Samstag, 23. Oktober 2021
27.09.2021 17:42
St. Gallen

Maisanbau wegen Maiswurzelbohrer eingeschränkt

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Von: mgt

An fünf Fallenstandorten im St. Galler Rheintal ist in diesem Jahr erneut der Maiswurzelbohrer aufgefunden worden. Der aus Nordamerika stammende Schädling hat grosses Schadenpotenzial. Er wurde bereits in den letzten beiden Jahren im Rheintal entdeckt. Folglich ist der Maisanbau nun wiederum eingeschränkt.

Der Maiswurzelbohrer verursacht bedeutende Schäden. Der Käfer legt im Herbst seine Eier in bestehende oder bereits abgeerntete Maisfelder ab.

Die Larven schlüpfen im nächsten Frühjahr/Frühsommer und machen ihren Reifungsfrass, indem sie die Wurzeln der Maispflanze fressen. Dadurch, dass die Larve auf Mais angewiesen ist, lässt sich mit einer Fruchtfolge eine geeignete Bekämpfungsstrategie gegen den Käfer führen, schreibt der Kanton St. Gallen am Montag in einer Mitteilung. 

Gemäss der Richtlinie des Bundes zur Verhinderung der Ausbreitung ist in einem Radius von 10 Kilometern um den Fallenstandort zwingend eine Fruchtfolge einzuhalten. Das Landwirtschaftsamt hat deshalb am 22. September 2021 eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. In folgenden Gebieten ist es verboten, im Jahr 2022 auf Flächen Mais anzupflanzen, auf denen bereits im Jahr 2021 Mais angebaut wurde: auf dem ganzen Gebiet der politischen Gemeinden Pfäfers, Bad Ragaz, Vilters-Wangs, Sargans, Wartau, Sevelen, Buchs, Grabs, Gams, Sennwald, Rüthi, Oberriet, Eichberg, Altstätten, Marbach, Rebstein, Balgach, Diepoldsau, Widnau, Berneck, Au und St.Mar­grethen sowie auf einem Teil der Gemeindegebiete der politischen Gemeinden Rapperswil-Jona, Flums, Mels, Rheineck und Thal.

Die Verfügung kann zusammen mit den Detailplänen der Gemeinden Rapperswil-Jona, Mels, Rheineck und Thal unter www.publikationen.sg.ch eingesehen werden.

Maiswurzelbohrer

Der westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera virgifera) stammt aus Nordamerika und ist dort der bedeutendste Maisschädling. Die Hauptschäden verursachen die Larven des Käfers, die sich vor allem von Maiswurzeln ernähren und diese abfressen. Diese Frassschäden beeinträchtigen den Wasser- und Nährstofftransport, begünstigen Infektionen durch Pilze und führen zum Verlust der Standfestigkeit. Besonders gravierend ist das Problem in Gebieten mit Mais-Monokulturen. In den 90er-Jahren wurde der Käfer nach Europa verschleppt und hat sich seither in Ost- und Zentraleuropa ausgebreitet. In der Schweiz konnte sich der Schädling dank dem Fruchtfolgesystem nicht etablieren.

Die etwa 5-6 mm langen Käfer haben einen schwarzen Kopf mit dunklen, fast körperlangen Fühlern, ein gelbes Halsschild und schwarze Deckflügel mit seitlich gelegenen, gelben Streifen. Diese Streifen variieren in ihrer Breite bzw. fehlen auch manchmal. Der Hinterleib und die Beine sind gelb, die Beine können stellenweise aber auch angedunkelt bis fast gänzlich dunkelbraun sein. Die Käfer krabbeln auf den Maispflanzen flink umher und können auch gut fliegen. Die schlanken, weisslichen Larven haben drei Beinpaare. Die Kopfkapsel und das Chitinschild am Hinterende sind braun. Die Grösse variiert je nach Stadium zwischen 3 und 15 mm. Die ovalen, beigefarbenen Eier sind etwa 0,3 mm groß und mit freiem Auge nicht sichtbar.

Seit 2003 wird die Maiswurzelbohrer-Situation in der Schweiz mittels Pheromonfallen jährlich überwacht. Die kantonalen Pflanzenschutzdienste stellen jedes Jahr über den Sommer ca. 200 Fallen auf; hauptsächlich in den Maisanbaugebieten und an Orten, wo der Käfer bereits im Vorjahr gefangen wurde. 

2021 wurde in 59 Fallen von insgesamt 206 Fallen Diabrotika-Käfer gefangen. Dies hat Fruchtfolge-Einschränkungen in 16 Kantonen zur Folge (AG, AR, BE, BL, BS, FR, GE, GR, JU, SG, SO, SZ, TI, VD, ZG und ZH).  Es gelten die von den kantonalen Pflanzenschutzdiensten verfügten abgegrenzten Gebiete. Agroscope/ages.at

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