Sonntag, 14. August 2022
11.07.2016 15:38
Luzern

Ruswil: Schweinehochburg von Luzern

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Der Kanton Luzern ist der „schweinereichste“ Kanton der Schweiz. Ruswil wiederum ist die Gemeinde mit den meisten Schweinen im Innerschweizer Kanton.

„Dieses Dorf hat wirklich Schwein“, titelte die „Neue Luzerner Zeitung“ in ihrer Montagsausgabe. Ob es Ruswil tatsächlich Glück bringt, wurde bisher noch nicht nachgewiesen. Fakt ist aber, dass die Luzerner Gemeinde das „Schweine-Ranking“ klar anführt.

7,7 Prozent

In Ruswil leben gemäss der Luzerner Statistik Lustat Anfang Jahr 2015 genau 32‘695 Borstentiere. Das sind 7,7 Prozent des gesamten Bestandes im Kanton. Damit leben in Ruswil 5 Mal mehr Schweine als Menschen. In der Rottaler Gemeinde halten 105 der 200 Bauernbetriebe Schweine. Auf Rang zwei im Ranking folgt die Gemeinde Beromünster. Dort leben 22‘536 Schweine oder 5,3 Prozent des kantonalen Bestandes.

Insgesamt leben auf dem Hoheitsgebiet des Innerschweizers Kantons insgesamt 424‘415 dieser Vierbeiner – damit ist Luzern der „schweinreichste“ Kanton der Schweiz. Bern folgt mit 254‘806 Tieren auf Rang 2.

Verlagerung der Käseproduktion

Aber weshalb ist die Dichte des Borstenviehs in Ruswil so hoch? Wie Stefan Heller, Geschäftsführer des Luzerner Bauernverbandes, der NLZ erklärt, ist die hohe Dichte an Schweinen auf die Hartkäseproduktion zurückzuführen. Die wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vom Berggebiet ins Tal verlagert. „Mit der Käseherstellung fiel das Abfallprodukt Schotte (Molke) an, das damals ein ideales Futter für Schweine war“, so Heller.

Es hat auch strukturelle Gründe. Da die Luzerner Bauernbetriebe flächenmässig eher klein sind, wurden die Schweinebestände im Laufe der Zeit aufgestockt. Denn Schweine benötigten weniger Platz als Kühe. Zudem hätten sich die Bauern in Luzern immer mehr Wissen in der Schweinezucht angeeignet. Dies hat zu einer Dynamik geführt in der Region Ruswil geführt. „Die Bauern haben sich gegenseitig angespornt, und es entstand immer mehr Wissen“, sagt der Ruswiler Gemeindepräsident und CVP-Nationalrat Leo Müller.

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