
BIG-M ist ein Zusammenschluss von Milchproduzenten aus der ganzen Schweiz. Nach eigenen Angaben, vertrete der Verein, im Gegensatz zu den meisten anderen Milchbauernorganisationen (Verbände, Milchgenossenschaften etc.) ausschliesslich die Interessen der Milchbäuerinnen und Milchbauern.
Hans-Peter Widmer
Schweizer Kühe geben dank guten Futters deutlich mehr Milch als üblich. 2025 wurden 3,43 Milliarden Kilogramm Milch eingeliefert – 2,8 Prozent oder 94 Millionen Kilogramm mehr als 2024.
Vor allem seit dem Herbst liegen die Mengen deutlich über dem Vorjahr. Das hat Folgen: Die Verarbeiter laufen am Anschlag, und die Preise für die Produzenten sind deutlich gesunken.
«Nicht fähig oder willig»
BIG-M übt scharfe Kritik an den Schweizer Milchproduzenten. Die Dachorganisation der Schweizer Milchbauern habe bisher nicht mehr zustande gebracht, als «hilflos» bei den Bauern Produktionseinschränkungen einzufordern sowie Solidarität bei Verarbeitern und Detailhändlern anzumahnen.
«Was nützt ein Verband, der sich in guten Zeiten nicht auf Krisen vorbereitet und in der Krise handlungsunfähig ist?», lautet das harte Verdikt von BIG-M. Die Basisorganisation zeigt sich mit der Führungsetage des Verbands mehr als unzufrieden. «Die langjährigen Mitglieder von Vorstand und Geschäftsleitung sind offensichtlich nicht fähig oder nicht willig, etwas zu verändern», heisst es im jüngsten Newsletter. BIG-M erhöht damit den Druck.
Die Organisation appelliert an die Möglichkeiten der Mitglieder von Produzenten-Milchverwerter-Organisationen (PMO) und Produzentenorganisationen (PO), etwas zu verändern. «Müssen da schon personelle Diskussionen bei den SMP geführt werden?», hält BIG-M fest.
Fonds und Mengensteuerung
Die Basisorganisation übt nicht nur Kritik, sondern bringt auch Ideen ein – etwa jene des Zürcher Bauernverbands (ZBV). Dieser schlägt eine Lösung aus der Produktion heraus vor. Der ZBV hatte vor acht Jahren die Idee eines Fonds lanciert, der über einen allgemein verbindlichen Beitrag gespiesen würde. «Wenn eine Situation mit zu viel Milch droht, könnten die SMP daraus Gelder für das freiwillige Nichtliefern von Milch (rund 20 bis 30 Rappen pro Kilogramm) ausbezahlen», schrieb der Zürcher Bauernsekretär Ferdi Hodel kürzlich im «Zürcher Bauer».
BIG-M erachtet auch eine Mengensteuerung als zielführend, um Situationen wie die aktuelle zu vermeiden. So würden die Schweineproduzenten an ihrer nächsten Delegiertenversammlung über eine Mengensteuerung diskutieren. «Leider ist Suisseporcs den SMP weit voraus», hält BIG-M fest.
Wieso sollte Suisseporcs weit voraus sein? Die feilen seit Jahren an einem System und trotzdem kommt es immer wieder zu Überproduktion. Wer sich etwas damit beschäftigt weiss auch, dass das Problem nicht die Verbände sind, sondern Produzenten, die sich nicht um den Gesamtmarkt scherren, sondern Vollgas weiter produzieren. Und zwar bei Milch und bei Schweinen.
Es ist höchste Zeit für die Kopfnicker abzudanken, mit ihren fetten Gehältern...Keine Leistung,weg damit.
Am Besten nicht aufregen und aus der Produktion aussteigen, wer noch kann.
Es steigert nur den Gewinn der Verarbeiter.
Darum hilft nur die letzte Milchlieferung im Monat ins Güllenloch nicht abholen oder nicht annehmen , so sinkt die Menge , und durch den nichttransport schonen wir noch die Umweld.
Der Bauer verliert nicht viel , heisst Solidarisch.