Freitag, 25. Juni 2021
08.02.2021 13:15
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Bergdorf vor dem Aus – wie weiter

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Von: mgt

Am 19. Februar 2021 geht «SRF bi de Lüt – Unser Dorf» in die zehnte Runde. Das Bündner Bergdorf Mulegns ist vom Aussterben bedroht. Nur gerade noch 17 Menschen wohnen hier. Jetzt aber soll wieder Leben einkehren. Es ist die letzte Chance, Mulegns zu retten.

An der Julierpassstrasse Richtung Engadin liegt Mulegns. Das kleine Dorf war neben Churwalden und Tiefencastel die dritte Ortschaft, in der die Pferdekutschen im 19. Jahrhundert Halt machten. Das markante «Post Hotel Löwe» in Mulegns erinnert an die längst verflossene Postkutschenzeit und die frühere Wichtigkeit dieses Dorfes. 

Von 150 auf 17 Einwohner

Nach der Eröffnung der Albula Bahnlinie im Jahr 1903 verloren die meisten Einwohnerinnen und Einwohner ihre Existenzgrundlage. Lebten um 1900 noch beinahe 150 Personen in Mulegns, sind es heute nur noch deren 17.

Die Stiftung Origen hat in Mulegns die Gebäude des «Post Hotel Löwe» sowie die «Weisse Villa» erworben und sich zum Ziel gesetzt, beide Orte wieder zu beleben. Das Hotel nimmt über den Sommer den Betrieb wieder auf und soll anschliessend renoviert werden. Die Villa wird verschoben und macht Platz für den Verkehr. Die Julierstrasse wird in Mulegns zum Nadelöhr, die Durchfahrt ist nur einspurig möglich. Damit Autos und Lastwagen mehr Platz erhalten, soll das imposante, historische Gebäude zumindest teilweise weichen.

Bauernfamilie von Plänen betroffen

Was heisst das für die verbleibenden Menschen im Dorf und wie stehen sie zu dieser gewaltigen Veränderung. Mit welchen Konsequenzen rechnen sie? Gelingt es der Stiftung Origen, das Dorf wiederzubeleben? Diesen Fragen geht «SRF bi de Lüt – Unser Dorf» nach und begleitet einige verbliebene Mulegnserinnen und Mulegnser durch ihren Alltag. 

Darunter die siebenjährige Anna-Louisa – das einzige Kind im Dorf. Ihre Eltern, Giatgen und Ursula Jegher, sind mit Herzblut Biobauern. Von den Plänen der Stiftung Origen sind sie am meisten betroffen. Meinungsverschiedenheiten zeichnen sich ab.

Unterländerin im Bergdorf

Über 30 Jahre war Adolf Poltera der Gemeindepräsident von Mulegns. Zusammen mit seiner Frau Margrit hat er den Niedergang des Dorfes am eigenen Leib miterlebt. Für die beiden ist die Belebung durch die Stiftung Origen ein Segen.

Zwanzig Jahre lang hat die Unterländerin Maja Poltera zusammen mit ihrem Mann Theo in Mulegns einen Bauernhof bewirtschaftet. Danach reichte sie die Scheidung ein. In Savognin eröffnete sie ihr eigenes Blumengeschäft und in Mulegns wohnte sie fortan Haus an Haus mit ihrem Ex-Mann. Zu den Dorfbewohnern pflegt Maja kaum Kontakt, dennoch ist sie über die Vorgänge im Dorf informiert und äussert sich auch pointiert dazu. Da erkrankt Theo.

Die Zürcherin Florence Ursprung steht exemplarisch für den Wandel in Mulegns. Während Monaten hat die studierte Touristikerin die Wiedereröffnung des «Post Hotel Löwe» vorangetrieben. Jetzt soll endlich wieder Leben ins Dorf einkehren.

Die sechsteilige Serie «SRF bi de Lüt – Unser Dorf», ab 19. Februar 2021, jeweils freitags, 20.05 Uhr SRF 1.

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11 Responses

    1. Isch jo traurig wie jedä über jedä abschätzig redet i dem Dörfli und wies denannt alles vegönnet und denannt Stei in Weg i leget, statt gemeinsam das schöne Dörfli beläbet und rettet. ????

  1. Ja das ist schade, aber aus jeder Krise gibt es eine chance kennen Sie die Amway Geschäftsmöglichkeit mit dieser Möglichkeit kann man Geld verdienen soviel man will. Das könnte ein Dorf retten.
    Für mehr Info 079 620 54 01

    1. Amway ist ein Schneeballsystem. Schon schlimm hier dafür Werbung zu machen! Damit kann man kein Dorf retten, aber klar, Herr Arnold Franz würde davon profitieren, ohne einen Finger krumm zu machen.

  2. Voll das Thema verpeilt, es geht um ein Bergdorf vor dem Untergang zu retten, nicht um irgendwelche Geschäftslinien. Belebung Ideen Attraktivität usw.

  3. Ich finde es eine mega riesen Sauerei, wieviel Geld für das schlecht restaurierte und alte Hotel Löwen und die Hausverschiebung zum Fenster hinausgeworfen wird und den noch dort wohnenden Bauernfamilie macht man an allen Ecken das Leben schwer, verbietet es einen Stall abzureissen und das Haus zu renorvieren, bei winterlichen Temperaturen Nachts von 2 Grad. Geld verlochen für ein Dorf wo niemand wohnen möchte mit diesem schlechten Dorfzusammenhalt.

  4. WARUM NICHT VERSUCHEN EIN SCHÖNES DORF TOURISTISCH WIEDER ZU BELEBEN
    ES GIBT NOCH LEUTE DIE BEREIT SIND GELD AUSZUGEBEN UM IHRE RUHE ZU FINDEN.
    ES MUSS NICHT IMMER REMMI DEMMI SEIN.

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