Montag, 23. Mai 2022
11.01.2022 13:40
Forschung

Pflanzenfressender Saurier war träge und schwerhörig

Share on print
Share on email
Share on facebook
Share on twitter
Von: sda

Anhand eines fossilen Schädelteils eines Dinosauriers haben Forschende der Universitäten Wien und Greifswald gezeigt, dass die zur Gruppe der Ankylosaurier gehörenden Tiere wohl recht behäbig als schlecht hörende Einzelgänger unterwegs waren.

Die im 19. Jahrhundert in Österreich ausgegrabenen Fossilien gehören einem Dinosaurier, der als «Struthiosaurus austriacus» beschrieben wurde und zur Gruppe der Ankylosaurier zählt.

Diese Ankylosaurier waren bis zu acht Meter grosse, pflanzenfressende Tiere, die mit massiven Knochenplatten gepanzert waren und in zwei Untergruppen eingeteilt werden. Eine davon, die Ankylosauriden, besassen eine Keule am Schwanzende, mit der sie sich verteidigen konnten. Die andere Untergruppe, die Nodosauriden, zu der auch «Struthiosaurus austriacus» gehört, verfügte dagegen in der Regel über lange Stacheln im Hals- und Schulterbereich zur passiven Verteidigung.

Um mehr über die Lebensweise dieser Tiere herauszufinden, untersuchten Cathrin Pfaff von der Universität Wien und Marco Schade von der Universität Greifswald einen rund fünf Zentimeter grossen Teil des Schädelfossils mit einem hochauflösenden Computertomographen (CT). Die Ergebnisse erschienen im Fachmagazin «Scientific Reports».

Kommunikativ wie Schildkröten

Mithilfe der Daten konnten die Forschenden den Hohlraum des Hirnschädels wieder füllen «und so die Form des Gehirns und des Innenohrs digital rekonstruieren». Dies wiederum erlaubte Rückschlüsse etwa auf die Sinnesorgane, die Schädelhaltung und die Lebensweise.

So fanden sie die bisher kürzeste jemals bei Dinosauriern festgestellte Gehörschnecke im Innenohr. Anhand dessen gehen sie davon aus, dass «Struthiosaurus austriacus» schlecht hörte. Deshalb schliessen sie auch darauf, dass es sich eher um Einzelgänger gehandelt haben muss.

Die kommunikativen Fähigkeiten von «Struthiosaurus austriacus» würden etwa im Bereich von heutigen Schildkröten liegen, die nur ein sehr enges Feld an Frequenzen haben, die sie produzieren und wahrnehmen können. Möglich seien aber auch andere Formen der Kommunikation, etwa über ihre Knochenplatten.

Passive Verteidigung

Ebenfalls sehr klein war der Flocculus der Tiere, ein evolutionär alter Teil des Kleinhirns, der bei der Fixierung der Augen bei Bewegungsabläufen des gesamten Körpers eine wichtige Rolle spielt. «Anders als bei seinem nordamerikanischen Verwandten ‹Euoplocephalus›, der über eine Keule am Schwanz und einen deutlichen Flocculus am Gehirn verfügte, verliess sich Struthiosaurus bei der Selbstverteidigung wohl auf die passive Wirkung seiner Panzerung», so Schade.

All dies würde auf einen äusserst behäbigen Lebensstil dieser «österreichischen» Dinosaurier hindeuten, ohne die Notwendigkeit eines anspruchsvollen Gleichgewichts- und Hörsinns und mit begrenzter sozialer Interaktion.

Mehr zum Thema
Vermischtes

Natur erleben, Biodiversität verstehen – von Appenzell bis Genf, von Basel bis Chiasso. Das Festival der Natur hat vom 18. bis 22. Mai   hunderte kostenlose Veranstaltungen zu Natur geboten.  -…

Vermischtes

In Mittelamerika erhöhen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Getreideernte in Kombination mit Gewalt und Korruption die Migration in Richtung der USA. - Agco Eine gefährliche Mischung aus Umwelt- und…

Vermischtes

Von 2010 bis 2020 haben Schweizerinnen und Schweizer 45 Elefanten erlegt.  - wikpedia.org Wer über genug Bargeld verfügt, kann in Afrika artgeschützte Tiere schiessen und die Trophäen nach Hause nehmen.…

Vermischtes

Viel Sonnenschein und warme Temperaturen: So präsentierte sich bis anhin der Monat Mai.  - zvg Die jüngsten Mai-Temperaturen haben mancherorts Hitzerekorde gebrochen. Diese Entwicklung dürfte auf die Klimaerwärmung zurückzuführen sein.…

One Response

  1. Welch Wunder, dass mal nicht von den Millionen Jahren geschrieben wird. Denn unsere Erde ist sehr jung (6000 Jahre). Jedes Mal, wenn ich die Juraberge sehe, dann erkenne ich, dass diese gewaltigen Schichten in kurzer Zeit aufgeschichtet und in noch weichem Zustand gebogen wurden. Anders ist das gar nicht zu erklären. Es gab eine weltweite Sintflut. Die Dinosaurier haben die Flut überlebt, sind vermutlich danach, wegen den völlig veränderten Lebensbedingungen nach und nach ausgestorben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

SCHWEIZER BAUER

DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE