Dienstag, 26. Januar 2021
14.01.2021 14:18
Pflanzenschutz

Berner Bauernkomitee bekämpft Initiativen

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Von: blu

Im kommenden Juni kommen die beiden Initiativen «Für sauberes Trinkwasser» und «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide» vors Volk. Im Kanton Bern will sich ein Komitee für ein Nein einsetzen. Eine Annahme hätte fatale Auswirkungen, warnt die Gruppierung.

Am 13. Juni könnten die Weichen in der Landwirtschaft neu gestellt werden. Denn das Stimmvolk wird über die Pestizidverbots- und die Trinkwasser-Initiative richten. Bundesrat und Parlament haben den Begehren eine klare Absage erteilt.

Doch der Abstimmungskampf ist seit Monaten im Gange. Und er wird mit harten Bandagen geführt. Für die Schweizer Landwirtschaft hätten die Initiativen grosse Auswirkungen.

Initiativen

Die Pestizidverbots-Initiative fordert ein Verbot synthetischer Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und in der Boden- und Landschaftspflege. Verboten werden soll auch der Import von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt wurden oder die solche enthalten.

Die Trinkwasser-Initiative verlangt, dass nur noch Bauern Direktzahlungen erhalten, die auf Pflanzenschutzmittel, vorbeugend oder systematisch verabreichte Antibiotika und zugekauftes Futter verzichten. Auch die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung soll nur unter diesen Bedingungen Geld vom Bund erhalten.

Lebensmittelproduktion sinkt massiv

Entsprechend haben sich landwirtschaftliche Verbände formiert. Der Schweizer Bauernverband hat zusammen mit anderen Organisationen und Akteuren eine Kampagne gegen die Initiativen lanciert. Auch der Berner Bauernverband (BEBV) hat die Nein-Parolen zu den Vorlagen beschlossen.

Der BEBV hat zusammen mit Vertretern der Wirtschaft, Forschung und Politik das Berner Komitee «Nein zu den extremen Agrarinitiativen» gegründet. Gemäss dem Komitee würde bei einer Annahme die Lebensmittelproduktion in der Schweiz um bis 30 Prozent zurückgehen. Als Folge davon sinke die Selbstversorgung. Dies wiederum wirke sich negativ auf die Ernährungssicherheit aus, warnt das Komitee. Der Kanton Bern als grösster Agrarkanton der Schweiz wäre stark betroffen, heisst es in der Mitteilung.

Jobs in Gefahr

Doch nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch nachgelagerte Branchen wie die Lebensmittelindustrie, Gastrobetriebe, Tourismus sowie Konsumentinnen und Konsumenten seien bei einen Ja betroffen, warnt das Komitee. Arbeitsplätze und Lehrstellen im Kanton Bern stünden auf dem Spiel. Eine Annahme führt gemäss Komitee zudem zu einer erhöhten Umweltbelastung und zu einer Zunahme von Foodwaste.

Die Forderungen der Initiativen erachtet das Komitee als unverhältnismässig, da die Schweiz in Sachen Tierwohl und Ökologie weltweit eine Spitzenposition einnimmt. Zudem würden weitere Verbesserungen vorgenommen. Als Beispiel wird die Berner Biooffensive genannt. Ein Ja zur Trinkwasserinitiative ändere wenig bis nichts an der Qualität. «Denn dieses lässt sich unbesorgt trinken», hebt das Komitee hervor.

Komitee

Präsident: Hans Jörg Rüegsegger, Präsident Berner Bauernverband BEVB 
Co‐Präsidium: Werner Salzmann Ständerat (BE/SVP) und Katja Riem Winzerin und Studentin HAFL; Mitglieder: Rudolf Bigler, Präsident Aaremilch; Heidi Glatthard‐Maurer, Vorstand VBL; Daniel Hasler Co-Präsidium Junglandwirte; Karin Oesch, Geschäftsführerin BEBV; Stefan Schumacher Präsident BFZV
Operative Leitung: Gaby Mumenthaler, Kommunikation BEBV

 



3 Responses

  1. Richtigstellungen:
    – So lange wie wir immer noch eine starke Zuwanderung haben (vor Corona) ist das Job-Argument lächerlich. Jeder der von der Landwirtschaft in die produktive Wirtschaft wechselt, führt zu einer Einwanderung weniger.
    – wenn der Gastronomie und Hotellerie wirklich geholfen werden will, müssen die Einfuhrabgaben für Lebensmittel gestrichen werden. So wird ein Entrecote oder Pouletschnitzel plötzlich auch für die deutschen Touristen erschwinglich.

  2. Bringt lieber konkrete und zukunftsfähige Lösungsvorschläge, mit diesen roten und für kurzsichtige Leute erstellten Transparenten bewirkt ihr in der Gesellschaft das Gegenteil. Die Wahrnehmung der Landwirtschaft wird dadurch leider zunehmend negativ.
    Sehr sehr schade!

    1. Lieber Konsument die Bäuerinnen und Bauern sehen sich als Teil der Lösung und wir haben bereits verschiedene Lösungsvorschläge eingebracht, die zum Teil auch schon umgesetzt werden. Andere haben die erforderliche politische Mehrheit leider nicht erreicht. Was geändert werden soll in Zukunft, muss nachhaltiger sein als das bisherige und Perspektiven bieten für die Bauernfamilien.

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