Freitag, 3. Dezember 2021
25.08.2021 10:56
Graubünden

Wölfe nähern sich Hirtin – Rudel soll reguliert werden

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Von: blu

Kürzlich ereigneten sich auf einer auf einer Alp am Schamserberg zwei gefährliche Begegnungen zwischen einer Hirtin und Wölfen. Deshalb soll das Beverinrudel reguliert werden. Zudem hat das Vatertier ein sehr problematisches Verhalten aufzeigt. Der Kanton Graubünden hat den Abschuss beantragt.

In den vergangenen Wochen kam es zu zahlreichen Angriffen auf Nutztieren im Kanton Graubünden. Schafe wurden gerissen und getötet. Auch Rinder und Esel und wurden angegriffen. Nun kam es aber zu Zwischenfällen mit Menschen.

Wolf nähert sich bis 10 Meter an

Die Vorfälle ereigneten sich auf einer Weide. Bei der ersten Begegnung war die Hirtin zum Rekognoszieren einer Weidefläche mit dem Hirtenhund unterwegs, als ein Wolf sie von hinten auf einer Distanz von circa zehn Metern überraschte und anknurrte.

Gemäss Mitteilung des Amts für Jagd und Fischerei (AJF) des Kanton Graubündens verhielt sich die Hirtin gemäss Empfehlungen der Behörden und machte laut auf sich aufmerksam. Der Wolf entfernte sich in der Folge.

6 Welpen und 5 erwachsene Wölfe

Eine Woche später war die Hirtin zusammen mit ihrem Hirtenhund erneut in demselben Alpgebiet unterwegs. Plötzlich wurde sie von drei Wölfen überrascht. Die Raubtiere griffen den Hund an. Sie entfernten sich erst, als die Hirtin mit bestimmter Stimme auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Am gleichen Tag beobachtete die Hirtin und zwei Bauern an gleicher Stelle mindestens sechs Welpen sowie fünf ausgewachsene Wölfe. Das Amt geht davon aus, dass es sich um Wölfe des Beverinrudels handelt, das sich in diesem Jahr wieder reproduziert hat. Die beiden Vorfälle haben die Bevölkerung am Schamserberg verunsichert. «Sie machen sich grosse Sorgen um die Sicherheit von Mensch und Tier», schreibt der Kanton.

Verletzte Rinder und Esel

Nach Einschätzung der kantonalen Wildhut handelt es sich um zwei plausible Darlegungen sehr problematischen Verhaltens von Wölfen mit dem Potential zur Gefährdung von Menschen gemäss Definition des Konzepts Wolf Schweiz. Der Kanton hat aufgrund des aggressiven Verhaltens der Wölfe beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) einen Antrag zur Bewilligung einer Regulation des Beverinrudels gestellt. Das Amt geht davon aus, dass die drei während dieser Weidesaison verletzten Esel und zwei verletzten Rinder auch zu Lasten dieses Rudels gehen.

Der Kanton führt nebst dem aggressiven Verhalten weitere Gründe auf:  

– Die Schwelle der Anzahl gerissener Nutztiere in konform geschützten Schaf- und Ziegenherden im Streifgebiet des Beverinrudels ist erreicht.

– Das Vatertier des Beverinrudels hat wiederholt ein problematisches Verhalten aufgezeigt. Deshalb wurde beim Bund der Abschuss dieses Tiers beantragt.

Kanton fordert rascheres Eingreifen

Beim Kanton zeigt sich besorgt darüber, dass die Wölfe auch Tiere in Rinder- und Eselherden angreifen und teils schwer verletzen. «Dies entspricht im Vergleich zur Gefährdungs- und Schadensentwicklung bei Schafen und Geissen einer neuen, schwerer wiegenden Eingriffstiefe», schreibt das AJF.

Weil sich in den vergangenen Wochen auch gefährliche Ereignisse mit Menschen ereigneten, fordert der Kanton den Bund «mit Nachdruck auf, die einschlägigen Vorschriften zum Abschuss von Wölfen in schweren Fällen wie zum Beispiel bei einer Gefährdung von Menschen zeitnah und effektiv zu flexibilisieren.»

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32 Responses

  1. Schon zwei Mal wurde ich mit einer Wolfsbegegnung beschenkt und beide Male sind die Wölfe geflüchtet, als sie meiner gewahr wurden. Eigenartig, dass diese scheuen Tiere ausgerechnet eine Hirtin bedrohen. Diese ist bestimmt über jeglichen Zweifel erhaben, nicht aus Eigeninteresse Geschichten zu erfinden. Wo sind die DNA Spuren am Hund? Die Wölfe müssen den Hund ja schwer verletzt haben. Wo es nicht passt, wird es passend gemacht.

    1. Genau das wird ja das Problem sein, diese Rudel verliert aus was für Gründen auch immer die Scheu vor Menschen und flüchten halt eben nicht mehr.

      1. Wolfsangriffe auf Menschen sind bewiesen der Tollwut und Anfütterung durch Menschen geschuldet. Tollwut haben wir nicht, aber mit Anfütterung könnten Angriffe auf Menschen vorsätzlich provoziert werden. Das Ziel der Wolfsgegner ist die erneute Ausrottung und da ist jedes Mittel recht. Ich werde von diesem Klientel massiv bedroht. Wer weiss, was da sonst noch alles im Busch ist?

    2. Schön, dass es sie noch gibt. Wiederholen wir doch wieder einmal alles ganz langsam. Fleischkonsum zerstört den Planeten, verursacht Hungersnöte, Schafe und übrige Nutztiere sterben, weil sie unbehirtet sind. Fleisch essen macht dumme Leute. Veganes essen macht schlanke, hochintelligente,intelektuelle Menschen, die die Welt retten. Damit sind schon ein guter Teil, der Anliegen ausgebreitet. Weiterer Kommentar überflüssig.

      1. @ Kontrolleur
        Schön, wie Sie das gesagt haben. Alle mir bekannten Veganer sind mit mindestens einem Uniabschluss gesegnet, während die mindergebildete Unterschicht Tierprodukte im Übermass konsumiert. Ob nun aber der Konsum von Tierprodukten dumm macht, oder nur intelligent geborene Menschen die Kausalität von Nutztierhaltung und Hungersnöten, sowie Umweltverschmutzung erkennen, wäre zu erforschen. Was war zuerst da, Huhn oder Ei? Dummheit oder Tiere essen?

        1. Ist doch noch ein Kommentar wert. Da muss der veganische Bekanntenkreis sehr klein sein. Bei solcher Einbildung, auf die sogenannte obere Schicht, ist es offensichtlich, dass man den tiefen Fall gar nicht mehr bemerkt.

        2. Zum einen ist das menschliche Hirn nachweislich dank dem Fleischkonsum auf die heutige Grösse herangewachsen und zum andern wurde erst kürzlich wissenschaftlich belegt, dass Tofu und Soja ich die Fruchtbarkeit von Männern erheblich beeinträchtigt. Passt zwar nicht ganz zum Thema aber stimmt mich doch ein wenig zuversichtlich…

    3. Der Wolf hat sicher gedacht – Gleich und Gleich gesellt sich gern – oder vielleicht – Ein Ungeheuer kommt selten allein !

  2. Den ganzen Rudel einfangen und in die Grossstadt Zürich verfrachten. Dann wird der Rudel ganz schnell ein Problemwolf!!!!
    Auch der Wolf war früher am Zürisee unterwegs und hat seine Berechtigung hier zu Leben.

      1. Liebe Wölfin, warst Du schon auf einer Alp am Arbeiten und hast diesen Aufwand der ÄlplerInnen für den Herdenschutz und den täglichen Arbeit miterlebt, dann würdest Du nicht solchen Schwachsinn schreiben.
        In einem geschützten Büro hocken und den Älplern und Landwirten sagen, was sie zu tun haben.

        1. Lieber Heinz,
          ich lehne Nutztierhaltung ab, da ich vegan lebe. Deswegen sehe ich auch den Sinn darin nicht, auf einer Alp Nutztiere zu hüten, von welchen das Zehnfache und mehr an der Zahl an Krankheit und Unfall verenden, wie an Wolfsrissen. Nutztiere sind träge und unfähig dazu zu flüchten. Warum wundert man sich darüber, dass der Wolf den bequemen Weg begeht und sich am Buffet bedient, welches ihm die Menschen präsentieren?

  3. Willkommen in der Realität. Die Konditionierung der Wölfe hat eine weitere Eskalationsstufe erreicht.
    Das Schweizer Wolfskonzept läuft aus dem Ruder. So wie unsere Nachbarländer schlittern wir in eine Fiasko! Die von den Wolfsbefürwortern vollmundig angepriesenen Lösungen mit Herdenschutz etc. werden ihrer Lügen gestraft.

  4. Nach den 1. Rissen an Menschen werden sich Wölfin, BAFU, WWF, ProNatura, Grüne, Linke + Co. schön ins Schweigen hüllen. Zur Rechenschaft wird man sie nicht ziehen können. Aber das Stimmvolk kann ihnen die Quittung geben…

    1. Bei Wolfsangriffen auf Menschen leidet der Wolf entweder an Tollwut, oder er wurde von dummen Menschen angefüttert. In der Schweiz haben wir keine Tollwut, aber ich kann mir aber gut vorstellen, dass Wolfshasser mit eben solchen Anfütterungen Angriffe auf Menschen provozieren, um endlich das zu bekommen was sie wollen. Die erneute Ausrottung des Wolfes ist das Ziel. Da ist gewissen Bürgern jedes Mittel recht. Das Wolfshasser nicht zimperlich sind, weiss ich spätestens seit ich bedroht werde.

  5. Liebe Wölfin
    Ich finde es schön, dass Sie eine eigene Meinung haben, das dürfen Sie auch. Aber niemand hat das recht über etwas zu Bestimmen, wenn der oder die, diese Situation noch nie selber miterlebt hat.
    Darf ich Ihre Nummer haben?
    Ich möchte Sie sehr gerne zu uns auf die Alp einladen, wenn wieder Tiere vom Wolf gerissen werden. Dann möchte ich, dass Sie diesen Tieren die Gerissen wurden, aber noch leben, bei ihren letsten Atemzügen zuschauen und ihren letzten schmerzenden Schreien zuhöhren

    1. Lieber Älpler mit Liib und Seel, leider kann ich Ihr Angebot nicht annehmen. Ich lebe vegan und lehne Nutztierhaltung ab. Natürlich gilt mein Mitgefühl den Nutztieren, welche nur angefressen werden und leiden müssen. Aber es ist doch der Mensch, der dem Wolf Nutztiere als Selbstbedienungsladen präsentiert, so dass der Wolf gegen die Natur auf Vorrat reisst. Muss er Wildtiere jagen, reisst er nur ein Tier und frisst sich daran satt und das Leid des Beutetiers ist zeitlich begrenzt.

      1. Schon mal was von Blutrausch gehört? Schon mal Ziegen flüchten gesehen? Wirklich keine Fluchttiere? Schafe? Bleiben sogar immer direkt beim Metzger stehen, sie wollen geschlachtet oder gefressen werden, aber dies versteht ja eine Veganerin nicht mehr – ich auch nicht mehr!!!

  6. Selten habe ich solche Überheblichkeit erlebt, wie sie Wölfin hier an den Tag legt.
    Eine Arroganz die Ihresgleichen sucht.

  7. Nun bin ich fest entschlossen, meine Ernährung nicht umzustellen und meine Nutztiere weiter zu hegen und zu pflegen; da ich gewahren muss: dass bei veganer Ernährung der gesunde Menschenverstand verloren zu gehen scheint !

  8. @Wölfin
    Wie kann man als „gebildete Person“ nur soo viel S schreiben. Keine Ahnung, aber im Internet den Dicken markieren. Genau solche Leute brauchen wir, denn sie bringen uns weiter und bringen konstruktive Lösungen.(NICHT) Wie würden sie wohl überleben wenn sie weder Handwerker noch Landwirte um sich hätten und es nur noch „gebildete Leute“ mit gewissen Hochschulabschlüssen geben würde…Zuerst deken, dann schreiben, danke!
    Es grüsst ein dummer Landwirt mit Weiterbildung/Zimmermann

  9. Die Hirtin hatte ihren Hund dabei. Aus diesem Grund haben sich die Wölfe auch genähert. Ein Hund gilt als Eindringlin in das Wolfsrevier. Das Knurren galt dem Hund und nicht der Hirtin. Als die Hirtin sich laut bemerkbar machte, sind die Wölfe auch wieder verschwunden. Das Verhalten der Wölfe also völlig normal. Auch unsere Hunde verteidigen ihr Revier und ihren Raum. In dieser Begegnung war also überhaupt keine Gefahr für die Hirtin. Kein Grund zur Regulierung des Rudels.

    1. Merkt ihr nicht was abgeht? Es gibt offenbar sich auserwählt wähnende Elitegruppen, die an einem grossen Plan zur Rettung ihrer Umweltsünden arbeiten: eine stark reduzierte Menschheit soll künftig in Städten leben, industrielle Landwirtschaft an besten Standorten soll Nahrungsmittel liefern und dadurch frei werdendes Landwirtschaftsgebiet soll zu Naturparks umfunktioniert werden. Linksgrüne, Veganer und Umweltverbände sind ihre Handlanger, geschützte Grossraubtiere beschleunigen den Prozess.

  10. Wo bleibt eigentlich der Respekt Mensch und Tier gegenüber bei all diesen Kommentaren? Bin einige Jahre zAlp gegangen, Hunde- und Ponyhalterin, Habe im Gebiet des Calandarudels gelebt und jetzt im Beverinrudel. Kenne also die Problematik. Gesunden Menschenverstand , Akzeptanz und konstruktive Lösungen sind angebracht. Diese gegenseitigen Hasskommentare sind voll daneben und unsachlich.

  11. Ganz der Meinung, aber gesunder Menschenverstand ist leider kein Mass, das mit einem Gerät , oder Doppelmeter, gemessen weden kann. Darum gehen die Meinungen so weit auseinander. Akzeptanz, der Realität und Achtung von
    Tatsachen wäre angebracht. Warum brauchen wir bei einer Bevölkerungsdichte, von 8,5 Millionen Einwohnern, in der kleinen Schweiz wieder Grossraubtiere?

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