Freitag, 3. Februar 2023
11.07.2022 06:39
Graubünden

Wolfsattacke auf Mutterkuh: Taten gefordert

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

In Graubünden haben mehrere Wölfe in der Nacht auf Samstag eine Mutterkuh angegriffen und getötet. Es handelt sich laut den Behörden um den ersten Fall im Kanton, bei dem ein ausgewachsenes Nutztier aus einer Rinderfamilie von einem oder mehreren Wölfen getötet wurde. Erste Stimmen fordern bereits Taten.

«Jetzt müssen wir handeln», sagte der Bündner Mitte-Nationalrat Martin Candinas in der «Tagesschau»-Hauptausgabe des Deutschschweizer Fernsehens SRF am Sonntagabend. Dies, «um noch Schlimmeres zu verhindern und damit wir auch in Zukunft eine funktionierende ökologische Landwirtschaft im Berggebiet haben können».

Candinas fordert eine proaktive Regulation des Wolfes, bevor Schaden entstehe. In der Schweiz gilt der Wolf allerdings als geschützte Tierart. Laut dem Bundesamt für Umweltschutz (Bafu) hat der Bundesrat die Jagdverordnung für den Alpsommer 2022 bereits angepasst, um den Herdenschutz zu stärken. Somit können auch die Kantone in Wolfsbestände eingreifen.

«Absolut neue Dimension»

Was den neuesten Wolfs-Vorfall in Graubünden betrifft, bezeichnete der Amtsleiter für Jagd und Fischerei, Adrian Arquint, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA die Tötung einer ausgewachsenen Mutterkuh als «absolut neue Dimension».

Der Vorfall hatte sich auf der Alp Nurdagn am Schamserberg ereignet, wie der Kanton Graubünden am Samstagabend mitteilte. Der Fundort des toten Nutztieres lag im Streifgebiet des sogenannten Beverin-Rudels.

Die Mutterkuh wurde auf einer Weide am Schamserberg angegriffen.
Facebook

Abschuss von Vatertier abgelehnt

Alppersonal habe beobachtet, dass etwa drei Wölfe die Mutterkuh stark «genutzt» hätten, sagte Arquint weiter. Die siebenjährige Kuh befand sich nach Angaben der Behörden zusammen mit weiteren Artgenossen innerhalb eines eingezäunten Areals. Dieser Zaun gelte aber nicht als Herdenschutzmassnahme. Bei grösseren Nutztieren seien keine solche Vorkehrungen mehr vorgesehen, sagte der Amtsleiter.

Der Kantonsvertreter äusserte sich über den Vorfall sehr besorgt. Die Wölfe des Beverin-Rudels würden sich bereits seit mehreren Jahren «sehr problematisch» verhalten. 2020 riss das Rudel einen Esel. Die Raubtiere seien geübt darin, Herdenschutzmassnahmen zu umgehen, sagte Arquint weiter. Einen Antrag, das Vatertier des Rudels abzuschiessen, wies der Bund jedoch ab.

Peilsender für Wolf

Die Wildhüter wollen nun die Tiere vertreiben. Dafür soll am Rissort ein Wolf des Beverin-Rudels narkotisiert und mit einem GPS-Sender ausgerüstet werden. Mit dem Peilsender wollen die Behörden mehr Informationen über das Raumverhalten der Tiere sammeln. Ausserdem würde eine solche Aktion die Raubtiere «vergrämen».

Im Streifgebiet dieses Wolfsrudels sei die vom Bund für sogenannte Regulationsabschüsse vorgegebene Schwelle der Anzahl gerissener Nutztiere bereits vor dem Vorfall auf der Alp Nurdagn erreicht worden, hiess es in der Mitteilung weiter. Solche Abschüsse seien aber derzeit erst möglich, wenn der Umfang des Nachwuchses im Rudel bestätigt werden könne.

Dies könne noch bis Ende Juli, spätestens Anfang September dauern, sagte Arquint. Dann werde voraussichtlich die Hälfte der Jungtiere abgeschossen.

Mehr zum Thema
Regionen

Die genaue Unfallursache ist noch unklar. (Symbolbild)Kapo SG In Balterswil TG war ein Mann am Samstagnachmittag mit Holzerarbeiten beschäftigt. Dabei ereignete sich ein Arbeitsunfall. Der 31-Jährige zog sich mittelschwere Verletzungen…

Regionen

Lidl Schweiz hat in Weinfelden eine neue Solaranlage in Betrieb genommen.Lidl Lidl Schweiz nimmt eine neue Solaranlage in Weinfelden TG in Betrieb. Die Anlage ist auf dem Dach des neuen…

Regionen

Eine Thurgauer Metzgerei verkauft zwischen 2018 und 2019 importiertes Fleisch und deklariert es als Schweizer Ware.succo 116 Tonnen Rind- und Kalbfleisch haben 2018 und 2019 ein Metzger aus dem Thurgau…

Regionen

Tiefseesaibling (oben) und Normalsaibling (unten) aus dem BodenseeFFS/LAZBW Vor knapp zehn Jahren wurden am Bodensee einige Exemplare des Tiefseesaiblings entdeckt – nachdem dieser über 40 Jahre lang verschollen war. Ein…

11 Responses

  1. Schrecklich, solch Bilder, von unseren Mutterkühen, ansehen zu müssen. Man stelle sich mal vor, was für Qualen, so eine Mutterkuh erleidet, bevor sie elendiglich verendet. Einfach nur schrecklich. Der Wolf dürfte in der Schweiz ,keinesfalls geschützt sein. Eine sofortige Gesetzesrevision wäre dringend notwendig.
    Was soll so etwas noch mit Natur zu tun haben.

  2. die bundesräte und alle wolfsbefürworter sind nichts anderes als die grössten tierquäler der schweiz,man sollte sie zusammen mit einem rudel wölfe einsperren und den schlüssel wegwerfen.

    1. Sehr richtig die Tessiner machten es richtig dass sie die Kadaver in die Stadt schafften.Warum Peilsender ,ein paar Kugeln aus dem Sturmgewehr für diese Bestien. Und danach Kuhkadaver und Wolfskadaver auf dem Zürcher Paradeplatz hinlegen.

  3. Es ist zum Mäusemelken – sprich zum Verzweifeln: Die Lösung ist seit Jahren bekannt: Ende Wolfexperiment, Punkt. Man hat sich in die Sackgase manövriert und es geht um die Ausstiegsdiskussion. Und die Parteien bewirtschaften dieses Thema. Wenn sogar HIER im Schweizer B. allzu kritisches zensiert wird und ein Chefredakteur der Bienenzeitung gegen die Bauern dümmlich polemisiert – da fragt man sich doch, weshalb noch so etwas mit einem Abo unterstützen? Ich fordere eine klare Linie hier!

  4. Projekte, die den Wolf, in der Schweiz, wieder heimisch machen, sind eine Zwängerei und die verschiedenen Orgaisationen, die durch Spendegeldern, gross geworden sind, haben es fertig gebracht, dass es zum Politikum, geworden ist.
    Das macht auch eine landwirtschaftlich Presse, nicht mehr ganz unabhängig. Möglicherweise, könnte in der heutigen Situation,( Krieg, Energieengpässe und drohende Hungersnot, weltweit ), eine Langsierung einer Volksabstimmung, Abhilfe schaffen. Umdenken hat stattgefunden

  5. Ausserhalb von Schutzgebieten sollten Wölfe gejagt werden dürfen. So würden nur „intelligente“ und scheue Tiere überleben und der Stress für die Bergbevökerung könnte wohl auf ein erträgliches Mass reduziert werden. Das „Wolfsproblem“ sollte eh föderalistisch angegangen werden!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE