Holz: Keine Richtpreise vereinbart

Die neu gebildete Holzmarktkommission (HMK) hat sich zum zweiten Mal über den Holzmarkt ausgetauscht. Im Fokus stand die aktuelle Marktlage. Anbieter und Sägereien konnten sich nicht auf gemeinsame Richtpreise einigen.

Die Marktlage wird von der Holzmarktkommission (HMK) kurz- bis mittelfristig mehrheitlich als positiv beurteilt. Die Auftragslage wird als gut eingestuft. Die Holzlager – bei den Sägereien und im Wald – sind gemäss HMK aktuell recht gut gefüllt. Bis im Herbst wird eine stabil hohe Nachfrage seitens der Sägewerke erwartet, was im kommenden Herbst und Winter zu einem zunehmenden Versorgungsdruck führen könnte.

Gesuchtes Nadelholz

Fichte und Tanne gehören weiterhin zu den am meisten nachgefragten Holzarten. Lärche und Douglasie weisen ebenfalls eine stabile bis steigende Nachfrage auf. Ohne Störungen wie Borkenkäferbefall dürfte sich das Preisniveau gemäss HMK halten. Beim Industrie- und Energieholz rechnet die Kommission mit einer leicht steigenden bis stabilen Nachfrage.

Anders sieht es beim Laubholz aus. «Die Preisspanne führt bisweilen zur direkten Verwertung als Energieholz», heisst es in der Mitteilung der HMK.

Die Versorgung mit Holz könnte sich jedoch verknappen. Dies wäre der Fall, wenn die Holzerntesaison im Spätsommer nicht ohne Verzögerung gestartet werden könnte, heisst es weiter.

Preise: Kein Einvernehmen

Neben der Marktlage werden in der Holzmarktkommission auch die Holzpreise thematisiert. Diese sind für Landwirtinnen und Landwirte mit Wald von grosser Bedeutung. Seit dem ersten Treffen im Januar haben sich die Rohholzpreise je nach Sortiment und Region insgesamt stabil bis leicht steigend entwickelt, heisst es in der Mitteilung. Dieser Trend sollte auch in den kommenden Monaten anhalten. Die Waldeigentümer haben deshalb bei den absatzmässig wichtigen Rohholzsortimenten eine moderate Erhöhung der Preise gefordert.

Die Preise von Anfang 2026

Diese Forderung haben die Abnehmer jedoch abgelehnt. Sie sehen keine Möglichkeiten für Preisanpassungen. Begründet wird dies einerseits mit dem Preisdruck aus dem Ausland, der für sinkende Margen sorge. Andererseits seien die Rohholzpreise in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Zudem sind die Preise gemäss den Sägereien schweizweit zu unterschiedlich, um Richtpreise zu vereinbaren. Sie halten deshalb stabile Preise für gerechtfertigt.

Weil sich Holzlieferanten und Holzabnehmer sich nicht einigen konnten, wird auf eine Publikation von Richtpreisen verzichtet. Dies war bereits bei der ersten Sitzung von Ende Januar 2026 der Fall.

Die per Anfang 2026 neu gebildete Holzmarktkommission (HMK) setzt sich aus Vertretern der Waldeigentümer (repräsentiert durch WaldSchweiz), der Holzabnehmer (repräsentiert durch Holzindustrie Schweiz, HIS) sowie weiteren Akteuren des Holzmarkts mit Gaststatus zusammen. Ziele der paritätisch zusammengesetzten Kommission sind der Austausch über Angebot und Nachfrage auf dem Holzmarkt, die Diskussion aktueller Themen und – wenn möglich – die einvernehmliche Festlegung gemeinsamer Richtpreise für Schweizer Rohholz.

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