Montag, 28. November 2022
25.03.2022 17:00
Zürich

Gerissene Schafe: «Es ist der Wahnsinn»

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Von: mge

Martin Frei hat am Donnerstagvormittag auf einer Weide in Bonstetten ZH 25 seiner Tiere tot aufgefunden. Der Schafhalter ist über das Ausmass des Angriffs auf seine Tiere, trotz Herdenschutzmassnahmen, entsetzt. Was der Verlust für Frei bedeutet, lesen Sie hier.

«Die Spuren lassen den Schluss zu, dass sie von einem grösseren, hundeartigen Tier gerissen wurden», teilte die kantonale Baudirektion am Donnerstag mit. Noch ist aber nicht bestätigt, dass ein Wolf die Schafe gerissen hat. Fachleute der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung, der Kantonspolizei sowie des Forensischen Instituts Zürich haben vor Ort die Spuren gesichert und DNA-Proben entnommen. 

Zaun 1 Meter hoch

Die getöteten Schafe gehören Martin Frei. Er hat einen kleinen Teil seiner Herde, 40 Spiegelschafe, in Bonstetten geweidet. Eingezäunt mit einem 1.05m hohen Zaun und überall gesichert mit über 8000 Volt. Am Donnerstagmorgen um 6.45 Uhr erhielt er einen Anruf, dass seine Tiere seltsam auf der Weide lägen. Da er selber in Abtwil AG lebt, telefonierte er mit seiner Mutter.

Er beauftragte sie, rasch einen Blick auf die Tiere zu werfen. Der Anblick muss verstörend gewesen sein. 10 Minuten später rief sie ihn weinend zurück. Auf 1,2 ha Land lagen seine Schafe verteilt, nicht schlafend, sondern fast alle tot.

Marcel Frei züchtet Spiegelschafe. Den Schaden kann man nicht ersetzen.
Marcel Frei

Weide gut einsehbar

«Als ich angekommen bin, habe ich die drei toten Auen sehr gut gesehen. Im Abstand von etwa 30 Meter, und rundherum weisse Punkte auf der Wiese», sagt Frei zu schweizerbauer.ch. Die Polizei sei da schon vor Ort gewesen. Zusammen mit einem Polizisten ist er die Weide abgelaufen. Sie mussten drei Lämmer von ihren Leiden erlösen. «Die Bilder waren so schrecklich, da hatten selbst die Polizisten Tränen in den Augen», so Frei. Die Mütter seien immer wieder zu ihren toten Lämmern zurückgekehrt. Sie hätten die toten Jungtiere angestupft und angescharrt, oder hätten sich zu ihnen  hingelegt. «Es ist Wahnsinn», sagt der konsternierte Schäfer. 

Martin Frei besitzt noch weitere 250 Schafe. Die Weide in Bonstetten hat er bewusst für seine besten Tiere, seine Zuchtschafe, ausgewählt, weil sie an einer Hauptstrasse gelegen und von allen Seiten gut einsehbar ist. Die Wege werden von Spaziergängern rege genutzt. Der Schaden ist für ihn nicht ersetzbar. «Nicht einmal annähernd ist dieser ersetzbar», hält Frei fest. Er hat einen Reinzuchtbetrieb für Spiegelschafe.

Die toten Lämmer waren auf der gesamten Weide verteilt.
Marcel Frei

Herdeschutzhunde von Kollegen

Marcel Frei hat sich schon vor einem Jahr um eine Bewilligung für Herdenschutzhunde bemüht. Doch die Bürokratie brauche seine Zeit, und die Tatsache, dass er in zwei Kantonen weidet, mache die Sache nicht einfacher, sagt er zu schweizerbauer.ch. Einen ausführlichen Weideplan habe er bereits abgegeben. Für diesen Herbst rechnet er mit einer Bewilligung.

Aus aktuellem Anlass hat er nun zwei Herdenschutzhunde von einem Freund bekommen. Einen 65 Kilo schweren Rüden sowie ein Weibchen. Aber ob das funktionieren wird? «Die machen ihren Job. Die kommen sofort und geben an. Aber jetzt kommt das nächste Problem», sagt Frei. Am Morgen seien die ersten Spaziergänger gekommen und hatten ihren Hund nicht an der Leine. Obwohl 50x30cm  grosse Schilder darauf hinweisen, dass man nicht mit Hunden durchlaufen soll. 

Marcel Frei hat keine Angst, dass bei seinen Schafen noch einmal etwas passiert. «Die Herdenschutzhunde lassen niemanden rein», ist er überzeugt.

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3 Responses

  1. Schrecklich!! Es tut mir so leid, es ist unfassbar!!!
    Die Wolfbefürworter wissen einfach nicht, was sie uns mit dieser Bestie antun… Es macht mich einfach nur traurig. SCHEISSE

  2. Die Schweiz 42 OOO Quadratkilometer ,zu dicht besiedelt ,da hat der Wolf keinen Platz mer und sollten bejagt werden ,kann ja auch fuer den Menschen gefaehrlich werder !!! Oder die Regierung soll Sie nach Sibirien exportieren ,da hat es Platz genug 3 Millionen Quadratkilometer und nicht dicht besiedelt !!!

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