Diese Zahlen gab der für Sicherheit, Institutionen und Sport zuständige Staatsrat Frédéric Favre in seiner Antwort auf zwei dringliche Postulate am Freitag im Grossen Rat bekannt. Damit gab Favre einen Teil der Strategie zur Regulierung des Wolfes bekannt, die der Bergkanton am kommenden Montag vorstellen will.
Spezielle Ausbildung für Jäger
Der Kanton Wallis habe am 15. November ein entsprechendes Gesuch beim Bundesamt für Umwelt eingereicht. Favre hofft, dass die Bewilligung bis zum 1. Dezember eintrifft. Um den Abschussziel von 34 Wölfen zu erreichen, greift der Kanton auf die Jäger zurück, die eine spezielle Ausbildung absolvieren müssen.
Präventive Abschüsse – zusätzlich zu den bereits praktizierten Abschüssen als Reaktion auf Herdenangriffe – sollen künftig zwischen dem 1. September und dem 31. Januar möglich sein, wenn das Rudel eine Gefahr darstellt. Ausnahmsweise könnten Tötungen unter bestimmten Bedingungen auch im Sommer erlaubt werden, um das Vieh zu schützen, wie Favre weiter sagte.
So viele Abschüsse wie erlaubt
Angesichts der Erklärungen des Staatsrats hielten die Verfasser der beiden Postulate dennoch an ihren jeweiligen Texten fest. Der Grosse Rat nahm dasjenige der SVP Oberwallis mit 64 zu 57 Stimmen an. Der Text verlangt insbesondere, «so viele Wölfe zu töten, wie es die neue Verordnung erlaubt» und «eine Gruppe von Mitarbeitern einzusetzen, die mit der Regulierung des Wolfs beauftragt ist».
Das Kantonsparlament nahm auch jenes der Mitte Oberwallis mit 65 zu 58 Stimmen an. Dieses Postulat befasst sich insbesondere mit der Planung der Organisation mit den anderen betroffenen Kantonen. Die beiden Texte wurden an den Staatsrat überwiesen.
Schweizweit 300 Wölfe
Mit der Lockerung des Wolfsschutzes in der Schweiz können Wölfe neu geschossen werden, bevor sie Schaden angerichtet haben. Dies betrifft nicht nur einzelne Tiere, sondern ganze Rudel. Der Bundesrat hatte die Anpassung der Jagdverordnung Anfang November gutgeheissen. «Der Wolf bleibt auch mit dem revidierten Jagdgesetz eine geschützte Tierart», sagte Bundesrat Albert Rösti. Nur in begründeten Fällen dürften die Kantone ganze Rudel entfernen. Dies bedeutet, dass die minimale Anzahl Wolfsrudel in einer Region überschritten sein muss. In der Schweiz sind gemäss Jagdverordnung fünf Regionen mit bestimmten Mindestmengen an Rudeln festgelegt.
Derzeit sind in der Schweiz gemäss Angaben des Bundes 32 Wolfsrudel mit insgesamt rund 300 Wölfen unterwegs. Im Jahr 2020 waren es noch elf Rudel mit gut 100 Wölfen gewesen. In der Folge ist auch die Zahl der gerissenen Nutztiere gestiegen: von 446 im Jahr 2019 auf 1480 im vergangenen Jahr. Vor allem für die Alpwirtschaft mit Schafen und Ziegen ist das ein Problem. Aber die Wölfe reissen auch Kälber, Alpakas und Pferde.

Les Italiens vivent avec les loups dans les Abruzzes et vous, vous êtes complètement nuls pour protéger vos troupeaux.