Raps: Produzentenpreise steigen – reicht das aus?

Gute Kunde für Rapsproduzenten: Die Preise liegen aufgrund höherer Ölpreise über den Vorjahreswerten. Die Nachfrage nach Schweizer Rapsöl kann aber weiterhin nicht gedeckt werden. 

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Die Preise für Rapsöl steigen. Die durchschnittlichen Markterlöse für Ölsaaten werden von der Branchenorganisation Swiss Granum erhoben.

Rapsöl legt preislich zu

Der Erlös setzt sich aus dem Öl- und Kuchenpreis zusammen und wird aufgrund von Angaben von SwissOlio erhoben. Während der Hauptvermarktungsphase des Rapses lagen die massgeblichen Ölpreise auf folgendem Niveau (Basis je 100 kg raffiniert, lose ab Werk):

Rapsöl klassisch: 289 bis 295 Franken

Rapsöl HOLL: 322 bis 328 Franken

Beim klassischen Rapsöl sind das 10 Franken und beim HOLL-Rapsöl 13 Franken mehr als 2025. HOLL-Rapsöl ist ein stark hitzebeständiges Pflanzenöl. Die Abkürzung HOLL steht für High Oleic Low Linolenic (hoher Gehalt an Ölsäure, geringer Gehalt an Linolensäure).

3 bis 4 Franken mehr

Beim Rapskuchen lagen die durchschnittlichen Marktpreise zwischen 28.00 und 34.00 Fr./100 kg. «Bei diesen Preisangaben handelt es sich um eine Momentaufnahme, welche je nach Vermarktungszeitpunkt variieren kann», schreibt Swiss Granum. Die Verarbeitungskosten und die produzentenseitigen Branchenbeiträge der Ernte 2026 blieben gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Aus diesen Angaben leitet sich der durchschnittliche Produzentenpreis ab. Dieser liegt 2026 beim klassischen Raps bei 92,25 Fr./100 kg. Das sind 3,10 Franken mehr als im Vorjahr. Beim HOLL-Raps liegt der Preis bei 104,45 Franken, das sind 4,20 Franken mehr als im Vorjahr.

Raps klassisch: 92,25 Fr./100 kg

Raps HOLL: 104,45 Fr./100 kg

Beim Raps steigen also die Produzentenpreise, das ist nicht in jeder Kultur so. Beispielsweise wurden die Richtpreise beim Getreide für die Ernte 2026 gesenkt. Die Rapspreise lagen auch schon deutlich höher.

2023 Preiserosion

2022 kletterte der Produzentenpreis für Raps klassisch auf 113,55 Fr./100 kg, das waren 20,40 Fr. mehr als im Vorjahr. Beim HOLL-Raps stieg der Preis auf 121,70 Fr., ein Plus von 21,15 Fr. gegenüber 2021. Grund: Aufgrund der unsicheren Lage und wegen des Ausbruchs des Kriegs in der Ukraine legten die internationalen Ölpreise massiv zu.

2023 folgte ein Preissturz. Die massiv tieferen Ölpreise schlugen sich voll auf den Produzentenpreis nieder. Die durchschnittlichen Preise der Ernte 2023 für klassischen Raps brachen um knapp 27 Fr./100 kg auf 86,80 Fr./100 kg und für Raps HOLL um rund 30 Fr./100 kg auf 91,65 Fr./100 kg ein. 2024 erholten sich die Produzentenpreise ein wenig. Beim klassischen Raps gab es ein Plus von 2,35 Franken auf 89,15 Fr./100 kg, beim HOLL-Raps ein Plus von 6,75 Fr. auf 98,40 Fr./100 kg. Heuer legen die Preise nun erneut zu.

Zielmenge für 2027 nicht erreicht

Die Nachfrage nach Schweizer Rapsöl kann weiterhin nicht gedeckt werden. Für die Ernte 2027 sind Produzentinnen und Produzenten gesucht. Die Zielmenge von 106'050 t wurde laut der Mitteilung des Schweizerischen Getreideproduzentenverbands (SGPV) von Ende Juni mit 75'000 t verfehlt.

«Neben den finanziellen Vorteilen zeichnet sich Raps durch folgende agronomische Vorteile aus: lange Bodenbedeckung, tiefe Durchwurzelung, frühe Ernte, Abwechslung in getreidelastigen Fruchtfolgen, gute Verwertung von Hofdünger, kaum Risiko zur Verschleppung von Erdmandelgras, kein Humusabbau, optimale Bedingungen für Weizen als Nachkultur etc.», erklärte der SGPV. Weiter sei durch das wärmer werdende Klima der Rapsanbau bis auf rund 800 Meter über Meer möglich.

Schädlingsdruck

Beat Wüest sät den Raps Mitte August bis Anfang September aus. «Grundsätzlich ist Raps eine simple Pflanze», erklärt er und ergänzt: «Das Ziel ist, dass sie wie ein verkehrter Christbaum aussieht – unten ein Spitz und oben möglichst viele Triebe mit vielen Schoten.»

Er kennt auch die Herausforderungen der Rapskultur. Durch eine frühe Aussaat versucht er, den meisten Schädlingen auszuweichen. Der Erdfloh kommt ungefähr Mitte September und wenn der Raps zu dieser Zeit bereits gross genug ist, kann der Schädling weniger Schaden anrichten. Im Frühling kommt dann aber der Stängelrüssler. Zum Schluss ist noch der Rapsglanzkäfer: «Dieser geht an die geschlossene Blüte und frisst den Blütenstaub von innen – somit blüht die Blüte dann nicht mehr», so der Landwirt.

-> Gefragte Kultur, aber wachsender Druck

«Preis entspricht Aufwand nicht»

Deshalb fordern Produzentinnen und Produzenten einen höheren Preis. So kommentierte Landwirt Aedu auf schweizerbauer.ch: «Beim Raps entspricht der Produzentenpreis in keiner Weise dem Aufwand, den man betreibt! Hohes Risiko von Schädlingen und praktisch keine Mittel mehr, die gut wirken. Ein guter Produzentenpreis muss über 120 Fr./100 kg liegen. Alles andere ist ein Hohn.»

Rahel Emmenegger, stellvertretende Geschäftsführerin des Schweizerischen Getreideproduzentenverbands (SGPV) hält fest: «Rapsöl wird in der Industrie, Gastronomie und im Privathaushalt eingesetzt und ist das einzige Pflanzenöl in der Schweiz, für das die Auflagen für Swissness gelten – viele Unternehmen, die ihre Produkte mit dem Schweizer Kreuz ausloben möchten, sind auf Schweizer Rapsöl angewiesen.» Mehr Schweizer Rapsöl wird es vermutlich aber nur mit höheren Preisen geben.

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