
Der Online-Hofladen Farmy hat den Betrieb eingestellt.
zvg
Der Zürcher Online-Hofladen Farmy und Pico Lebensmittel haben ihren Betrieb per sofort eingestellt und das Konkursverfahren eingeleitet. Der Onlineshop sei bereits offline, über 100 Mitarbeitende verlieren voraussichtlich ihre Stelle, schreibt Blick.ch.
Noch im Sommer 2025 hatte Farmy mit Pico Lebensmittel fusioniert, um durch Synergien Kosten zu sparen und das finanziell angeschlagene Unternehmen zu stabilisieren. Doch die erhoffte Wende blieb aus.
2024 Standort in Romandie geschlossen
Farmy war 2014 gegründet worden und erlebte besonders während Corona einen starken Wachstum. Zu Spitzenzeiten beschäftigte das Unternehmen rund 220 Mitarbeitende. Danach brach das Geschäft jedoch deutlich ein. 2024 leitete Farmy einen umfassenden Restrukturierungsprozess ein , schloss den Standort in Ecublens VD und entliess 29 Mitarbeitende. Den Umsatzrückgang bezifferte Farmy auf 22 Prozent. Der Online-Hofladen begründete die Neuausrichtung mit veränderten Marktbedingungen.
CEO Thomas Zimmermann erklärte gegenüber Blick.ch, dass sich das Bestellvolumen nach dem Corona-Boom nie mehr erholt habe und der Umsatzrückgang zuletzt noch stärker geworden sei. Trotz Prüfung aller Optionen und Hoffnung auf eine operative Wende durch die Fusion habe es keine nachhaltige Perspektive mehr gegeben.
Mehrere Finanzierungsrunden
Der Online-Hofladen wurde vor 12 Jahren von Roman Hartmann und Tobias Schubert in Zürich gegründet. Der Online-Händler wollte seinen Kunden nach eigenen Angaben «frische und authentische Lebensmittel mit Fokus auf Nachhaltigkeit und Regionalität» anbieten. Laut eigenen Angaben stammten rund 60 Prozent des Umsatzes von 1200 Bauern und Produzenten aus der Schweiz.
Nach einer Finanzierungsrunde im Jahr 2017 von über 5 Millionen Franken floss der Firma im Sommer 2023 wiederum neues Kapital in der Höhe von 10,5 Millionen Franken zu . Das von bisherigen und neuen Investoren. Damals hiess es, dass Farmy mit dem neuen Kapital weiter ins Wachstum investieren und bis 2025 profitabel werden wolle. Die beiden Farmy-Gründer Hartmann und Schubert blickten damals positiv in die Zukunft: «Wir sind fest davon überzeugt, dass wir bald wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren werden. Die Verlagerung hin zum Online-Lebensmitteleinkauf ist nicht aufzuhalten.» Für Farmy gilt das nicht mehr.