Samstag, 27. Februar 2021
04.02.2021 17:52
Bern

Empörung über PETA-Strafanzeige gegen Bauernfamilie gross

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Von: sda/blu

Die Anzeige der Tierrechtsorganisation PETA gegen eine Bauernfamilie im Berner Jura sorgt dort für rote Köpfe. Eine Online-Petition, die das Vorgehen anprangert, wurde bis am Donnerstag von mehr als 15’500 Personen unterzeichnet.

Die Unterzeichnenden fordern den PETA auf, die Anzeige zurückzuziehen und sich bei der Familie zu entschuldigen. Diese hatte bei einem Bauernhofbrand in der Nacht vom 21. auf den 22. Januar ihr Hab und Gut verloren. Auch 50 Kälber kamen in den Flammen um.

PETA: Brandschutzstandards zu wenig streng

Die Tierrechtsorganisation hat bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dem Tod der Kälber eingereicht. Der Verein ist der Meinung, dass die Brandschutzstandards in den landwirtschaftlichen Gebäuden nicht streng genug sind und will mit der Klage die Aufmerksamkeit der Politik auf diese Angelegenheit lenken.

Seit Tagen häufen sich in den sozialen Netzwerken Äusserungen des Unverständnisses und der Wut gegen die Tierschützer. Ihnen wird fehlende Empathie gegenüber der Bauernfamilie und das Ausschlachten eines persönlichen Schicksalsschlags zu politischen Zwecken vorgeworfen.

Bauernfamilie wird durch Anzeige diffamiert

Eine Online-Petition will der Bauernfamilie Unterstützung zusichern. Die Unterzeichnenden fordern von PETA den Rückzug der Anzeige und eine Entschuldigung gegenüber der Familie. «Als wäre dies nicht genug, muss sich die Familie nun auch strafrechtlich wehren, weil sie angeblich in Kauf genommen hätte, dass 50 Kälber in den Flammen sterben. Die Familie hat diese Situation niemals gewünscht. Die Unmöglichkeit alle Tiere zu retten ist auf jeden Fall ein Trauma» heisst es in der Petition.

Diese unwürdige Anzeige diffamiere diese bereits stark vom Schicksal belastete Familie und den gesamten Bauernstand. «Die Anzeige zeugt von Herzlosigkeit und fehlender Empathie gegenüber der hart betroffenen Familie», heisst es weiter.  Das Chambre d’Agriculture du Jura bernois sowie der Schweizer Bauernverband (SBV) haben der Familie die Unterstützung zugesichert. Der SBV spricht von einer «beschämenden und unwürdigen Klage».

-> Hier gehts zur Petition

Wohl technischer Defekt

Der Brand auf dem Bauernhof im bernjurassischen Cortébert geht wohl auf einen technischen Defekt zurück. Die Spezialisten der Berner Kantonspolizei konnten die Brandursache wegen der grossen Zerstörung allerdings nicht mit Sicherheit bestimmen.

Beim Brand wurde niemand verletzt und 70 Rinder konnten rechtzeitig ins Freie getrieben werden. 50 Kälber konnten nicht mehr gerettet werden. Der Sachschaden wird auf mehrere Millionen Franken geschätzt.

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