Freitag, 7. Oktober 2022
13.08.2022 19:50
Bern

Bezahlen, so viel man will 

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Von: jgr

4 Millimeter zu klein – aus diesem Grund konnte  Reto Schürch aus Grosshöchstetten BE seine Zwetschgen nicht in den Läden verkaufen. Doch der Obstbauer weiss sich zu helfen. 

Hitze und Wassermangel hinterlassen auf der Plantage von Obstbauer Reto Schürch,  Grosshöchstetten Spuren.   Auf 1,5 ha Land stehen Zwetschgenbäume. Die Zwetschgen der Sorte Fellenberg sind wegen der aktuellen Wetterlagen  bereits reif.

Und – sie  sind  für den Verkauf im Detailhandel zu klein geraten. Statt der von der Branche geforderten 33 Millimeter würden  sie in der Breite nur 29 Millimeter messen, schreibt die «Berner Zeitung».  Davon betroffen sind rund 30 Tonnen Zwetschgen. 

Doch das Ehepaar Sandra und Reto Schürch wollten die Zwetschgen nicht einfach am Baum hängen lassen. Sie haben sich entschieden, «dass jedermann und jedefrau sich bei den Zwetschgen bedienen darf – soviel, wie man will», ist auf ihrer Internetseite nachzulesen. 

Und der Entscheid trägt Früchte. Die Nachfrage nach den Zwetschgen ist gross. Die Leute strömten in Scharen herbei, um eigenhändig Fellenberger zu pflücken. Bis zu 80 Autos stünden zu den Spitzenzeiten am Rand der Plantage bei Konolfingen, sagte Reto Schürch gegenüber der Berner Zeitung. 

Auf ihrer Internetseite wirbt die Familie Schürch für die Pflückaktion. 
screenshot

Wie er mit seiner Aktion finanziell davonkommt, kann Reto Schürch noch nicht abschätzen. Für die geernteten Früchte dürfen die Leute nämlich so viel geben, wie sie wollen.

Begonnen mit der Selbstpflückaktion wurde am Donnerstag, 11. August. Reto Schürch schätzt, dass die Plantage noch fünf bis sechs Tage offen ist. 

Die Zwetschgenplantage befindet sich in der Nähe des Galgenhubels in Konolfingen. 

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4 Responses

  1. Unsere super Qualitätsvorstellungen werden uns mal verhungern lassen. Ist Qualität wirklich Qualität oder gilt es Angebot zu verunmöglichen damit importiert werden darf?

  2. Gratuliere Familie Schürch. Es beweist wieder einmal mehr die Tatsache dass der Handel bestimmt was bei Schweizers auf den Tisch kommt. Es schaut so aus dass wir Katastrophen brauchen um einigermassen zur Vernunft zu kommen. Es könnte sein dass das Gängelband der Grossverteiler plötzlich reisst.

  3. Qualität ist Geschmack und nicht Grösse. Da hat die „Branche“ wohl keine Ahnung von Tuten und Blasen. Ich hoffe, dass die Familie Schürch einen guten Erlös für die zu kleinen Zwetschgen hat, sich damit einen schönen Kundenstamm aufbut und so auch in Zukunft bessere Abnehmer hat als die „Branche“.

  4. Das finde ich großartig! Und ich bin sicher, dass sich die Schweizer selbstpflücker nicht lumpen lassen und angemessen bezahlen. Ich wünsche es dem Obstbauern sehr.

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