
Heu ist dieses Jahre Mangelware.
Deutz Fahr
In den vergangenen Tagen kursierten über Facebook vermehrt Meldungen, dass die Zgraggen Agro &Transport aus Schattdorf UR bereits Heu aus Kanada in die Schweiz importiere und verkaufe, wie man es aus einem SRF-Beitrag schliessen konnte.
Herger: Futter aus Europa
Toni Herger, Leiter Agrarhandel, dementiert das aber: «Wir importieren kein Heu aus Kanada, ich weiss auch nicht, welche Firma dies aktuell tut», sagt Herger, der ebenfalls im Vorstand des Schweizerischen Raufutterverbandes sitzt.
Die Firma Zgraggen Agro&Transport werde aber täglich mit solchen Anfragen von Bäuerinnen und Bauern auf der Suche nach Futter konfrontiert. Derzeit bekomme die Firma Zgraggen genug Futter von Lieferanten aus Italien und Norddeutschland. «Im Moment können wir genug Futter aus unseren Nachbarländern kaufen.» Konkrete Angebote für Futter aus Übersee lägen aber auf dem Tisch: «Wir haben Angebote für Raufutter aus Südamerika, zurzeit greifen wir aber noch nicht darauf zurück.»
Aus Provinz Alberta
Ende August berichtete die SRF-Tagesschau, dass mit Heu gefüllte Container in die Schweiz unterwegs sind. Der Transport wird rund 45 Tage dauern. Von Olds, einer Kleinstadt in der westkanadischen Provinz Alberta, wurde das Heu mit dem Zug nach Montreal transportiert. Von dort gelangt das Futter per Frachtschiff nach Antwerpen und schliesslich mit dem Lastwagen in die Schweiz. Dass dieser lange Transportweg überhaupt wirtschaftlich interessant ist, liegt am enormen Mangel an Raufutter in Europa.
«In Nordamerika gibt es viele leere Container, die zurück nach Asien und Europa müssen. Wir nutzen diese günstigen Rücktransporte für unser Heu. Momentan gibt es auch viel Platz auf den Schiffen», sagte Barry Schmitt, Gründer und Geschäftsführer der Barr-AG, zu SRF.