«Muss die SMP-Führung ausgetauscht werden?»

Am Milchmarkt ist die Lage angespannt. Die Preise sinken, die Verarbeiter sind am Anschlag. Die bäuerliche Interessengemeinschaft für fairen Milchmarkt (BIG-M) übt scharfe Kritik an den Schweizer Milchproduzenten (SMP).

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Schweizer Kühe geben dank guten Futters deutlich mehr Milch als üblich. 2025 wurden 3,43 Milliarden Kilogramm Milch eingeliefert – 2,8 Prozent oder 94 Millionen Kilogramm mehr als 2024.

Vor allem seit dem Herbst liegen die Mengen deutlich über dem Vorjahr. Das hat Folgen: Die Verarbeiter laufen am Anschlag, und die Preise für die Produzenten sind deutlich gesunken.

«Nicht fähig oder willig»

BIG-M übt scharfe Kritik an den Schweizer Milchproduzenten. Die Dachorganisation der Schweizer Milchbauern habe bisher nicht mehr zustande gebracht, als «hilflos» bei den Bauern Produktionseinschränkungen einzufordern sowie Solidarität bei Verarbeitern und Detailhändlern anzumahnen.

«Was nützt ein Verband, der sich in guten Zeiten nicht auf Krisen vorbereitet und in der Krise handlungsunfähig ist?», lautet das harte Verdikt von BIG-M. Die Basisorganisation zeigt sich mit der Führungsetage des Verbands mehr als unzufrieden. «Die langjährigen Mitglieder von Vorstand und Geschäftsleitung sind offensichtlich nicht fähig oder nicht willig, etwas zu verändern», heisst es im jüngsten Newsletter. BIG-M erhöht damit den Druck.

Die Organisation appelliert an die Möglichkeiten der Mitglieder von Produzenten-Milchverwerter-Organisationen (PMO) und Produzentenorganisationen (PO), etwas zu verändern. «Müssen da schon personelle Diskussionen bei den SMP geführt werden?», hält BIG-M fest.

Fonds und Mengensteuerung

Die Basisorganisation übt nicht nur Kritik, sondern bringt auch Ideen ein – etwa jene des Zürcher Bauernverbands (ZBV). Dieser schlägt eine Lösung aus der Produktion heraus vor. Der ZBV hatte vor acht Jahren die Idee eines Fonds lanciert, der über einen allgemein verbindlichen Beitrag gespiesen würde. «Wenn eine Situation mit zu viel Milch droht, könnten die SMP daraus Gelder für das freiwillige Nichtliefern von Milch (rund 20 bis 30 Rappen pro Kilogramm) ausbezahlen», schrieb der Zürcher Bauernsekretär Ferdi Hodel kürzlich im «Zürcher Bauer».

BIG-M erachtet auch eine Mengensteuerung als zielführend, um Situationen wie die aktuelle zu vermeiden. So würden die Schweineproduzenten an ihrer nächsten Delegiertenversammlung über eine Mengensteuerung diskutieren. «Leider ist Suisseporcs den SMP weit voraus», hält BIG-M fest.

Kommentare (9)

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  • Rüdiger | 10.03.2026

    Wieso sollte Suisseporcs weit voraus sein? Die feilen seit Jahren an einem System und trotzdem kommt es immer wieder zu Überproduktion. Wer sich etwas damit beschäftigt weiss auch, dass das Problem nicht die Verbände sind, sondern Produzenten, die sich nicht um den Gesamtmarkt scherren, sondern Vollgas weiter produzieren. Und zwar bei Milch und bei Schweinen.

  • Beat Mathis | 04.03.2026

    Es ist höchste Zeit für die Kopfnicker abzudanken, mit ihren fetten Gehältern...Keine Leistung,weg damit.

  • Chnustipuur | 03.03.2026
    Solange es so viele Vollgasmelker gibt, welche wacker investieren um noch mehr überschüssige Milch zu produzieren und weit unter den Produktionskosten zu verramschen, wird sich im Schweizer Milchmarkt nicht's wesentliches ändern. Alle in der Wertschöpfungskette schreiben satte Gewinne, der Verbandsapparat wird ausgebaut und die Produzenten bleiben Restgeld Empfänger.
    Am Besten nicht aufregen und aus der Produktion aussteigen, wer noch kann.
  • Stungi | 03.03.2026
    Leider haben die smp nur methan und klima im kopf,das mann den import steuern müsste mit anti nachhaltiger importmilchzuschläge und so den markt stützen haben die verschlafen,so würde es weniger rein raus transporte geben,was auch jemand bezahlt und milchwirtschaft hätte eine chance,2024 war ein mieses futterjahr,und wen dann ein normales kommt sogar mit blauzungenschäden,ich konnte durch dies weniger melken hatte aber tränkekälberverluste die keine milch mehr brauchten,kann ich nicht ganz verstehen das man bei einem normalen jahr kühe metzgen muss und andere importieren nicht nachhaltigkeitsmilch zollfrei,und wir schicken unsere nachhaltigkeitsmilch möglichst weit weg mit abzugskässeli,wo es niemand intressiert wie produziert hauptsache am ende fast gratis,ist traurig man könnte die milch beim bauer ins güllenloch hinunterlassen und aus diesen abzugskässeli bezahlen,wäre fast ökologischer,würde den markt weniger belasten und könnte niemand spekulationsgeschäfte machen
  • Hpz | 03.03.2026
    Was nützen Liferungen für unter 20 Rappen um Verarbeitungskapazitäten zu entlasten.
    Es steigert nur den Gewinn der Verarbeiter.
    Darum hilft nur die letzte Milchlieferung im Monat ins Güllenloch nicht abholen oder nicht annehmen , so sinkt die Menge , und durch den nichttransport schonen wir noch die Umweld.
    Der Bauer verliert nicht viel , heisst Solidarisch.
  • Roland | 03.03.2026
    Vielleicht sind vorallem die Mitglieder von big- m ein teil des Problem.
  • Milchbauer | 03.03.2026
    Und dann prozidiert einer wie Roland Werner gegen die Abgaben und gewinnt auch noch. So sieht die Bereitschaft zur Solidarität unter Milchbauern aus. Forderungen kann man immer stellen, ob sie realistisch umsetzbar sind ist Nebensache. Wer würde das machen, freiwillig Nichtliefern für 20Rp. ??? Swissporcs wünsche ich viel Glück beim Versuch einer Mengensteuerung.
  • Müller w. | 02.03.2026
    Die sesselfurzer sölle sofort Platz mache.sofortmassnahme wäre keine tränker unter 100 kg mehr handeln,das bricht mehr Milch und gesündere Tiere dazu.
    • R.Heer | 04.03.2026
      Nur zahlen die Händler max. 80 kg ...
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