
Outlawz Food ist ein junges Unternehmen, dass sich zum Ziel gesetzt hat, ohne Verzicht auf ethische Grundsätze ein veganes Produkt herzustellen. Nun droht dem Unternehmen die Liquidation.
Outlawz Food
Der Markt für Fleischersatzprodukte ist nicht unendlich. Während der Umsatz mit Fleischersatzprodukten 2022 noch bei 88 Millionen Franken lag, sank er zuletzt leicht auf rund 84 Millionen Franken. Das spürt auch das Berner Jungunternehmen Outlawz Food.
-> Fleischersatz: Boom ist vorbei
Umsatzverlust im Detailhandel
«In der Tat wächst der Markt für Fleischersatzprodukte nicht so, wie wir dies noch vor ein paar Monaten erwartet haben. Und die Konkurrenz ist gross. Als kleines Berner Unternehmen können wir im Preiskampf nicht mithalten», sagt Outlawz-Gründer Kevin Schmid zum Onlineportal hauptstadt.be.
In Schwierigkeiten brachte das Unternehmen der Verlust von Verkaufsflächen im Detailhandel. Bei Coop musste Outlawz Regalplätze räumen. Und die Zusammenarbeit mit Lidl wurde beendet. Das führte zu massiven Umsatzeinbussen. In der Gastronomie konnte das Jungunternehmen, dessen Produkte auch an den Matches der Berner Young Boys zu kaufen sind, wachsen, wie Schmid zum Onlineportal sagt.
Einige Produkte dürften übernommen werden
«Leider haben uns die Entwicklungen der jüngsten Vergangenheit in eine akute wirtschaftliche Notlage gebracht», steht im Schreiben an die Aktionäre, das hauptstadt.be vorliegt. Am Freitag werden sie über die geordnete Liquidation befinden. Die 15 Mitarbeitenden sollen von einem Nahrungsmittelhersteller aus der Region übernommen werden. Auch einige Produkte will das Unternehmen, das nicht namentlich genannt wird, übernehmen.
Schmid empfiehlt den Aktionären, der Liquidation zuzustimmen. «Besser wir machen den Schritt jetzt, als wenn es zu spät ist und der Konkurs droht», sagt Kevin Schmid zu hauptstadt.be. Das zweite Unternehmen von Schmid, die vegane Bäckerei «Bakery Bakery», sei von der Liquidation nicht betroffen.
Auch Planted hat zu kämpfen
Auch das deutlich grössere Unternehmen Planted hat zu kämpfen. Trotz insgesamt 115 Millionen Franken an Investorengeldern steht das Unternehmen unter Druck. Die Expansion ist teuer und gleichzeitig schwächt sich die Nachfrage ab. Planted spricht selbst von einer Konsolidierungsphase nach Jahren starken Wachstums.
Planted muss aber profitabler werden. Das Unternehmen sagte vor einigen Wochen gegenüber dem Onlineportal Watson, dass es kontinuierlich daran arbeite, nachhaltig profitabel zu wirtschaften und die Organisation effizienter aufzustellen. In den vergangenen Monaten wurden mehrere Stellen abgebaut.
Viele solcher Firmen merken irgendwann, dass sie preislich nicht mithalten können, wenn hohe Löhne, 42-Stunden-Wochen, fünf Wochen bezahlte Ferien, Marketing, Entwicklung und teure Verkaufsstrukturen finanziert werden müssen. Am Ende entscheidet der Konsument häufig doch über den Preis.
Schade ist nur, dass für solche Geschäftsideen teilweise sehr viel Investorengeld vorhanden ist, während die eigentlichen Produzenten unserer Lebensmittel seit Jahren unter starkem Kosten- und Preisdruck stehen.
Die Verpackung ist doch ähnlich wie bei Fleischprodukten? Klar ist zu viel verpackung nicht gut, aber hat hier überhaupt nichts mit Fleischersatz zu tun. Und Umweltverschmutzung und (Un-)Gesundheit mit Veganismus in Verbindung zu setzen ist auch an den Haaren herbeigezogen, wenn doch vor allem (zu hoher) Fleischkonsum für grosse Umweltschäden und ungesunde Ernährung sorgt.