Mittwoch, 21. April 2021
17.02.2021 12:16
Bauernkalender

«Ich bin gerne im Mittelpunkt»

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Von: blu

Jeden Monat stellt schweizerbauer.ch den Mann auf dem Kalenderblatt in seinem Alltag vor und beleuchtet seine Verbindung zur Landwirtschaft. Fabian ziert das Kalenderblatt des Monats Januar. Der Landwirt will Bauern und Konsumenten wieder näher zusammenbringen. Und der Seeländer verrät auch, auf was er bei Frauen achtet.

Dein Bild hing an vielen Wänden. Was empfindest du dabei?
Das macht mich glücklich und stolz. Ich wäre froh, wenn mein Bild die Landwirtschaft und eventuell unsere Region in ein gutes Licht rücken konnte. Denn ich bin stolz, ein Landwirt des Berner Seelandes zu sein. (schmunzelt)

Was sagen deine Freundin und deine Familie zum Bild?
Sie freuen sich für mich. Sie wissen, dass ich gerne «Öffentlichkeitsarbeit» für die Landwirtschaft mache. Es ist mir ein persönliches Anliegen, der Bevölkerung die Schweizer Landwirtschaft näher zu bringen.

Du posierst als Mann in einem erotischen Kalender. Wie hat dein Umfeld reagiert?
Mein Umfeld weiss, dass ich immer für exklusive Auftritte zu haben bin. Ich fühle mich im Rampenlicht wohl. Dass kennt meine Familie bereits von meinen Auftritten im Wrestling, im Theater oder als Samichlous. Ich schlüpfe gerne in eine Rolle. Das macht mir Spass!

Was hat dich dazu bewogen, beim Bauernkalender mitzumachen?
Zwei Mädels haben mich überredet. Die Schwäche der meisten Männer ist eben doch weiblich. (lacht)

Findest du, dass der Bauernkalender gute Werbung für die Schweizer Landwirtschaft ist?
Ganz klar Ja. Der Kalender zeigt diese von einer anderen Seite. Oft herrscht ja das Vorurteil, dass Landwirte engstirnig und konservativ sind. Wir sind aber genauso sportlich, innovativ und unternehmerisch wie viele unserer Alterskollegen in anderen Branchen. Es gibt aber einen grossen Unterschied. Wir haben den Vorteil, mit der Natur arbeiten zu dürfen.

Wurde dein Bild auch kritisiert?
Aus meiner Erfahrung beginnen die besten Diskussionen mit einer konstruktiven Kritik.

Wie sieht dein Alltag momentan aus, was machst du beruflich?
Ich arbeite viel auf unserem Hof und vermarkte gerne unsere Produkte an Konsumenten. Zudem führe ich auch Dienstleistungen für meine Berufskollegen aus. Zudem haben wir den Rebberg meiner Mutter dem Hof angegliedert. Damit kommen neue Herausforderungen auf mich zu: Neue Kultur, neue Böden, neue Lieferanten und neue Abnehmer und deren Wünsche. Ich überlege mir derzeit, den Wein später selbst zu vermarkten. Aber das ist noch ein langer Weg.

Welche von deinen Alltagspflichten ist dir die Liebste, welche magst du am wenigsten?
Ich organisiere gerne. Ich bin gern einen Schritt voraus. Zwar ist das im sehr wetterabhängigen Umfeld der Landwirtschaft ein schwieriges Unterfangen. Aber hier sehe ich meine grössten Stärken: Planen und diese Pläne schnell und effizient wie möglich den Gegebenheiten anpassen. Handarbeit, die mit Mist zu tun hat, mag ich nicht und meide ich, wenn es irgendwie geht. Aber es ist nicht immer möglich, diese Arbeiten zu umschiffen. (lacht)

Landwirtschaft ist…
Sie ist das wichtigste Fundament der Gesellschaft. Ohne Nahrungsmittel geht der Menschheit sehr schnell die Energie aus. Man hat ja zu Beginn der Corona-Pandemie gesehen, was die «Toilettenpapier-Panik» ausgelöst hat. Man stelle sich nur vor, sollte es wirklich einmal ums Essen gehen. Das würde übel ausgehen. Dennoch müssen wir uns heute mehr denn je mit der Ökologie und der Nachhaltigkeit befassen. Wir müssen eine Brücke bilden zwischen produktiver und nachhaltiger Arbeit. Und möglichst alles nahe am Kunden. Eine schwierige Aufgabe, die kluges und dynamisches Denken verlangt.

In welchem Bereich hat die Landwirtschaft die grössten Fortschritte erzielt?
Eine schwierige Frage, weil die Landwirtschaft so umfangreich ist. Die grössten Fortschritte wurden in der Vernetzung von Daten erzielt. Diese werden heute von Kunden und Grossverteiler direkt aufs Feld übermittelt, die Ware wird dort bereitgestellt. hat damit auch die landwirtschaftliche Urproduktion erreicht. Zusätzlich müssen wir alle Daten, beispielsweise über das GELAN, erfassen oder im Online-Feldkalender eintragen. Die Düngerbilanzen müssen immer stimmen, alle Labelmeldungen werden immer schneller nachgetragen. Diese Datenströme, die wir so produzieren und auch täglich verarbeitet werden, erachte ich schon als einen enormen Fortschritt.

Fabian ist gerne im Mittelpunkt.
zvg

Was wünscht du dir für die Zukunft der Schweizer Landwirtschaft?
Produzent und Konsument sollten wieder näher aneinanderrücken. So könnten beide die Probleme und Wünsche vom anderen besser in Erfahrung bringen.

Du zeigst dich im Kalender von der erotischen, leicht bekleideten Seite. Was für ein Typ bist du im «normalen» Leben?
Ich bin eine humorvolle und spontane Persönlichkeit. Ich bin gerne im Mittelpunkt und mache auch gerne ein bisschen «Seich». (schmunzelt). Ich kann aber sehr schnell in das Unternehmerische wechseln und Kunden oder Lieferanten von meinem Standpunkt überzeugen oder heikle Diskussionen zu meinen Gunsten entscheiden. Ich bin eher wortgewandt. Manchmal muss ich aber aufpassen, dass meine Schlagfertigkeit nicht missverstanden oder beleidigend wirkt. Ich spreche gerne mit Leuten, auch ausserhalb meines Berufsfeldes. Ich habe gerne Wortgefechte, solange sie sachlich und konstruktiv sind.

Wie wichtig ist gutes Aussehen deiner Meinung nach im Leben?
Aussehen ist nicht alles. Solange man mit sich selbst im «Reinen» ist, ist das Aussehen zweitrangig. Ich hatte das Glück, dass ich immer gerne Sport gemacht habe und dort auch einen guten Ausgleich gefunden habe. Natürlich sehe ich eine sportliche Frau sehr gerne an. Und auch bei mir hängt in der Werkstatt ein Frauenkalender, auf dem die eine oder andere Brust und Pobacke zu sehen ist. Das finde ich schon richtig so. Man darf aber einen Menschen niemals nur auf das Aussehen reduzieren, das wäre sicher falsch.

Ist gutes Aussehen bei Frauen wichtiger als bei Männern?
Nein. Beide Geschlechter haben ihre Berechtigung auf ein «gutes Aussehen». Ich finde, in der heutigen Zeit darf an Orten, wo beispielsweise viele Frauen arbeiten, auch ein Männerkalender hängen darf. Wenn das den Frauen dort gefällt, bin ich auf jeden Fall dafür.

Auf was achtest du bei einer Frau als Erstes?
(Lacht) Jetzt kommts…auf die Augen natürlich! Nein, natürlich nicht nur. Wenn ich auf der Suche bin, achte ich auf die Figur. Oberweite, Taille und Gesäss müssen zusammenpassen. Ich stehe sicher eher auf sportliche Frauen, was das Äussere angeht. Aber mit ist sehr wohl bewusst, dass man anhand vom Aussehen noch lange keine Beziehung aufbauen kann. Dazu ist noch viel mehr nötig. Mir ist es wichtiger, wenn eine Frau im Kopf was auf dem Kasten hat, als dass sie über einen super Body verfügt. Am liebsten ist mir eine, die beides hat. (lacht) Aber ich brauche nicht mehr zu suchen – ich habe meine Traumfrau bereits gefunden.

Zur Person

Dein erlernter Beruf: Landwirt, Maschinenkonstrukteur HF
Der Beruf, den du heute ausübst: Landwirt, Lohnunternehmer und Maschinenkonstrukteur
Lieblingsessen: Rindfilet mit Kartoffelgratin
Hobby: Motorradfahren, Sport (Wrestling, Snowboarden, Joggen), Denkspiele
Lebensmotto/Spruch: «The Show must go on.», Gring abe u seklä!

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