
Die Produzenten eine Preissenkung hinnehmen.
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Schlechte Nachrichten für die Produzenten: Die mengengewichteten Durchschnittspreise für Brotgetreide sinken um rund 2.50 Fr./100 kg. Die Branchenorganisation des Getreides, Swiss Granum, spricht von einem Kompromiss.
-> Brotgetreide: Richtpreise sinken
Drei Faktoren
Die Richtpreise hätten bereits am Montag kommuniziert werden sollen. Doch die Preisvorstellungen lagen zu weit auseinander. Das bestätigt auch der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV). Er schreibt in einer Mitteilung: «Die Richtpreisverhandlungen für Brotgetreide waren in diesem Jahr enorm hart und reflektierten die Schwierigkeiten am Markt.»
Die Landwirtinnen und Landwirte hätten mit steigenden Produktionskosten zu kämpfen, die ihr Einkommen schmälern würden, so der Verband. Dies betreffe aber auch die Bäcker. Der SGPV nennt drei Faktoren, die die Marktbedingungen verschärfen:
- extrem niedrige Weltmarktpreise, die Importe von Getreide, Mehl und Backwaren in die Schweiz begünstigen;
- hohe Lagerbestände aus der Ernte 2025;
- Einbussen bei den Mahlmengen wegen der zunehmenden Importe, des Rückgangs der Exporte von Fertigprodukten und der Einstellung der Stärkeproduktion.
Gemäss Mitteilung von Swiss Granum wurde der Kompromiss von sämtlichen Branchenpartnern mitgetragen. «Er war verbunden mit intensiven Diskussionen zwischen den Getreideproduzenten und den Verarbeitern», heisst es. Sprich: Die Verarbeiter wollten noch tiefere Abschläge, die Produzenten zumindest gleichbleibende Richtpreise.
Keine Richtpreise: zu grosses Risiko
Das Risiko, die Verhandlungen scheitern zu lassen, war für den SGPV zu hoch. «Das Fehlen von Richtpreisen hätte ein erhebliches Risiko für die Produzenten und einen entsprechenden, schmerzhaften Preisverfall bedeutet», hält der Verband fest.
Der SGPV habe deshalb Verantwortung übernommen, heisst es weiter. «Der Kompromiss ermöglicht Richtpreise und begrenzt das finanzielle Risiko für die Produzenten», stellt der Verband klar. Er erwartet von Handel und Verarbeitern ein «starkes Engagement, diese Preise einzuhalten». Weiter wird erwartet, dass sich der Detailhandel und die Politik für eine bessere Valorisierung des Brotgetreides und höhere Absatzmengen einsetzen.
Richtpreise 2026
Den grössten Abschlag gibt es für Weizen Top. Hier sinkt der Richtpreis um 3 Franken auf noch 57 Fr./100 kg. Bei der Kategorie Weizen I gibt es einen Abschlag von 1.50 Fr. auf noch 55.50 Fr./100 kg. Bei Weizen II und Weizen Biskuit wurde eine Senkung um 0.50 Fr. auf 54 Fr./100 kg beschlossen. Der Roggen-Richtpreis sinkt um einen Franken auf 44 Fr./100 kg. Der Ernterichtpreis für Dinkel bleibt mit 58 Fr./100 kg auf dem Vorjahresniveau.

Swiss Granum