Montag, 17. Mai 2021
04.05.2021 18:14
Milchvieh

Jerseykuh mit der höchsten Lebensleistung

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Von: sum

Zwölf Mal hat Joulle von Josef und Priska Eicher in Engelburg SG abgekalbt, um die 100’000-kg-Marke zu knacken und die Jerseykuh mit der höchsten Lebensleistung zu werden. 28kg Tagesmilch gibt sie – fast nur aus Grundfutter.

Eine Brown-Swiss- oder eine Holsteinkuh mit 100000kg Lebensleistung ist etwas Besonderes. Nur wenige Kühe werden so alt und bleiben gesund und produktiv – denn ohne hohe Leistungen sind die 100’000kg unerreichbar.

Elf Kuhkälber

Noch spezieller ist es, wenn eine Jerseykuh diese Marke knackt. Geschafft hat dies Joulle von Josef und Priska Eicher aus Engelburg SG. Und noch viel mehr: mit ihren 103’744kg Milch ist sie die Jerseykuh mit der höchsten Lebensleistung in der Schweiz. «Diese Zahl stammt von der letzten Wägung», betont Josef Eicher. «Sie gibt pro Tag noch um die 28kg Milch und dürfte bereits höher liegen.»

Die Sultan-Tochter Joulle wurde im September 2006 geboren. Jetzt ist sie in der 12. Laktation – «und von zwölf Abkalbungen gab es elf Kuhkälber», freut sich ihr Besitzer. «Davon haben wir noch fünf im Stall, Joulle ist eine gute Zuchtkuh. Einzig im Gehalt ist sie etwas schwach.» Im Fall der Rekordkuh bedeutet das 4,2 Prozent Fett und 3,5 Prozent Eiweiss.

Stierkälber werde auf Betrieb gemästet

Josef Eicher hätte für eine Jerseykuh gern 9 oder 10 Prozent Fett und Eiweiss zusammen. «Aber Joulle mit ihren 8’500kg pro Laktation ist für eine Jerseykuh an der oberen Grenze mit der Leistung. Das verdünnt die Gehalte», weiss er. Josef und Priska Eicher führen in der Bergzone I in futterwüchsigem Gebiet einen Graslandbetrieb mit Käsereimilchproduktion, Aufzucht und etwas Mast.

Die Mast entwickle sich erfreulich, erzählt Josef Eicher: «Die Stierkälber werden alle selber gemästet mit Weidegras, Heu und Emd und etwas Milch. Wir schlachten sie mit sieben Monaten und verkaufen das Fleisch in Mischpaketen. Wir haben 50 Kunden, die wir beliefern, und 10 weitere auf der Warteliste.»

Gute Weidekuh

Die weiblichen Kälber zieht er auf und lässt sie auf dem Betrieb abkalben, bevor er sie als Zuchtkühe verkauft, zur Remontierung behält oder auch einmal ausmerzt. Für seine 17 Kühe im Anbindestall will Josef Eicher nur das beste Futter: Das beste Heu und Emd im Stall und die besten Weiden. Diese müssen die laktierenden Kühe nicht sauber abweiden, da noch 50 Aufzuchttiere hinterher putzen.

«So bringe ich viel Raufutter in die Kühe und brauche nur rund 800kg Kraftfutter pro Kuh und Jahr», so der Betriebsleiter, «Jersey ist eine Raufutterverzehrerin und eine gute Weidekuh. Und dank ihrem tiefen Gewicht macht sie weniger Trittschäden. Seit wir vor 12 Jahren von Braunvieh umgestellt haben, hat sich die Grasnarbe stark verbessert.»

Im Schnitt 6831kg

Josef Eicher hat nicht nur eine Rekordkuh im Stall, er züchtet auch sonst erfolgreich. So ist er zum vierten Mal in Folge auf der Betriebsmanagementliste von Swiss Jersey. Die Zahlen zu Leistung und Fruchtbarkeit dürfen sich sehen lassen: «Die Durchschnittsleistung liegt bei 6831kg Milch mit 5,17 Prozent Fett und 3,88 Prozent Eiweiss. Erfreulich sind die tiefen Zellzahlen von 56’000/ml im Schnitt.» Die Serviceperiode liege bei 96 Tagen, es brauche 1,4 Besamungen im Schnitt, zählt er weiter auf.

«Die Lebensleistung im Schnitt liegt bei 20’968kg, und das, obschon viele Erstmelken auf dem Betrieb sind. Derzeit kommen die Kühe auf 12,01kg pro Lebenstag bei einem Erstkalbealter von 23,8 Monaten.»

Priska und Josef Eicher mit Joulle, die für eine Jerseykuh mit 8500kg pro Laktation immer noch sehr viel Milch gibt. 
zvg

«Gmögige» kleine Kuh

Bei der Zucht achtet Josef Eicher stark auf die Fundamente, da die Kühe teils 500m auf Natur- oder Teerstrassen zur Weide laufen müssen. Weiter will er hohe Zentralbänder und generell eine «gmögige» kleine, rund 130cm grosse, gute Kuh. «Wir haben begonnen, neuseeländische Genetik einzukreuzen, dies verspricht Erfolg, denn diese Kühe funktionieren fast noch besser auf der Weide», hat er die Erfahrung gemacht.

Die Milchleistung will er im Rahmen halten: «Wenn eine Zweitmelk 80’00kg mit 9 oder 10 Prozent Fett und Eiweiss gibt, stehe ich mit der Fütterung an. Dann wähle ich Stiere, die das korrigieren, oder ich verkaufe diese Kühe.» Ausser natürlich Joulle: «Dank ihren etwas tieferen Gehalten und ihrer Top-Raufutteraufnahme ist sie eine Ausnahme. Zudem war es die erste Jerseykuh, die ich gekauft habe, und die gebe ich sicher nicht her.»

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