erfüllen!
    Vom Lohn über Sozialeleistungen bis hin zu unseren Inlandstandarts bezüglich Produktion.
    Ansonsten Import verbieten!
    Oder Unsere Standarts in Fragestellen?

  3. Das passt ja top zu dem Detailhändler Coop. Ja, ruhig mal beim Namen nennen. Unserer Landwirtschaft immer an den Karren fahren. Besser wäre, zuerst vor der eigenen Türe zu kehren, meine Damen und Herren.

  4. Sehr schön gesagt. Wer gesund sein will kauft seine Produkte Saisonal und Regional direkt beim Schweizer Bauer. Und muss hald in Gottes Namen auch mal auf etwas verzichten! Doch ihr lieben Konsumenten, wer ist den schon bereit dafür?¿!

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