Dienstag, 29. November 2022
16.09.2022 10:58
Futterbau

Maisanbau wegen  Maiswurzelbohrer eingeschränkt

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Von: mgt/blu

Der Maiswurzelbohrer breitet sich im Kanton St. Gallen aus. Aufgrund seines grossen Schadenpotenzials müssen neu auch Bauern im Fürstenland sowie im Linthgebiet den Maisanbau einschränken. Auch im Fürstentum Liechtenstein wurde der Schädling entdeckt.

In den letzten beiden Jahren war bereits das Rheintal von diesem Schädling betroffen. In diesem Jahr ist wurde der Maiswurzelbohrer auch im Fürstenland und im Fürstentum Liechtenstein entdeckt. Nun müssen Massnahmen ergriffen werden. 

Gemäss der Richtlinie des Bundes zur Verhinderung der Ausbreitung darf in einem Radius von zehn Kilometern um den befallenen Standort kein Mais auf Mais angebaut werden. Diese Vorgabe zur Fruchtfolge ist eine sehr effektive Massnahme, die Population des Maiswurzelbohrers auf einem tiefen Niveau zu halten. 

Das Landwirtschaftsamt des Kantons St. Gallen hat dazu eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. In folgenden Gemeinden ist es 2023 verboten, auf Flächen Mais anzupflanzen, auf denen bereits 2022 Mais angebaut wurde: Wil, Zuzwil, Uzwil, Oberuzwil, Jonschwil, Lütisburg, Rapperswil-Jona, Benken, Kaltbrunn, Schänis, Weesen, Pfäfers, Bad Ragaz, Vilters-Wangs, Sargans, Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams, Sennwald, Rüthi, Oberriet, Eichberg, Altstätten, Marbach, Rebstein, Balgach, Diepoldsau, Widnau, Berneck, Au und ­St. Mar­grethen.

In den gelb eingezeichneten Gebieten darf 2023 kein Mais angebaut werden, wenn im 2022 bereits Mais auf der Fläche gewesen ist.
Kanton St. Gallen

Bei den folgenden Gemeinden betrifft das Verbot die Gebiete, welche im Zehn-Kilometer-Radius um die Befallsherde liegen: Niederhelfenschwil, Niederbüren, Oberbüren, Flawil, Degersheim, Neckertal, Bütschwil-Ganterschwil, Mosnang, Kirchberg, Eschenbach, Gommiswald, Mels, Rheineck und Thal. Die Grenzen erfolgen gemäss Planausschnitt unter Maiswurzelbohrer.

In Liechtenstein wird der Maisanbau für das Kalenderjahr 2023 ebenfalls auf denjenigen Flächen verboten, auf denen bereits im Kalenderjahr 2022 Mais angebaut wurde.

Maiswurzelbohrer

Der westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) stammt aus Nordamerika und ist dort der bedeutendste Maisschädling. Die Hauptschäden verursachen die Larven des Käfers, die sich vor allem von Maiswurzeln ernähren und diese abfressen. Diese Frassschäden beeinträchtigen den Wasser- und Nährstofftransport, begünstigen Infektionen durch Pilze und führen zum Verlust der Standfestigkeit. Besonders gravierend ist das Problem in Gebieten mit Mais-Monokulturen. In den 90er-Jahren wurde der Käfer nach Europa verschleppt und hat sich seither in Ost- und Zentraleuropa ausgebreitet. In der Schweiz konnte sich der Schädling dank dem Fruchtfolgesystem nicht etablieren.

Die etwa 5-6 mm langen Käfer haben einen schwarzen Kopf mit dunklen, fast körperlangen Fühlern, ein gelbes Halsschild und schwarze Deckflügel mit seitlich gelegenen, gelben Streifen. Diese Streifen variieren in ihrer Breite bzw. fehlen auch manchmal. Der Hinterleib und die Beine sind gelb, die Beine können stellenweise aber auch angedunkelt bis fast gänzlich dunkelbraun sein. Die Käfer krabbeln auf den Maispflanzen flink umher und können auch gut fliegen. Die schlanken, weisslichen Larven haben drei Beinpaare. Die Kopfkapsel und das Chitinschild am Hinterende sind braun. Die Grösse variiert je nach Stadium zwischen 3 und 15 mm. Die ovalen, beigefarbenen Eier sind etwa 0,3 mm groß und mit freiem Auge nicht sichtbar.

Der Maiswurzelbohrer legt im Herbst seine Eier in bestehenden oder bereits abgeernteten Maisfeldern ab. Die Larven schlüpfen im nächsten Frühjahr/Frühsommer und machen ihren Reifungsfrass, indem sie die Wurzeln der Maispflanze fressen. Das verursacht bedeutende Schäden. Da die Larve auf Mais angewiesen ist, lässt sich der Käfer durch einen Anbauunterbruch von einem Jahr effizient bekämpfen. 

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