
In Frankreich werden weiterhin Autobahnabschnitte blockiert.
FNSEA
Von Spaniens Mittelmeerautobahn AP-7 bis nach Paris blockieren Landwirte wichtige Routen – aus Protest gegen steigende Kosten, politische Vorschriften und Freihandelsabkommen.
Wie sich die Protestaktionen nach dem Ja der EU zum Mercosur-Freihandelsdeal entwickeln werden, ist offen. Ein Blick in die sozialen Medien zeigt, dass mit anhaltenden und sich ausweitenden Bauernprotesten zu rechnen ist.
Über das Wochenende wurde in vielen Ländern mobilisiert. Hier ein kleiner, nicht abschliessender, Überblick:
Irlands Landwirte in der Stadt
In Irland haben am Samstag tausende Landwirte gegen das EU-Mercosur-Handelsabkommen demonstriert, berichtet die internationale Nachrichtenagentur «Reuters» .
Lokale Verbände, darunter die Irish Farmers’ Association (IFA), forderten irische EU-Abgeordnete auf, gegen das Abkommen zu stimmen.
Berufsgruppen schliessen sich zusammen
Auch in Frankreich formierten sich gross angelegte Proteste, bei denen Bauern mit Traktoren zentrale Strassen und Plätze in Paris blockierten, um gegen das Mercosur-Abkommen und weitere agrarpolitische Entscheidungen zu demonstrieren , schreibt die Nachrichtenagentur «The Guardian».
Laut der FNSEA (Fédération nationale des syndicats d'exploitants agricoles), laut eigenen Angaben der grösste und einflussreichste französische Bauernverband, fanden bisher in 50 von 101 französischen Departements Protestaktionen statt. «Solange unsere Forderungen nicht gehört werden, bleiben wir mobilisiert!», postete die FNSEA am Sonntagabend auf Facebook.
Indes formieren sich immer mehr Bauerngruppierungen die verschiedene Strassenabschnitte blockieren. In einigen Ländern schliessen sich auch andere Berufsgruppen und gesellschaftliche Akteure, darunter Ärzte, teilweise mit den Bauernprotesten zusammen beziehungsweise zeigen parallel Solidarität, allerdings nicht hauptsächlich direkt wegen der Mercosur-Proteste, sondern oft im Rahmen grösserer Sozial- und Gesundheitsproteste, die zeitgleich stattfinden.
Laut Berichten von unabhängigen Journalisten haben sich beispielsweise seit Sonntagabend in der Region Fresnes-lès-Montauban (F) 35 Busse mit Ärztinnen und Ärzte zu den protestierenden Bauern gesellt.
Deutschland und Österreich
In Deutschland gibt es derzeit regionale Protestaktionen, insbesondere in südwestlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg (z. B. Sinsheim), wo hunderte bis tausende Landwirte mit Traktoren zu Kundgebungen und Demonstrationen zusammenkamen. Diese sind meist friedlich, können jedoch zu Verkehrsbehinderungen führen.
Zudem sind weitere Protestaufrufe geplant, etwa Autobahnauffahrten im Nordosten (Brandenburg/Mecklenburg-Vorpommern) blockieren zu wollen, um auf die Kritik am Mercosur-Handel hinzuweisen.
In Österreich wurde am Wochenende ebenfalls protestiert.
Spaniens Autobahn bleibt blockiert
Wie diverse Post auf den sozialen Medien zeigen, setzten die Landwirte in Nordost-Spanien ihre Protestaktionen gegen das neue EU-Mercosur-Handelsabkommen fort und halten mehrere wichtige Verkehrswege in der Region blockiert, darunter den Abschnitt der Autobahn AP-7 zwischen Borrassà und Vilademuls.
Und in der Schweiz?
Ab Montagnachmittag wird es auch in der Schweiz Protestaktionen geben, jedenfalls wenn es nach der anonymen Person namens «Wilhelm Tel» geht. In den sozialen Medien ruft diese zu einer Protestaktion der Landwirtschaft auf dem Bundesplatz in Bern auf.
Weiter kündigt der Aufruf Verkehrsbehinderungen an: «In dieser Woche wird es wohl in der ganzen Schweiz zu Verkehrsbehinderungen durch Traktoren kommen. Wir bitten um Verständnis und ersuchen die Polizei um freie Fahrt.»

Die Landwirtinnen und Landwirte wollen auf ihre schwierige Situation aufmerksam machen.
FNSEA
Gemeinsam für eine Zuckunftsfähige Landwirtschaft. Gemeinsam werden wir unsere Stimme erheben.
Wo: Untere Breitacker 5 3122 Kersatz