
Der Markt für Schweizer Früchte steht unter einem hohen Preis- und Kostendruck.
zvg
Der Preisdruck nimmt auch beim Obst stetig zu. Die Margen sind klein. Das hat Auswirkungen auf die Verarbeiter, Händler und Produzenten.
Hohe Kosten für Sanierung
Um trotz steigender Produktions- und Verarbeitungskosten am Markt bestehen zu können, überprüfen Händler ihre Strukturen. Das macht auch Inoverde. Die Fenaco-Tochter handelt Gemüse, Kartoffeln und Früchte. Tätig ist das Unternehmen auch im Bereich Kern- und Steinobst.
In diesem Bereich kommt es nun zu einer deutlichen Zäsur. Inoverde nimmt derzeit an den Standorten Perroy VD, Charrat VS und Sursee Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen von Schweizer Produzentinnen und Produzenten an. Mitte August gab das Unternehmen an, den Standort Sursee zu überprüfen. «In den kommenden Jahren stünden Investitionen in der Höhe von mehreren Millionen Franken an», teilte die Fenaco damals in einer Mitteilung mit. Der Innerschweizer Standort ist der kleinste und älteste. Die historische Bausubstanz über zwei Geschosse führe zu teils aufwendigen Prozessen, hiess es weiter.
-> Fenaco-Tochter prüft Schliessung von Standort Sursee
Tobi nimmt Obst ab
Weil in Sursee nur kleine Mengen Kern- und Steinobst verarbeitet werden, lasse sich eine so grosse Investition nicht rechtfertigen, so die Fenaco weiter. Bis Ende August lief ein Konsultationsverfahren. Dieses ist nun abgeschlossen. Für den Standort in der Innerschweiz bedeutet das definitive Aus. Er wird Ende Juni 2027 geschlossen. 44 Mitarbeitende sind von der Schliessung betroffen. «Für sie kommt ein umfassender Sozialplan zur Anwendung. Inoverde begleitet die betroffenen Mitarbeitenden während dieses Prozesses aktiv», teilt die Fenaco-Tochter am Dienstag mit. Einige Mitarbeitende dürften bei der Landi-Gruppe weiterbeschäftigt werden.

Fenaco Landesprodukte heisst seit dem 1. März 2023 Inoverde.
Fenaco
Inoverde konzentriert seine Kern- und Steinobstaktivitäten künftig in Perroy (VD) und Charrat (VS). Für Obstproduzentinnen und Obstproduzenten in der Deutschschweiz hat dies einschneidende Auswirkungen. Inoverde bietet ihnen mit der Tobi Seeobst AG aus Bischofszell (TG) eine Anschlusslösung an. Gemäss Inoverde stammt mehr als die Hälfte der in Sursee verarbeiteten Mengen aus der Ostschweiz. «Wir können unseren Produzentinnen und Produzenten auch nach der Schliessung des Standorts Sursee Kontinuität und Planungssicherheit bieten», sagt Michel Nick, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Inoverde.
130 Produzenten betroffen
Rund 130 Produzentinnen und Produzenten sind von der Schliessung betroffen. Deren Menge entspricht gemäss Fenaco etwa 20 Prozent der von Inoverde vermarkteten Kern- und Steinobstmengen. «Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Menge an Kern- und Steinobst im mittleren vierstelligen Tonnenbereich pro Jahr, die nun über Tobi abgewickelt werden», sagte die Fenaco-Medienstelle gegenüber schweizerbauer.ch.
Inoverde nimmt heute von 290 Produzentinnen und Produzenten in der Genferseeregion, im Wallis, in der Zentralschweiz, in der Ostschweiz sowie in einigen angrenzenden Produktionsgebieten Kern- und Steinobst ab. Inoverde beschäftigt an 14 Standorten schweizweit über 400 Mitarbeitende.