
Der Schweizer Schweinemarkt ist überversorgt.
Suisseporcs
Der Schweinemarkt droht wieder aus den Fugen zu geraten. Nach der Produktionsausdehnung mit Übermengen in den Jahren 2022 und 2023, hat sich der Schweinemarkt in den Jahren 2024 und 2025 erholt. «Der Inlandanteil am verkauften Schweinefleisch betrug weniger als 93%, dadurch konnten die Schweinehaltenden kostendeckende Preise erzielen», schreibt Proviande, die Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, in einer Mitteilung.
Zielmenge überschritten
Die zunehmende Professionalität und der Produktionsfortschritt führten aber in den vergangenen Wochen dazu, dass die angestrebte Zielmenge von 44'000 Schlachtschweinen pro Woche zunehmend überschritten wurde. «Das führt zu einer Überproduktion und entsprechend zu Verwerfungen auf dem Schweinemarkt», hält Proviande fest.
Das ist auch auch dem jüngsten Marktbericht von Suisseporcs zu entnehmen. Grosse Angebote treffen auf eine ebenfalls grosse Nachfrage. Gleichzeitig seien Überkapazitäten in Zucht- und Mastställen Tatsache und würden ausgelastet. «Die Produktion ist nicht marktgerecht und unnötig vergrössert», schreibt Suisseporcs.
Marktentlastungen 2022
Die Branche will Zustände wie 2022 verhindern. Damals wurden Ferkel nach Deutschland exportiert. «Es ist die am wenigsten schlechte von schlechten Varianten», sagte der damalige Suisseporcs-Präsident Meinrad Pfister Ende Juli 2022 zu «Schweizer Bauer». Eine andere Variante wäre gewesen, tragende Muttersauen zu schlachten. «Das wollen wir unbedingt vermeiden», führte Pfister weiter aus.
Im Herbst 2022 wurden weitere Entlastungsmassnahmen beschlossen. Einerseits wurde eine Einfrieraktion von Schweinefleisch beschlossen. Es wurden knapp 15'000 Schlachtschweine aus dem Markt genommen. Andererseits wurde der Export von Schweinefleisch organisiert. Für die Finanzierung des befristeten, privatrechtlich organisierten Exportgeschäftes wurde ein Fonds gebildet. Pro Kilogramm Schweinefleisch wurden 20 Rappen eingezogen. Den Hauptanteil, 15 Rappen, wurden von den Produzenten alimentiert. Die restlichen 5 Rappen wurden durch die Händler in den Fonds einbezahlt.
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Produktion nicht marktgerecht
In den vergangenen Monaten haben sich gemäss Suisseporcs die Überkapazitäten in Zucht und Mast «deutlich manifestiert». Bestehende Stallplätze würden ausgelastet, obwohl die produzierte Menge nicht marktgerecht sei. Strukturell müssten rund fünf Prozent der Schweineplätze wegfallen, um Wertschöpfung zu erzielen und den Absatz zu gewährleisten.
Eine änliche Situation wie 2022 will die Branche 2026 unbedingt unterbinden. Um einen Schweinestau bei den Schweinehaltenden im Sommer und Herbst zu vermeiden, hat Suisseporcs, unterstützt durch den Verwaltungsrat von Proviande, eine branchenübergreifende Arbeitsgruppe ins Leben gerufen. Diese hat den Auftrag, kurz- und mittelfristigen Massnahmen zur Entlastung des Schweinemarktes zu erarbeiten.
Kurzfristige Massnahmen: Entlastungsfonds
Die erweiterte Fachkommission Markt von Suisseporcs hat am 10. Februar 2026 einstimmig beschlossen, kurzfristige Marktentlastungsmassnahmen einzuleiten. Ziel sei es, die Wertschöpfung zu sichern und den Absatz zu gewährleisten. Bei Suisseporcs handelt es sich um den Schweizerischen Schweinezucht- und Schweineproduzentenverband. Er vertritt die Interessen der Schweinehaltenden in der Schweiz.
Suisseporcs, der Verband der Schweizer Schweinehaltenden, vertritt die Schweinezucht- und Mastbetriebe in der ganzen Schweiz gegenüber Markt, Behörden, Abnehmer, Politik, Wirtschaft, Organisationen sowie Konsumentinnen. Der Produzentenverband der Schweizer Schweinehaltenden ist regional in vier Sektionen aufgeteilt. Der Sitz des Verbandes ist in Sempach LU.
Um die notwendigen Massnahmen zu finanzieren, startet ab Kalenderwoche 7 der Einzug in den Entlastungsfonds. Die Mittel dienen der Umsetzung der vorgesehenen Marktentlastungen gemäss Konzept. Die Finanzierung wird zwischen Züchtern und Mästern aufgeteilt. Vorgesehen ist ein Verteilschlüssel von zwei Dritteln zu einem Drittel.
Abzug beim Jagerpreis
Konkret wird ab dem 9. Februar 2026 für die Marktentlastung ein Abzug von 12 Franken pro Jager vorgenommen. Das entspricht 60 Rappen pro Kilogramm Lebendgewicht bei einem Referenzgewicht von 20 Kilogramm. Der Abzug wird transparent bei Züchtern und Mästern ausgewiesen. Der Grundpreis basiert auf 4.20 Franken pro Kilogramm Lebendgewicht bei 20 Kilogramm. Davon werden 60 Rappen pro Kilogramm Lebendgewicht für die Marktentlastung abgezogen.
«Mit den Fondsmitteln sollen Marktentlastungsmassnahmen finanziert und dadurch das Überangebot an Schlachtschweinen im Sommer und Herbst 2026 reduziert werden», schreibt die Proviande. Die Arbeitsgruppe prüft aktuell verschiedene Exportmöglichkeiten.
Ziel Stabilisierung und Wertschöpfung
Neben den kurzfristigen Eingriffen wird in der Branche auch eine strukturelle Anpassung als notwendig erachtet, um die Marktstabilität wiederherzustellen. Langfristig soll so die Wertschöpfung in der Schweizer Schweineproduktion gesichert und ein geordneter Absatz gewährleistet werden.
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Mittelfristig steht eine Mengenbegrenzung im Vordergrund. Dazu wird auch der Schweinehandel einbezogen. Es wird ein Konzept zur freiwilligen Stilllegung von Zuchtschweineplätzen erarbeitet. Das Konzept soll in den Monaten März und April diesen Jahres den Produzenten vorgelegt und danach den Delegierten von Suisseporcs zur Abstimmung unterbreitet werden.
Die Suisseporcs (Zentralvorstand, Geschäftsstelle, Sektionen, Kommissionen) ist ein aufgeblasener Apparat mit einem schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnis. Ich bin schon vor vielen Jahren aus diesem "Verein" ausgetreten, weil ich lieber Schweine füttere als Verbandsfunktionäre finanziere.
Nicht jeder kann überleben.
Wenn es strukturelle Missstände gibt, braucht es harte Einschnitte um das zu beheben.
Wichtig wäre, dass sich endlich die Vermarkter und Mühlen aus der Finanzierung der Ställe raushalten. Das ist das Grundübel, das Geld, dass von denen in den Bau gepumpt wurde und wird.
Die Landwirte hätten nie in dem Masse Investiert, ohne dieses Geld.
Jetzt wo prise schlächt na me abzieh, so e e Fonds hemer Au scho mal vor 20 Jahr gha und nacher nieme öppis gseh.....
Das regelt sich selber ohni igriff.
Aber ich weiss scho womer es paar Franke im Jahr cha spare, Kündigung Isch gschriebe, und gad nächste täg uf Post und zwar bide Swissporc.
Über so e entscheid müsst me chöne abstimme ob's Mehrheitsfähig wär so e Fonds izrichte....
Mached mit und chündet bide Swissporc.
Und die ganze Rechnung wirrt unter sieben Sigel abgelegt. (ist ein grosses Geheimnis)
Das ist ganz falsch. Der Schweinemarkt reguliert sich seit Jahrzehnten selbst. Ohne Entlastungs Massnahmen. Solche Massnahmen kosten nur viel Geld . Jeder Bauer weiss genau wann er mit der Scheineproduktion aufhören muss. Da braucht es kein Käseli .