
Bayer erzielte im zweiten Quartal mehr Erlöse mit Crop Science (Kulturpflanzenwissenschaften).
zvg
Überraschend hat die Bayer AG im zweiten Quartal 2026 bei ihrem Agrargeschäft zugelegt. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) vor Sondereinflüssen stieg auf 902 Mio. Euro (848 Mio. Franken) und lag damit um 30,2% über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Dafür sorgten nach Konzernangaben eine Senkung der Herstellungskosten durch Effizienzprogramme und ein Umsatzzuwachs.
Die Erlöse von Crop Science (Kulturpflanzenwissenschaft) summierten sich im zweiten Vierteljahr auf 4,91 Mrd. Euro (4,61 Mrd. Franken), womit der Vergleichswert wert- und preisberichtigt um 3,5% übertroffen wurde. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen von Crop Science erhöhte sich um 3,9 Prozentpunkte auf 18,4%.
Glyphosathaltige Herbizide als Wachstumstreiber
Haupttreiber für das Umsatzwachstum bei Crop Science war der Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften inklusive zusätzlicher Lizenzeinnahmen aus dem ersten Quartal. Aufwärts ging es mit den Erlösen vor allem in den Bereichen Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften sowie Baumwollsaatgut mit Zuwächsen von wpb. 16,9% beziehungsweise 69,2%.
Wachstumstreiber im Bereich Pflanzenschutz waren insbesondere glyphosathaltige Herbizide, die für ein Umsatzplus von 12,6% sorgten. Bayer meldet hier höhere Absatzmengen und Preise, vor allem in der Region Europa/Nahost/Afrika. Der Zuwachs bei Insektiziden von 15,9% ist im Wesentlichen auf Mengen- und Preissteigerungen in den Regionen zurückzuführen. «Operativ sind wir auf einem guten Weg, unsere Jahresziele zu erreichen», kommentierte der Bayer-Vorstandsvorsitzende Bill Anderson die vorgelegten Zahlen.
Monsanto-Sammelvergleich
Der Konzern habe bei seinen langfristigen strategischen Prioritäten entscheidende Fortschritte erzielt. Dazu zähle das richtungsweisende Urteil des US Supreme Court im Fall Durnell, das dem Unternehmen beim vorgeschlagenen Sammelvergleich eine stärkere Position verschafft habe. «Insgesamt sind wir mit unserer Strategie zur Eindämmung der Rechtsstreitigkeiten gut vorangekommen, wir haben aber noch wichtige Meilensteine vor uns», erklärte Anderson.
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Bayer will den vorgeschlagenen Sammelvergleich zwischen Monsanto und führenden Klägerkanzleien im Rahmen seiner mehrgleisigen Strategie weiter vorantreiben. Anderson sieht den Konzern durch das Urteil des Supreme Courts in einer stärkeren Position. Die Anhörung zur finalen Genehmigung beim Gericht in Missouri ist dem Konzernchef zufolge für den 19. August angesetzt; die Entscheidung werde voraussichtlich im Verlauf dieses Jahres fallen. In der Zwischenzeit will Bayer seine Stellungnahmen zu den Einsprüchen einreichen sowie die Anzahl und Qualität der sogenannten Opt-outs bewerten.