Sonntag, 4. Dezember 2022
11.03.2022 11:18
Solothurn

Wisent-Projekt: Weg frei für Gehege

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Von: blu/sda

Die Behörden im Kanton Solothurn haben die Bewilligung für das Wildtierprojekt Wisent Thal in Welschenrohr SO korrekt erteilt. Das Bundesgericht hat die Beschwerde einer Privatperson gegen das notwendige Gehege für das Projekt mit bis zu 15 Wisenten abgelehnt.

Das Gehege ausserhalb der Bauzone haben keine grossen Auswirkungen auf Raum und Umwelt zur Folge, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Urteil des Bundesgerichts hervorgeht.

Grosse Weidefläche

Die Haltung einer halbwild lebenden Wisenherde setze eine grosse, möglichst natürliche Wald- und Weidefläche voraus und sei daher auf einen Standort ausserhalb der Bauzone angewiesen. Es gebe für das Bundesgericht keine Veranlassung, von den positiven Einschätzungen des kantonalen Fachinstanzen und des Bundesamts für Umwelt (Bafu) abzuweichen, heisst es in den Erwägungen des Bundesgerichts.

Bereits das Verwaltungsgericht des Kantons Solothurn hatte die Beschwerde gegen die von den kommunalen und kantonalen Behörden erteilte Bewilligung für den Parkzaun abgelehnt.

Verein will jetzt loslegen

Der Verein Wisent Thal reagierte in einer Stellungnahme «hocherfreut» auf das Bundesgerichtsurteil. Damit sei die Baubewilligung rechtskräftig und die Umsetzung des Projekts könne starten. Als erstes würden der Bau des Geheges und die Tierbeschaffung in die Wege geleitet.

Der Verein will mit einer Wisent-Testherde untersuchen, ob der im Mittelalter ausgerottete Wisent heute als Wildtier im Jura tragbar ist. Das Testgelände umfasst in einer ersten Phase von zwei Jahren ungefähr 50 Hektaren und in der zweiten Phase 106 Hektaren.

Das Gelände gehört der Bürgergemeinde Solothurn und einem Landwirt. Die eingezäunte Fläche soll während der Projektzeit weiterhin land- und forstwirtschaftlich sowie jagdlich genutzt werden.

(Urteil 1C_186/2021 vom 28. Februar 2022)

10 bis 25 Tiere

Der Verein «Wisent Thal» wurde 2017 gegründet, um das grösste noch existierende Wildtier Europas in der Schweiz wieder anzusiedeln. Gemäss eigenen Angaben soll «mit einer gut überwachten und betreuten freilebenden Wisent-Testherde aus 10 bis 25 Tieren während 5 Jahren überprüft werden, ob Wisente als Wildtiere im Jura leben können». Wie es auf der Website des Projekt Wisent Thal heisst, soll sich die Testherde rund zwei Jahre lang im Gelände des späteren Schaugeheges aufhalten und an die Juralandschaft gewöhnen. Das Gehege umfasst eine Gesamtfläche von 51 ha. Davon sind 10 ha Wiesen und Weiden und der Rest besteht aus Wäldern mit unterschiedlicher Struktur.

Anschliessend wird sie sich für 3 Jahre in einem angrenzenden rund 100 ha grossen Gebiet aufhalten können, das elektrisch eingezäunt ist. Ziel des Projektes ist es, ob der im Mittelalter ausgerottete Wisent heute als Wildtier im Jura tragbar ist. Das Testgelände gehört der Bürgergemeinde Solothurn und dem Landwirt Benjamin Brunner. Es wird während der Projektzeit weiterhin land- und forstwirtschaftlich genutzt.

2,8 Millionen Franken

In der Phase III werden die Zäune abgebaut, mit Ausnahme des östlichen Teils des Geheges aus Phase I, das nun als Schaugehege für eine zweite, kleinere Wisentherde dient. Die Test-Wisentherde kann sich nun während 5 Jahren innerhalb des Waldes grossräumig im Gebiet frei bewegen. «In der Phase III zeigt sich nun, ob freilaufende Wisente tatsächlich keine grösseren Schäden im Landwirtschaftsgebiet stiften, wie dies der Verein Wisent Thal annimmt, bzw. ob allfällige Schäden mit einfachen Präventionsmassnahmen verhindert werden können», heisst es in der Projektbeschreibung.

Die Gesamtkosten für 10 Jahre betragen rund 2.8 Millionen Franken, von denen rund eine Million durch den Betrieb des Schaugeheges und durch geführte Exkursionen zur Wisent-Testherde erwirtschaftet werden kann.

Ziele:

  • Mit einer freilebenden Wisent-Testherde überprüfen, ob Wisente als Wildtiere im Jura leben können und ob sie in dieser Kulturlandschaft tragbar sind.
  • Die Bevölkerung der Region mit der weitgehend unbekannten Tierart Wisent vertraut machen.
  • Falls sich die Wisente gut in die Kulturlandschaft eingliedern lassen, bildet das Projekt den Start für die Wiedereinbürgerung des Wisents im Jura, einen bedeutenden Schritt zur Erhaltung dieser bedrohten Tierart.

Bauern befürchten Schäden

Eine Beschwerde kommt gemäss SRF von den BauernLandwirte, die direkt neben dem Gehege Land haben, befürchten bei einer zukünftigen Auswilderung ohne Zaun, dass die Wisente dann ihr Land zerstören würden. Zudem monieren sie, dass man wegen des Zauns nicht mehr in die Waldregion komme.

Zudem sei eine Forderung der Bauern unerfüllt geblieben, berichtete die «Solothurner Zeitung» im März 2020. Wie Edgar Kupper, der die Landwirte als Assistent des Bauernverbandes und Wortführer der Gegnerschaft unterstützt, gegenüber der Zeitung sagte, wurde eine vom Kanton gestellte Begleitgruppe, die das Projekt unter Einbezug der Bauern und weiteren Betroffenen begleiten sollte, nicht geschaffen. «Im besten Fall wollen wir, dass die Bewilligung für das unnötige Projekt nicht gegeben wird. Wenn es aber durchgestiert wird, müssen alle Fragen geklärt und bereinigt sein», sagte Kupper damals.

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2 Responses

  1. erst wen wir hungern merken diese Leute was für eine dämliche Aktion das war
    und dann ist es zu spät wie mit dem wolf
    zuerst müssen 3 mil. Leute aus der Schweiz
    aber wen man da in der Politik sagt ist man ein Rasist

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