
Der runde Tisch Schweinemarkt hat Lösungsvorschläge unterbreitet. Nun ist eine Kommission von Proviande an der Reihe.
Proviande
Von Herbst 2025 bis ungefähr Juli wurden in der Schweiz mehr Schweine produziert, als der Markt aufnehmen konnte. Der Angebotsüberhang hatte gravierende Folgen. «Die Preise für die Produzenten sind auf einen noch nie dagewesenen Tiefstand gefallen», schrieb Suisseporcs Ende Juni.
Innert drei Wochen sank der Preis im Juni um 1.20 Franken auf noch 2.50 Fr. pro Kilo Schlachtgewicht (SG). Zusätzlich gab es einen Abzug von 10 Rp./kg für die Marktentlastung. Ein Schock für die Mäster. Diese schwierige Situation belaste die ganze Branche und deren Akteure, hielt Suisseporcs fest.
-> Der Preissturz als Retourkutsche?
Fleisch und Tiere wurden exportiert
Um den Markt zu entlasten, wurden mehrere Massnahmen ergriffen. So wurde Schweinefleisch aus den Tiefkühllagern exportiert. Weiter wurden 18’000 Schweine in Hälften ausgeführt. Ausserdem wurden Tausende Ferkel ins Ausland exportiert, um den Markt zu entlasten. Die Massnahmen wurden mit Geld aus einem Fonds finanziert, der durch einen Abzug auf dem Schlachtschweinepreis gespeist wurde.
-> Export von 18’000 Schweinen
Weil Ende Mai eine Zwei-Drittels-Mehrheit zur Umsetzung eines Stilllegungskonzepts an der Delegiertenversammlung von Suisseporcs nicht zustande kam, drohte weiteres Ungemach. Deshalb hat der Schweizer Bauernverband (SBV) die «zentralen Akteure» der Schweinebranche zu einem «runden Tisch» eingeladen. Ziel der Zusammenkunft: Massnahmen für einen künftig stabilen Schweinemarkt zu definieren.
-> Stilllegungskonzept scheitert hauchdünn
Mehr Daten für Transparenz
Gemäss SBV haben die Diskussionen zu mehreren Vorschlägen geführt. Im Zentrum stehen die Verbesserung der Daten über die Einstallungen, die generelle Optimierung der Markttransparenz über ein Markt-Dashboard, die Überarbeitung der Preisbildungsmechanismen für Jager und Schlachtschweine sowie die Erarbeitung von weiteren Begleitmassnahmen zum Ausgleich des Markts.
Nun ist eine Arbeitsgruppe von Proviande, der Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, an der Reihe. Sie soll die Vorschläge bis Ende Jahr konkretisieren. «Danach gibt es einen zweiten «Runden Tisch», um Nägel mit Köpfen zu machen», hält der SBV fest.
Immerhin haben sich die Produzentenpreise wieder ein wenig erholt. Für QM-Tiere beträgt der Preis in der vierten Woche in Folge 3.20 Franken pro Kilo SG. Wie Marktkenner gegenüber «Schweizer Bauer» sagten, ist die Produktion in den letzten Wochen marktgerecht und könne so verwertet werden. «Für die Produzenten bleibt das Preisniveau aber ruinös», warnt Suisseporcs im jüngsten Marktbericht.