Sonntag, 18. April 2021
04.03.2021 10:32
Solothurn

Bauer Peter Hodel will in die Regierung

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Von: Lucas Huber

Peter Hodel kandidiert für den Regierungsrat. Im Fall einer Wahl ist dafür gesorgt, dass es auf seinem Hof weitergeht.

Nachmittags müsse er misten, sagt Peter Hodel – und lacht. Noch trägt er nämlich Hemd und Sakko. Denn Hodel pendelt zwischen den Welten. Hier der Landwirt, der Mutterkuhhaltung betreibt, Ackerbau und Gästebewirtung, Neuburenhof oberhalb von Schönenwerd, letzter verbliebener Bauernhof der Gemeinde. Und dort der Politiker. Und der will es nun wissen.

Seit 18 Jahren politisch aktiv

Politiker ist der 53-jährige Peter Hodel längst. Gemeinderat 1993, Gemeindepräsident seit dem Jahr 2005, Kantonsrat seit 2012. Im Jahr 2019 kandidierte er für den Nationalrat, scheiterte allerdings. Nun will der Landwirt einen Posten in der Solothurner Regierung, deren Erneuerungswahlen am 7. März stattfinden. Sein Rucksack dafür, sagt er, sei optimal: Das Rüstzeug aus der Exekutive der Gemeinde, die kantonsparlamentarische Erfahrung, der Gestaltungswille.

Seine Wahlchancen schätzt er indes als «durchaus intakt» ein. Ist das nun politisches Understatement? Oder leistet er einer allfälligen Nichtwahl frühzeitig Vorschub? «Eine Einschätzung ist extrem schwierig, denn die Nähe zur Bevölkerung fehlt», sagt Peter Hodel. Wahlkampf in Zeiten der Pandemie, das heisst auch: Wahlkampf in den sozialen Medien, und das fast ausschliesslich.

Wird nicht Landwirtschaftsminister

Fakt ist: Zwei der fünf bisherigen Regierungsräte – beide von der CVP – treten nicht an; um ihre beiden Sitze geht es. Denn die Wiederwahl der drei Bisherigen steht für ihn so gut wie ausser Frage. Schafft es also Hodel, der FDP-Mann, der CVP einen Regierungssitz abzujagen? «Ich rechne auf jeden Fall mit einem zweiten Wahlgang», sagt er und ergänzt, er werde mit grossem Respekt in den Wahlsonntag gehen. «Und natürlich wäre ich enttäuscht, würde ich nicht gewählt. Sonst wäre ich hier fehl am Platz.»

Wenn es nun klappte mit der Wahl, was dürfte man von ihm erwarten? «Sicher nicht den Landwirtschaftsminister», sagt er lachend – wohlwissend, dass das Volkswirtschaftsdepartement, dem das Amt für Landwirtschaft angehört, wohl in festen Händen bleiben wird. «Ich werde nicht einfach der Bauer in der Regierung sein», sagt er und betont, die Landwirtschaft als Teil der Gesamtwirtschaft zu verstehen. «Aber keine Sorge: Die Solothurner Landwirtschaft liegt mir sehr am Herzen.»

Landwirt Peter Hodel kandidiert für den Solothurner Regierungsrat. Im Fall einer Wahl ist dafür gesorgt, dass es auf seinem Hof weitergeht.
zvg

Grössere Baustellen

Aber wäre er, dereinst als frischgewählter Regierungsrat, der politisierende Bauer oder der bauernde Politiker? «Werde ich gewählt, wäre ich ab dem 1. August der Politiker mit den landwirtschaftlichen Wurzeln», antwortet er diplomatisch und ergänzt: «Diese Wurzeln würde ein Regierungsrat Hodel niemals verlieren.» Trotzdem gibt es derzeit grössere Baustellen im Kanton. Etwa den Ausbau der A1 auf sechs Spuren, der Kulturland kostet und in Bauernkreisen sehr umstritten ist.

Und dann ist da natürlich noch die Pandemie und deren Auswirkungen. Der liberale Peter Hodel will Arbeitsplätze erhalten und zusätzliche schaffen. Er will den Blick dabei nach vorne richten: «Was passiert nach der Pandemie? Ich bin überzeugt, dass sie – nebst den finanziellen Auswirkungen – grossen Einfluss auf unsere Gesellschaft haben wird.»

Enge Zusammenarbeit

Einfluss hätte Peter Hodels Wahl auf jeden Fall auf seinen Betrieb, denn der Job des Regierungsrats verlangt ein 100-Prozent-Pensum – mindestens. «Wie es mit dem Betrieb weitergehen würde, das war natürlich die erste Frage, die wir uns gestellt haben», sagt Hodel. Mit den Mutterkühen, dem Getreide- und Sonnenblumenanbau, der Bewirtung von Hochzeitsgesellschaften und Firmenfesten.

Die Betriebsleitung müsste er abgeben. Der Betreiber eines benachbarten Hofs in Eppenberg SO und Ehefrau Martina würden sie sich teilen. «Unsere überbetriebliche Zusammenarbeit ist schon seit langem sehr eng», betont Peter Hodel. Ihm ist es allerdings wichtig, den Betrieb in seiner aktuellen Form zu erhalten – und auch sein langjähriger Mitarbeiter würde seine Stelle behalten. Denn: Wenn seine heute achtjährige Tochter eines Tages bauern will, soll sie auch bauern können. Und zwar in Schönenwerd. Auf dem letzten Bauernhof der Gemeinde.

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