Samstag, 6. März 2021
26.01.2021 06:33
Alpwirtschaft

Projekt für gesündere Klauen auf Rinderalpen

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Von: mgt/blu

Klauenkrankheiten sind vor allem auf grösseren Rinderalpen ein ernstzunehmendes Problem. Ein mehrjähriges Projekt will Mittel und Wege finden, um dies künftig zu ändern. Vom Alpsommer 2020 liegen erste Resultate vor.

Die Alpwirtschaft ist ein wesentliches Standbein in den Bergkantonen – wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell. Das Projekt «Tiergesundheit auf Rinderalpen» will die Bewirtschaftung und Pflege grosser Alpen langfristig sichern. Damit soll einen wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser einmaligen Kulturlandschaft geleistet werden, schreibt Agrofutura in einer Mitteilung.

Mehrbelastung für Tiere und Mensch

Grössere Rinderalpen, auf denen Tiere verschiedener Betriebe aus mehreren Kantonen gesömmert werden, waren in den letzten Jahren vermehrt mit Klauenkrankheiten konfrontiert. «Kranke Klauen bedeuten für die Tiere Stress und Schmerzen», heisst es weiter. Tiere auf der Alp zu behandeln bedeute nicht nur einen höheren Medikamenteneinsatz für die betroffenen Alpen, sondern auch eine grosse Mehrbelastung für das Hirtepersonal.

Rinder in unwegsamen Gelände einzufangen, zu separieren und über mehrere Tage hinweg zu behandeln, sei das kaum mehr bewältigbar. Aufgrund Überlastung drohen gemäss Agrofutura Kündigungen des Personals. Das wiederum gefährdet den Betrieb der Alpen.

Kantone Uri und Schwyz

Deshalb wollen die Ämter für Landwirtschaft der Kantone Uri und Schwyz, der Veterinärdienst der Urkantone, die Korporation Uri und die Hirteverwaltungen Surenen und Fiseten dieses Problem jetzt gemeinsam angehen.

Fachlich begleitet durch den Rindergesundheitsdienst und organisatorisch unterstützt durch die Agrofutura setzen sie das vom Bundesamt für Landwirtschaft finanziell unterstützte Projekt «Gesunde Tiere, attraktive Hirtenstellen und weniger Medikamente auf grossen Rinderalpen» von 2020 bis 2022 um.

Anleitungen und Hilfsmittel

Durch das Projekt soll die Bewirtschaftung der Alpen Langfristig gesichert und das Wohlergehen der Tiere erhalten und gesteigert werden. Zudem soll der Einsatz von Tierarzneimitteln auf betroffenen Alpen sinken. Während der Projektzeit wird die Situation bezüglich Klauenkrankheiten auf den Pilotalpen detailliert erhoben.

Die daraus entstehenden Anleitungen, Hilfsmittel und Beratungsunterlagen sollen aufzeigen, mit welchen organisatorischen und technischen Massnahmen die betroffenen Betriebe und Alpen Klauenkrankheiten vor, während und nach der Alpung verhindern oder zumindest reduzieren können.

Um die Schlegelfäule zu reduzieren, müssen feuchte Stellen auf Weiden reduziert werden,
Adrian Zurfluh

Schlegelfäule ist Problem

Nach dem Alpsommer 2020 liegen bereits erste Erkenntnisse zur Verbesserung der Klauengesundheit auf grossen Rinderalpen vor. Bakteriologische Untersuchungen zeigten, dass vor allem Panaritium (Schlegelfäule) auftritt und sich ausbreitet. Andere häufige Klauenkrankheiten wie Mortellaro spielen auf den beiden untersuchten Alpen keine Rolle.

Die Bakterien, die an der Schlegelfäule beteiligt sind, kommen überall vor, wo die Rinder sind. Die einmalige Desinfektion der Klauen mit einem Klauenbad beim Alpauftrieb bringt gemäss Mitteilung keine ausreichende Wirkung. Die Befragung der Betriebe zeigt zudem, dass weder die Klauenpflege, die Fütterung oder das Stallhaltungssystem der Tiere im Heimbetrieb einen Einfluss auf das Vorkommen von Schlegelfäule auf der Alp haben. Zusätzliche spezifische Vorkehrungen auf den Heimbetrieben vor der Alpung sind deshalb nicht notwendig. 

Zwei entscheidende Faktoren

Gemäss den Tierärzten sind im Kampf gegen die Schlegelfäule zwei Faktoren entscheidend: Einerseits die Minimierung der Gefahr für Klauenverletzungen auf den betroffenen Alpen und andererseits die Reduktion feuchter Stellen auf Weiden. Vor allem bei Tränkestellen vermehren sich die Bakterien rasch.

Erste Ansätze zur Reduktion der Verletzungsgefahr der Tiere haben sich im Alpsommer 2020 bewährt. Die Separierung und getrennte Weideführung von trächtigen und nicht trächtigen Rindern führt zu ruhigeren Herden. 

One Response

  1. Gratuliere zum Ergebniss! Das hätten wir Bündnder euch noch vor dem zMorget und au vorm melcha chöna säga. Hoffa ier bringed no was bruchbarers…

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