Sonntag, 29. November 2020
25.12.2016 13:49
Jakobsschafe

Die biblischen Schafe

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Von: Christian Zufferey

Seit den 1970er-Jahren werden in der Schweiz Jakobschafe gehalten. Sie fallen auf durch ihre bis zu sechs Hörner.

20 Jahre arbeitete der biblische Patriarch Jakob für seinen Schwiegervater Laban, erst zweimal sieben Jahre um seine Frauen Lea und Rahel, dann noch sechs weitere Jahre gegen Entlöhnung. Als Lohn für seine Arbeit sollten ihm gemäss der Genesis (1. Buch Mose, Kapitel 30 und 31) die gestreiften und gescheckten Schafe und Ziegen zustehen. Jakob tat nun etwas, das seiner Meinung nach zu Vermehrung der gefleckten Tiere beitragen sollte, indem er grüne, saftige Zweige nahm, die Rinde so abschälte, dass sie gestreift oder scheckig aussahen. Dann legte er sie den brünstigen Tieren vor die Augen, offenbar in der Annahme, dass  die Lämmer infolge vorgeburtlichem Einfluss gefleckt zur Welt kommen.

Jakob hatte zwar Erfolg, doch wie er später in einem Traum erfuhr, war dieser Erfolg nicht auf sein schlaues Vorgehen zurückzuführen, sondern darauf, dass die Widder Erbfaktoren für gefleckte künftige Generationen in sich trugen. Allerdings sei er sogar von Gott persönlich unterstützt worden, dem nicht verborgen geblieben ist, wie sein Schwiegervater mit betrügerischen Absichten handelte, indem er etwa Jakobs Lohn  zehnmal  geändert hat. 

44 Züchter

Die rund 300 in der Schweiz lebenden, nach ihm benannten und gefleckten Jakobschafe stammen vermutlich aus dem Nahen oder Mittleren Osten, wo der biblische Jakob einst lebte. Über Nordafrika und Spanien gelangten sie Ende des 16. Jahrhunderts nach England. Ab den 1970er-Jahren  kamen sie  in die Schweiz. Die gegenwärtig 44 Züchter sind im Schafzuchtverein Jakobschaf Schweiz unter Präsidentin Eva Stössel aus Trub BE organisiert, das Herdebuch führt der Züchterverband für seltene Nutztierrassen.

Auffälligstes Merkmal der Jakobschafe sind die Hörner. Beide Geschlechter tragen mindestens zwei Hörner, manchmal auch vier, wobei das obere Hornpaar von der Oberseite des Kopfes nach oben wächst, das untere Platz zwischen Horn und Kiefer lassen muss. Gelegentlich gibt es sogar Schafe mit sechs Hörnern.

Mehr Platz im Stall

Stössel selbst besitzt nur Schafe mit zwei Hörnern, «denn Tiere mit vier Hörnern benötigen mehr Platz im Stall, den ich nicht habe», wie sie erzählt. Monika Hirschi, Zuchtleiterin und Expertin aus Le Locle NE, besitzt   auch Tiere mit vier Hörnern. Allerdings sei das genügsame Schaf besonders für die extensive Haltung geeignet. Hirschi beschreibt die Jakobschafe zudem als sehr fruchtbar, leicht ablammend und mit guten Muttereigenschaften. Sie ergänzt: «Das robuste  Landschaf liefert ein mageres, zartes Fleisch und   gute Wolle.» Die  gefleckten Felle ergeben beliebte Teppiche oder Sitzbezüge.

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