Donnerstag, 20. Januar 2022
20.02.2021 10:45
Trainblog (5/25)

Trainpferde müssen auch Holz ziehen

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Von: ats

Mit dem eigenen Freibergerpferd als Trainsoldatin in der Schweizer Armee: Anja Tschannen erzählt im Trainblog von ihren Erlebnissen während der Sommer-Rekrutenschule 2020. Wenn sie nicht gerade mit dem Trainpferd über Stock und Stein stampft, ist sie als Redaktorin beim «Schweizer Bauer» und als Landwirtin tätig. In diesem Teil geht es um die dritte Ausbildungswoche der zünftigen Trainpferde.

In der Ausbildungswoche drei wird einerseits die Königsdisziplin, das Basten, vertieft. Andererseits kommt mit dem «Holzrücken» eine weitere Disziplin ins Ausbildungsprogramm dazu.

Beim Basten liegt der Fokus in dieser Woche bei den langen Oberlasten. Wie bereits im letzten Blog angesprochen, ist das für manche Pferde etwas Gewöhnungsbedürftig, da mit der langen Oberlast mehr Bewegung ins Spiel kommt.

Lasten nicht nur auf dem Rücken transportieren

Trainpferde müssen Lasten nicht nur auf dem Rücken von A nach B befördern können, sondern auch am Boden. Das Holzrücken ist eine weitere Disziplin in der Trainpferdeausbildung. Das Besondere: Es handelt sich um einen tiefen Zug.

Der Holzstamm liegt am Boden und die Zugstrangen touchieren die Sprunggelenke gerade in Wendungen viel intensiver als beim Kutschenfahren. Das gefällt nicht jedem Pferd. Vor allem junge Tiere müssen sehr sorgfältig an die neue Aufgabe herangeführt werden.

Mit einer alten Egge geübt

Zuhause habe ich mit Haydo den «tiefen Zug» geübt. Nicht mit einem Holzstamm, sondern mit einer alten Egge. Er hat sich beim Training vorbildlich benommen. Er macht keinen Unterschied, ob Baumstamm oder Egge.

Wichtig beim Holzrücken ist auch, dass die Pferde ruhig und langsam anziehen und nicht wie gestörte Kängurus in das Kummet springen. Das ist nicht nur gefährlich für den Pferdeführer, sondern verursacht beim Pferd mittelfristig auch Druckstellen.

Stolz auf meinen «Schwarzen»

Haydo ist beim Holzrücken die Ruhe selbst. Er stellt sich beim Anziehen souverän in den Zug und macht seine Aufgabe hervorragend.

Ich muss sagen, dass ich schon stolz bin auf meinen Schwarzen, der bisher in der «fremden» Umgebung so toll mitarbeitet und sich super verhält.

Konzentriert am Zuschauen.
Anja Tschannen

Bisherige Einträge:

Teil 4: Die Königsdisziplin der Trainpferde
Teil 3: NPZ bildet die jungen Militärpferde aus
Teil 2: Sein eigenes Pferd der Armee verkaufen
Teil 1: Mit dem eigenen Pferd in die Armee

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