Montag, 27. Juni 2022
31.05.2022 06:00
Schafe

Lämmer: Schwanz nur noch mit Betäubung kupieren

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Von: sda/blu

Lämmern soll der Schwanz nicht mehr ohne Schmerzausschaltung kupiert werden dürfen, selbst unmittelbar nach der Geburt nicht. Das Parlament verlangt vom Bundesrat, die Tierschutzverordnung entsprechend anzupassen.

Der Ständerat überwies eine Motion von Nationalrätin Meret Schneider (Grüne/ZH) am Montag oppositionslos. Auch der Bundesrat ist mit dem Anliegen einverstanden. Gesundheitsminister Alain Berset versicherte im Rat, die Umsetzung werde möglichst rasch an die Hand genommen.

Wolle verschmutzt

Bereits bei wenige Tage alten Jungtieren sei davon auszugehen, dass sie Schmerzen empfänden, schrieb die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK-S) des Ständerates in ihrer Stellungnahme. Deshalb müsse die Ausnahmeregelung für Schafe aus der Tierschutzverordnung gestrichen werden.

Bei vielen Haus- und Nutztieren ist das Coupieren der Schwänze verboten, laut Motion etwa bei Hunden, Pferden und Schweinen. Bei Schafen hingegen ist es zulässig, weil sich die Wolle rund um den Schwanz mit Kot und Urin verkleben kann. Das sei für das Tier unangenehm und könne auch zu gesundheitlichen Problemen führen. «Vor allem für Alp- und Sömmerungsbetriebe ist die aktuelle Regelung relevant, da ein Verbot des Coupierens zu einem Mehraufwand beim Scheren führen würde», schreibt Schneider.

Ausnahmeregel inkonsistent

Problematisch sei jedoch, dass die Tierschutzgesetzgebung das Coupieren der Schwänze bei Schafen aktuell ohne Schmerzausschaltung erlaube, sofern der Eingriff von einer fachkundigen Person durchgeführt wird und vor dem 7. Lebenstag des Tieres ausgeführt werde. Bei der Kastration sei die Betäubung bereits Pflicht.

Die Ausnahmeregelung erachtet Schneider als inkonsistent, da sie weder durch biologische Unterschiede im Schmerz- oder Leidempfinden, noch durch eine unvermeidbare Notwendigkeit im Kontext der landwirtschaftlichen Arbeit legitimiert werden kann. Und sei es längst widerlegt, dass Jungtiere zu Beginn ihres Lebens weniger schmerzempfindlich seien. Deshalb müssten die Vorschriften angepasst werden.

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3 Responses

  1. Wenn das Raubtier Wolf, am lebenden Nutztier den Bauch aufreisst und Fleischstücke raus reisst und wohl gemerkt, lebendige Nutztiere, was sagt da unsere Wohlstandskranke veganerin , Meret Schneider ? Mehr krank kann die Menschheit nicht mehr werden. Warum liefern Bauern solchen beschämenden menschen noch Lebensmittel?

  2. Nach meiner Erfahrung ist verursacht das eindrücken der beiden Ohrmarken einiges mehr Schmerz als das kupieren des Schwanzes. Soll ich nun die Ohren auch noch betäuben?
    Kürze ich den Schwanz mit einem Gummi läuft das Lamm nachher weiter als wäre nichts geschehen…..
    Immer mehr Leute, welche keine Ahnung haben, bestimmen über uns Landwirte.

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