Hitze und Dürre belasten Käsereien

Hitze und Trockenheit belasten Schweizer Käsehersteller. Die Kühe geben weniger Milch, und die Bauern haben mit Futtermangel zu kämpfen, was zu Mehrkosten führt.

Die Lage der Milchproduzenten sei derzeit «sehr angespannt», sagt Christa Brügger, Sprecherin des Verbandes Schweizer Milchproduzenten (SMP), im Gespräch mit sda. Zu der anhaltenden Hitze und der Trockenheit kommen niedrige Milchpreise, steigende Kosten und in einigen Betrieben gesundheitliche Probleme hinzu.

Die Kühe leiden demnach unter Hitzestress, fressen weniger und geben weniger Milch. Gleichzeitig ist das Graswachstum stark eingeschränkt, was zu einer Futterknappheit führt. Viele Betriebe mussten bereits damit beginnen, die für Herbst und Winter vorgesehenen Reserven anzuzapfen.

Gesundheit…

Die Sortenorganisationen für Gruyère und Tête de Moine bestätigen dies. Trockenheit und Hitze hätten «sehr erhebliche Auswirkungen» auf die Gesundheit der Tiere und die Verfügbarkeit von Futter, sagt der Direktor der Sortenorganisation Gruyère AOP, Olivier Isler. Diese Situation führe zudem zu einem Anstieg der Produktionskosten durch den Kauf von Futter sowie zu einem Rückgang der Milchproduktion.

Im Jura mussten einige Tierhalter ihre Kühe wegen Mangels an Grünfutter in bestimmten Fällen bereits mit Heu füttern, das ursprünglich für den Winter vorgesehen war, wie Martin Siegenthaler, Direktor der Sortenorganisation Tête de Moine AOP, sagte. Seiner Meinung nach «bestätigt diese Situation, dass klimatische Unwägbarkeiten eine Herausforderung für die Bergkäse-Branchen darstellen».

…und Futter

Für die Milchproduzenten, deren Milch für den Tête de Moine AOP bestimmt ist, besteht die grösste Schwierigkeit in der Beschaffung von Trockenfutter, das den Anforderungen des Pflichtenhefts entspricht. Dieses verbietet nämlich die Verwendung von Silage.

Isler begrüsst zwar die vom Bund ergriffenen Massnahmen zur Unterstützung der Produzenten . Diese könnten jedoch die durch die Dürre verursachten Verluste nicht ausgleichen. «Nur eine rasche Rückkehr des Regens und eine Normalisierung der Temperaturen können diese Situation wieder ins Lot bringen», betont er. Die Sortenorganisation hat in den letzten Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Produktionsrückgang festgestellt. Er rechnet mit einem Rückgang von Alp-Gruyère um etwa 10 Prozent, so Isler.

Produktionsrückgang

Bei den Käsereien im Tal falle der Rückgang hingegen gering aus. Die meisten von ihnen verfügten über Milch, die üblicherweise nicht zu Gruyère AOP verarbeitet werde, wodurch die Rückgänge bei den Anlieferungen teilweise ausgeglichen werden könnten. Die relativ hohe Gruyère-Produktion im Frühjahr dürfte es den Käsereien im Tal zudem ermöglichen, ihre Quoten zu erfüllen.

Auch die Sortenorganisation Tête de Moine berichtet von einem Rückgang der Milchproduktion, insbesondere im Juli und August. Zum jetzigen Zeitpunkt stelle man einen Druck auf die Milchproduktion fest. Der Verband verfüge jedoch noch nicht über eine konsolidierte Schätzung, um einen möglichen Produktionsrückgang von Tête de Moine AOP in den kommenden Monaten zu beziffern. Trotz eines vorübergehenden Rückgangs der Milchproduktion betont Siegenthaler, dass die Käselager derzeit gut gefüllt seien. Die Versorgung bis zum Jahresende, insbesondere in der Weihnachtszeit, dürfte gesichert sein.

Gut gefüllte Lager

Im Juni lagen die Milchlieferungen tatsächlich noch «deutlich über» denen des Vorjahres, sagt SMP-Sprecherin Brügger. Danach habe sich die Lage rasch verschlechtert. Es sei daher schwer abzuschätzen, wie sich die Lage weiterentwickeln werde. Dies hänge von den künftigen Wetterbedingungen, den verfügbaren Futterreserven und der Entwicklung der Tierbestände ab, sagt sie.

In der Zwischenzeit würden die Trockenheit und der Futtermangel einige Betriebe dazu zwingen, ihren Viehbestand zu reduzieren oder sich früher von den leistungsschwächsten Tieren zu trennen, so die SMP-Verantwortliche.

Kommentare (7)

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  • Ex Milchproduzent | 18.08.2026
    Wenn es zuviel Milch hat, wird immer argumentiert, zuviel Milch; dann geht der Preis runter!
    Wenn es knapp Milch hat wird importiert...
  • Ostschweizer | 17.08.2026
    Die Marktgesetze wurden ausgehebelt mit der Einführung des Käsefreihandels und des Veredelungsverkehrs.
    Dies wurde eingeführt auf irgendeine Gegenleistung die der Industrie zugutekommt. Also dort den Verlust einfordern....
  • Felix | 17.08.2026
    I chume nid drus , hets iz zvieu oder zweni Miuch u wenn doch dLager vou si isch das guet oder schlächt ???
  • gesünderer Menschenverstand | 17.08.2026
    Laut dem Marktgesetz steigt der Preis wenn das Angebot knapp ist. Der Käse ist aktuell alles andere als knapp verfügbar! Das wird leider no es bitzeli dauern bis es sowit kommt.
  • Olioberto Roestio | 17.08.2026
    Immer diese unnötige Panikmache der Bürgerlich-Kapitalen. Hitze und Dürre gab es schon immer, geniesst den schönen Sommer!
  • Gesunder Menschenverstand | 17.08.2026
    Laut Marktgesetz müsste jetzt der Milchpreis sofort steigen!
    • Lisser Hermann | 19.08.2026

      Ja.... die kapitalistischen Denker wie Locke oder Kant... kannten die Theorie aber die menschliche Gier... an die dachten sie nicht.

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