Freitag, 7. Oktober 2022
14.08.2022 10:40
Neuenburg

Er hat Angst um seine Existenz

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Von: Oliver Metzler

Für den Bauschutt, der durch die Tunnelumfahrung in Le Locle anfallen wird, soll eine neue Deponie geschaffen werden. Betroffen von dem Projekt ist Landwirt Adrian Steinmann. Er fürchtet um seine Existenz.

   

Insgesamt drei Millionen Tonnen Bauschutt müssen während der geplanten Projektphase von 2025 bis 2030 verschoben werden. Dieser Bauschutt fällt durch den Tunnel an, der um Le Locle herum gebaut wird. Geplant ist, dass nur die Hälfte dieses Bauschutts mit dem Zug wegbefördert wird.

Die andere Hälfte soll durch 60 000 Lastwagenfahrten in das sechs Kilometer entfernte Le Cerneux-Péquignot NE gekarrt werden.

67 ha Kulturland zerstört

Die Firmen Orllati und von Arx planen dort eine riesige Baugrube, wo der Bauschutt gelagert und für die Weiterverwendung zerkleinert werden soll. Dieses Projekt würde gemäss den Opponenten qualitativ wertvollstes Kulturgut von einer Fläche von bis zu 67 Hektaren zerstören.

Adrian Steinmann, der seine Felder unmittelbar neben der geplanten Baudeponie hat, sieht dadurch seine Existenz bedroht. Gegen das Projekt regt sich nun Widerstand von einer Gruppe, zu der auch Adrian Steinmann gehört. Die Steindeponie soll nicht nur während der Phase des Tunnelbaus bestehen bleiben, sondern weit darüber hinaus. Es handelt sich also nicht nur um ein gemeinschaftliches Projekt, bei dem einzelne Bürger auf Kosten der Gesamtbevölkerung gewisse Nachteile in Kauf nehmen müssen. Da will sich eine gewinnorientierte Firma niederlassen.

Zudem soll dort dann auch leicht verschmutzter Aushub gelagert werden. Die Opponenten befürchten neben Luft- und Wasserverschmutzung auch Lärm, ein hohes Verkehrsaufkommen und massive Einbussen bei den Immobilienpreisen und im Tourismus. «Mein persönlicher Eindruck ist, dass dieses Projekt unaufhaltbar ist», befürchtet Steinmann.

Ausser sich vor Wut

Adrian Steinmann, der auf 33 Hektaren Viehzucht betreibt und mit 20 Kühen den Rohstoff für den Greyerzer AOP liefert, befürchtet, dass die Emissionen der Baugrube seine Futterproduktion gefährden werden. Er stört sich aber auch an einem anderen Aspekt.

Zurzeit läuft nämlich gegen ihn ein Strafverfahren, für das er sich im Herbst vor Gericht verantworten muss. Er soll trotz Genehmigung zu viele Steine auf seinem Land zertrümmert haben. Das entsprechende Amt ist zusammen mit Pro Natura rechtlich gegen ihn vorgegangen. Patrick Steinmann ist deswegen ausser sich vor Wut.

Gegen ihn wird ein Strafverfahren angestrengt, weil er zu viele Steine gebrochen haben soll, und andererseits soll eine Baufirma Dutzende von Hektaren qualitativ hoch stehendes Kulturland ungestraft für eine Deponie nutzen können. «Wenn diese Deponie kommt, ist unser Betrieb am Ende», beschreibt Steinmann die Situation.

Ökologische Lösung

Die Opponenten schlagen vor, dass nicht nur die Hälfte, sondern der ganze Bauschutt mit der Bahn wegtransportiert werden soll. Ungewiss ist die Position des Gemeindrates. Dieser machte zwar schon darauf aufmerksam, dass die Stimmberechtigten das letzte Wort haben werden.

Auf der anderen Seite wird aber jetzt bereits die Strasse zwischen Le Locle und Le Cerneux verbreitert, damit sich die Lastwagen dann auch kreuzen können. Für den 12. September ist eine Informationsveranstaltung geplant.

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5 Responses

  1. Hansrudi Arn
    79 Jahre aus Niederpipp hat im Mai 2022
    64.5 ha Grundstück gekauft das sich Ideal
    als Deponie eignet es ist zu vermuten das wen ein 79 Jahre alter nicht Landwirt eine Bewilligung vom Kanton Neuenburg erhält das eine geplante Sache zwischen Arn und Kanton Neuenburg ist.

  2. In den Amtsstuben im Kanton Neuenburg stinkt es gewaltig!
    Ich war im Mai 2022 an einer Konkurssteigerung von einem 65Ha Nachbarbetrieb. Ein bald 80 jähriger Greis hat den Zuschlag und eine Erwerbsbewilligung vom Kanton erhalten. Das die Bewilligung erteilt wurde war mir schleierhaft.
    Nach dem lesen dieses Artikels war mir klar: Hansruedi Arn, der Kanton und die Unternehmen Orllati und von Arx machen eventuell gemeinsame Sache! Unglaublich!

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