Das prägte 2020 die Landwirtschaft

Das Jahr 2020 ging soeben zu Ende. Wir blicken auf die vergangenen 12 Monate zurück und zeigen Ihnen, was die Schweizer Landwirtschaft prägte. Wir starten mit den Monaten Januar bis Juni. -> Mit Bildstrecke

Januar: Sunibelle Dempsey Esprit siegt

Bei ihrer 24. Austragung findet die Swiss Expo zum ersten Mal in Genf statt. Die Holsteinkuh Sunibelle Dempsey Esprit, die im Stall von Markus von Känel in Sumiswald BE steht, wurde Suprême Championne bei den Milchrassen, die Swiss-Fleckvieh-Kuh Orlando Nikita gewann diesen Titel bei den kombinierten Rassen. 21’000 Besucher, davon ein Fünftel aus dem Ausland, bescherten der Ausstelllung eine sehr positive Bilanz.

SF Championne: Orlando Nikita, Werner Sommer, Joel und Markus Fankhauser, Süderen; SF Reserve Championne: Hardy Bonny, BG Jungen, Kiental; 2. Mani’s Kilian Sf Teeniefee, Lukas und David Mani, Schwenden. (v.r.)
Robert Alder

Februar: Rufer wird neuer Direktor

Die Landwirtschaftskammer des Schweizer Bauernverbandes (SBV) wählte den Solothurner Agronomen Martin Rufer zum neuen Direktor. Dieser tritt die Nachfolge von Nationalrat Jacques Bourgeois an. Wie Bourgeois politisiert Rufer für die FDP, er sitzt im Solothurner Kantonsrat. Rufer arbeitet seit 2002 für den SBV, ab 2008 leitete er das Departement Produktion, Märkte, Ökologie. Entsprechend ist Rufer sehr gut vernetzt.

Martin Rufer (l.) wurde neuer Direktor des Schweizer Bauernverbandes. Er folgte auf Jacques Bourgeois.
Adrian Haldimann

März: Corona-Pandemie legt Leben still

Wegen der Coronapandemie riegelt der Bundesrat das Leben Mitte März fast vollständig ab. Nur Lebensmittelläden dürfen offen bleiben, ebenso Hofläden. Diese werden von Kunden geradezu überrannt, Hamsterkäufe sind verbreitet. Dagegen werden die Gemüsemärkte in den Städten verboten, was viele als stossende Ungleichbehandlung gegenüber den Grossverteilern empfinden, in deren Gemüseabteilungen es zu Gedränge kommt.

Hofläden konnten während des Shutdown massiv mehr Kunden begrüssen.
Olivier Ruprecht

April: Butterimporte stossen auf Kritik

Ende April beantragte die Branchenorganisation Milch (BOM) den Import von 1000 Tonnen Butter. Bei der Basisorganisation BIG-M und beim Schweizer Bauernverband stiess das auf Kritik. Später wurden die Importanträge mehrfach erhöht. Für grossen Unmut sorgte, dass unter der Marke «Die Butter» auch EU-Butter angeboten wurde. Die BOM beschloss im Herbst Massnahmen für mehr Schweizer Butter.

Das Thema Butterimport sorgte für heftige Diskussionen.
Adrian Haldimann

Mai: Alpen früher bestossen

Der Winter war mild und schneearm, der April warm: So war Ende Mai das Graswachstum im Sömmerungsgebiet weiter fortgeschritten als in anderen Jahren. Entsprechend wurden zahlreiche Alpen früher bestossen als in anderen Jahren. Im Herbst war die Bilanz des Alpsommers auf den meisten Alpen sehr positiv: Es gab viel Gras, viel Milch und ausgezeichneten Alpkäse. Für Probleme sorgten aber erneut die Grossraubtiere.

Es gab viel Gras, viel Milch und ausgezeichneten Alpkäse.
Samuel Krähenbühl

Juni: Marge bei Labeln in Kritik

Beim Bodenhaltungsei schlägt der Handel 10 Rp. auf den Einkaufspreis. Beim Bioei sind es 28 Rp. Diese Praxis kritisiert der Schweizer Tierschutz (STS) im Mai in einer Studie. Im Dezember stellte er auch fest, dass Labelprämie und Tierwohlbeiträge des Bundes bei den IP-Suisse-Rindvieh und -Schweinen nicht kostendeckend sind. IP-Suisse fordert höhere Direktzahlungen, der Schweizer Bauernverband höhere Labelprämien.

Die Kosten der Tierwohl-Leistungen bei den IP-Suisse Rindviehmast-Betrieben sind nur zu 72% von der Tierwohlprämie gedeckt (Labelprämie + BTS/RAUS-Beiträge)
Agroscope

Kommentare (4)

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  • werner kernen | 03.01.2021
    Gratuliere! Der hohe Kraftfutter und Tierarztbedarf solcher Kühe ist nicht zukunftsträchtig.
  • Maria Moser | 02.01.2021
    Das Neujahrsbild zeigts wieder mal deutlich, wo die Präferenzen des Bauernverband liegen. Kühe wie Maschinen zu haben ist der ganze Stolz. Seid Ihr armselig, Tiere so zu missbrauchen und dann schönreden, wie gut Ihr es doch mit dem Tierwohl meint. Aber die Anderen sind schuld. Belügt Euch nur weiterhin selbst. Die Natur rächt sich dann schon. Sieht man jetzt ja bei uns Menschen. Zuviel gepfuscht überall.
  • Rothen Fritz | 01.01.2021
    Einmal mehr eine Falschaussage im Schweizer Bauer über IP-SUISSE. Mir ist nicht bekannt, dass wir einseitig höhere
    Direktzahlungen gefordert haben. Danke für Ihre fundierten Aussagen ohne uns zu fragen.
    Hoffentlich entsprechen im 2021 die journalistischen Aussagen vermehrt der Realität!
    Fritz Rothen
    • Martin | 02.01.2021
      Der im Galshaus sitzt werfe den ersten Stein....Mitgliederbefragung ist bei IP Suisse auch nicht gross geschrieben....

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