Freitag, 25. Juni 2021
27.01.2021 10:50
Bär

Bär: Nutztiere sollen besser geschützt werden

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Von: sda/blu

Der Bund will Nutztiere und Bienenhäuser besser vor Bären schützen. Zu diesem Schluss kommt der Bundesrat in einem am Mittwoch verabschiedeten Bericht über den Umgang mit Bären in der Schweiz.

Die bisherige Praxis im Umgang mit wilden Braunbären entspreche den gesamteuropäischen Richtlinien und habe sich bewährt, teilte der Bundesrat mit. Potential bestehe dagegen bei der Schadensprävention.

200 Schafe gerissen

In den letzten 15 Jahren rissen eingewanderte Bären in der Schweiz dem Bericht zufolge rund 200 Schafe, vereinzelt auch Ziegen, Esel und ein Kalb. Zudem plünderten sie gegen 20 Bienenstöcke und brachen in Alphütten und Ställe mit Nahrungsvorräten ein.

Die öffentliche Hand zahlte rund 120’000 Franken für die Entschädigung von Nutztierrissen und 30’000 Franken für beschädigte Bienenstöcke. Bund und Kantone tragen die Kosten gemeinsam, wobei der Bund 80 Prozent der Kosten übernimmt; die Kantone tragen die restlichen 20 Prozent.

Schadensprävention

Nun will der Bund bei der Schadensprävention vorangehen. «Denn je besser der Schutz von Bienenhäusern und Nutztieren sowie eine Anpassung der Abfallentsorgung gelingt, desto geringer ist das Risiko, dass Bären ein problematisches Verhalten entwickelnden», schreibt die Landesregierung.

Der Bund will den Schutz von Bienenhäusern und Nutztieren sowie eine Anpassung der Abfallentsorgung überprüfen. Wenig scheue Bären, die in Siedlungen auftauchen und ein problematisches Verhalten aufweisen, sollen weiterhin abgeschossen werden.

Keine aktive Wiederansiedlung

Nachdem der Braunbär in der Schweiz fast 100 Jahre ausgerottet war, wandern seit 2005 regelmässig einzelne Tiere aus der italienischen Provinz Trentino in die Schweiz ein, insgesamt wurden 20 eingewanderte Tieren registriert.  Eine aktive Wiederansiedlung von Bären ist in der Schweiz nicht vorgesehen.

Die Erfahrungen im Umgang mit Braunbären in der Schweiz sind geprägt von den starken Unterschieden zwischen den einzelnen Tieren, schreibt der Bundesrat. Viele waren unauffällig und wurden kaum bemerkt. Andere griffen Nutztiere an, beschädigten Bienenhäuser oder kamen menschlichen Siedlungen zu nah. Zum Schutz der Menschen musste 2008 und 2013 je ein Bär erlegt werden.

Bär ist geschützt

Der Bär ist seit 1962 über das Bundesgesetz über die Jagd und den Schutz der einheimischen wildlebenden Säugetiere und Vögel geschützt. Das Jagdgesetz hält zudem fest, dass die Kantone Massnahmen zur Verhütung von Wildschäden treffen und dafür sorgen, dass die Bevölkerung über die Lebensweise der wildlebenden Tiere, ihre Bedürfnisse und ihren Schutz ausreichend informiert wird.

Das Bärenmanagement ist im «Konzept Bär Schweiz» festgehalten und baut auf dem Grundsatz auf, dass ein Zusammenleben von Mensch und Bär unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, wobei die Sicherheit des Menschen an erster Stelle steht. Der Braunbär war in der Schweiz fast 100 Jahre verschwunden, nachdem 1923 das letzte Mal ein vermutlich aus Italien eingewanderter Bär beobachtet worden war.

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