Freitag, 5. März 2021
04.01.2021 16:15
Bern

Spaziergänger füttern Brot – Schafe tot

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Von: blu

Im bernischen Biberen sind in den vergangenen Tagen vier Schafe verendet. Die Tiere haben sich mit Brot «überfressen» und starben an Übersäuerung. Die Schäfer appellieren an die Bevölkerung, das Füttern zu unterlassen.

Das Felder im Westen von Bern sind mit einer dünnen Schneedecke bedeckt. Für die mehrere hundert Schafe kein Problem, sie finden auf den Feldern genügend Nahrung.

Mägen mit Brot gefüllt

Einige Spaziergänger sahen das offenbar anders. Sie haben den Tieren Brot zugefüttert. Dies mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht böser Absicht. Das Füttern hatte tödliche Folgen, wie «20 Minuten» berichtet. Denn innerhalb von wenigen Tagen sind vier Schafe gestorben.

«Die Todesursache wurde klar, als wir den toten Schafen den Magen aufschnitten», sagt ein Junglandwirt. Der Pansen – der erste und grösste Vormagen der Wiederkäuer – war in allen Fällen mit Brot gefüllt: «Die Tiere sind an einer Übersäuerung gestorben», so der 22-Jährige zu «20 Minuten». Eine Überdosis an Stärke habe den vier Mutterschafen das Leben gekostet.

Schaf kann Menge nicht einschätzen

Gemäss dem Landwirt haben Spaziergänger das Brot an die Schafe verfüttert. Vier Tiere haben das Brot fast im Alleingang verschlungen. «Ein Schaf kann nicht einschätzen, wie viel Brot ungesund ist. Es frisst einfach weiter», so der Landwirt weiter.

Brot kann somit zu einer tödlichen Gefahr werden. Die Stärke des Brotes könne nicht mehr abgebaut werden, sagt Odilo Fässler von der Schafzuchtgenossenschaft Fällanden. «Dies kann zu Blähungen oder Durchfall führen», erklärt der Schafzüchter. Im Extremfall führe die Stoffwechselstörung, die Pansenazidose, zum Tod durch Kreislauf- oder Nierenversagen.

Keine Tiere füttern

Nebst dem emotionalen Schmerz bedeutet der Abgang für die betroffenen Bauern auch eine finanzielle Einbusse. Die Schafe hätte im Frühling gelammert. «Für uns ist ein Schaden von rund 1000 Franken entstanden», sagt der Landwirt zu «20 Minuten».

Die Schäfer haben die Herde nun in eine Weide gezügelt, die für die Spaziergänger weniger zugänglich ist. Auf das Füttern fremder Tiere solle verzichtet werden, appellieren die Schäfer an die Bevölkerung. Um die Schafe zu füttern, brauche es Fachwissen.

Pansenazidose

Pansenazidose wird durch die Gabe einer zu grossen Menge an Kohlehydraten in der Ration hervorgerufen. Diese können von den Pansenmikroben nicht mehr in vollem Umfang abgepuffert werden. Laktobazillen übernehmen deren Aufgabe, produzieren aber aus den Kohlehydraten keine flüchtigen Fettsäuren, sondern Milchsäure, die die Pansenschleimhaut nachhaltig schädigt und in weiterer Folge zu einer stoffwechselbedingten Übersäuerung und Organversagen führt.

Bei der schweren Verlaufsform, der akuten Pansenazidose, verweigern die Schafe die Nahrungsaufnahme, auch Wasser wird verweigert. Die Tiere zeigen Flankenzittern und werden apathisch. Zähneknirschen aufgrund der starken Schmerzen im Pansen und Bauchraum ist zu erkennen. Der Puls beginnt zu rasen, die Körpertemperatur bleibt aber fast immer im Normbereich.  Der Bauch ist gespannt und die Tiere zeigen Schmerzen, wenn man den Pansen abtasten möchte. Das Maul riecht sauer und meistens zeigen die Tiere auch wässrig-schaumigen Durchfall, Harn wird nur wenig bis gar nicht abgesetzt. Die Augen sinken tief in die Augenhöhlen ein. Bereits wenige Stunden nach Krankheitsbeginn liegen die Tiere fest, fallen schliesslich ins Koma und verenden unter Schmerzen.

Liegen die Tiere bereits fest, besteht nur noch eine geringe Chance auf Heilung, die Tiere benötigen Infusionen oder eine Intensivtherapie, die meist unwirtschaftlich ist.

Tierärztin Gabriele Deinhofer, Landwirtschaftskammer Salzburg auf bio-austria.at

14 Responses

  1. Wann werden es die Leute endlich lernen?
    Was würdet ihr denn davon halten, wenn fremde Leute eure Katzen füttern würden?
    Zeigt doch bitte etwas Respekt vor andern Tierhaltern und haltet euch an ihre Regeln.
    Freut euch am Anblick der Tiere, aber
    Füttert keine fremden Tiere und lasst keinen Müll liegen, wir Menschen sind nicht allein auf dieser Welt, nur mit gegenseitiger Rücksichtsnahme, können solche Probleme verhindert werden.

  2. Man sollte nie Tiere füttern die einem nicht gehören . Beim Brot kommt ja noch möglicher Schimmel hinzu , was auch sehr gefährlich ist für die Schafe . Man kann ja den Bauern fragen ob er das Brot gebrauchen kann . Ich bringe mein Brot , trocken und gut sortiert und in kleinen Stücken , auch einem Bauern . Dieser weiss dann aber genau wie richtig füttern .

  3. Die Menschen studieren nicht. Man sollte keine Tiere mit Brot füttern die in freier Natur leben. Es gibt Schimmel im Brot. Es ärgert mich auch, dass die rücksichtslosen Menschen Büchsen in die Weiden schmeißen, wo Kühe Gras fressen. Leute zeigt einmal Respekt den Bauern gegenüber. Es tut mir sehr leid für die Bauern. Viel Glück

    1. Dieser Spruch trifft! Dies sollte auf Tafeln gedruckt und überall aufgestellt werden wo Tiere sind. Fraglich ist, ob die Idioten es auch lesen können. Meine Katzen werden auch fremdgefüttert.

  4. Sicher Städter die ihr Brot so entsorgen. Ein Drama für die armen Schafe. Wieso müssen Menschen denn immer wieder fremde Tiere füttern, aber keine Ahnung haben, weder von Tieren noch vom Futter. Enten füttern mit Brot ist auch so ein absolutes no go

  5. Solche trottel gibt es unter uns…mammamia….VERLORENE GESELLSCHAFT!! LIEBER GOTT LASS HIRN REGNEN !!! FÙR DIE GESELLSCHAFT° BIITTEEEE….( MEHR EINS SEIN MIT TIEREN UND NATUR)!!!! DIE BAUERN SCHAUEN GUT ZU IHREN TIEREN…DIE VERHUNGERN NICHT..!!!! VERSPROCHEN???

  6. ja das ist schlimm…arme tiere!!!
    es sollten mehr tafeln aufgestellt werden
    nicht füttern… sonst tot!! etwas radikal vorgehen… auch für die dümmsten klar!
    gleichzeitig bitte noch eine anmerkung allgemein für tierhalter!
    mehr unterstænde mit wasser…!!!!!!

  7. An die Menschen, die hier schreiben „die armen Tiere“ und gleichzeitig Fleisch konsumieren.
    Ich finde es schon immer wieder erstaunlich, dass dem Mensch die Tiere leidtun, wenn sie anderweitig sterben als für sie auf der Schlachtbank.
    Spaziergänger füttern Brot, Schafe tot = arme Tiere
    Lastwagen mit Nutztieren auf dem Weg zum Schlachthof, Unfall, Tiere tot = arme Tiere. Schlachthof, Tiere werden getötet = egal, dafür bezahle ich auch noch.
    Sorry, aber das ist so eine Doppelmoral.

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